Expertentipps für eine harmonische Patchworkfamilie

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Patchworkfamilien haben es oft nicht leicht
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Scheidung, Trennung, Umzug, neuer Partner – diese oft turbulenten Neuerungen führen zu Problemen und überfordern vor allem die Kinder. Um zu einer glücklichen Patchworkfamilie zu werden und die neue Vielfalt als Chance zu erkennen, gilt es folgende Tipps zu beachten.

In einem „Wir“ darf niemand übervorteilt werden!

Eine Patchworkfamilie sollte sich als buntes Geflecht aber keinesfalls als Flickenteppich betrachten. Keine Ich-bezogenen Entscheidungen zu fällen, ist für die Eltern von großer Bedeutung. Selbst wenn sich die Mutter das Zusammenleben mit dem neuen Partner wünscht, gilt es auch die Meinungen der eigenen Sprösslinge zu beachten.

Gemeinsam darüber zu beratschlagen, ob ein Leben unter einem Dach überhaupt möglich ist, bindet alle Familienmitglieder mit ein. Entscheiden nur die Erwachsenen, stellen sich die Kinder nicht selten quer. Auch muss das Szenario anschaulich durchgespielt werden. Selbst wenn die Tochter, der Sohn ganz vernarrt in die neue Freundin ist und mit ihr hervorragend klar kommt: In einer gemeinsamen Wohnung können Spannungen auftreten.

Den Kindern sowohl die positiven als auch negativen Aspekte aufzuzählen, schützt vor Enttäuschungen. Grundvoraussetzung für das Funktionieren der neuen Familienkonstellation ist das „Sich-bereits-gut-kennen“. Überstürzte Handlungen verurteilen die Mission „harmonische Patchworkfamilie“ zum Scheitern.

Erfahrungen einer Patchworkfamilie

„Du hast mir gar nichts zu sagen!“

Kinder lieben ihre Eltern. Das ist erwartbar und auch richtig so! Über den Ex-Mann, die Ex-Frau negative Äußerungen zu machen und ihn oder sie gegenüber dem neuen Lebenspartner zu denunzieren, zieht den Zorn der Kinder nach sich. Sie gehen in die Verteidigung und reagieren unversöhnlich.

Auch wenn es von Seiten der Mutter oder des Vaters nicht gerne gesehen wird: Der geschiedene Partner ist ebenfalls Teil der Patchworkfamilie und trägt genauso zum Gelingen derselben bei. Deshalb ist tunlichst zu vermeiden, ihn oder sie ersetzen zu wollen. Spielt sich der neue Mann an Mamas Seite als Papa auf, hat er in den meisten Fälle sogleich verloren.

Gerade Teenager neigen dann zum Glucken-Verhalten und loben das eigene, biologische Elternteil über den grünen Klee. Einen guten Freund, Ratgeber und Verbündeten können Kinder aber immer brauchen. Diese Rollen unaufdringlich und mit viel Verständnis einzunehmen, wird über die Jahre hinweg zu einer engen Bindung führen.

Zeit lassen – eine Patchworkfamilie muss sich erst einspielen!

Eine glückliche FamilieHalten Kinder das aus? Neue Geschwister, die gar keine sind, ein Ersatzpapa, den die Kinder schon aus Prinzip ablehnen und dann auch noch ein schreiendes Halbgeschwisterchen! Gerade Einzelkinder müssen ihren Platz innerhalb der Patchworkfamilie neu definieren und brauchen Unterstützung und Zeit. Erwachsene begehen gerne den Fehler sich nur mehr um die Kinder des anderen zu kümmern, um zu jenen ein gutes Verhältnis aufzubauen.

Die eigenen Sprösslinge fühlen sich vernachlässigt und fallen plötzlich durch aggressives Verhalten auf. Wer da glaubt, die neue Lebenssituation würde sofort und für alle Zeit jeden glücklich machen, der irrt. Es braucht mindestens vier bis fünf Jahre, haben sämtliche Familienmitglieder ihre Position gefunden. Während dieses Prozesses darf es Höhen und Tiefen geben: Laute Streitgespräche erfüllen die Kinderzimmer, bei einem Zoobesuch nur wenige Stunden später scheinen sich die Kleinen aber besonders lieb zu haben und im Sommerurlaub fliegen so richtig die Fetzen – Patchwork meint auch mit Widrigkeiten fertig zu werden!

Harmonie verlangt von allen Verständnis und Toleranz!

Gelingt es den beiden Patchwork-Eltern mit gutem Beispiel voranzugehen und den Ex-Partner als regelmäßigen Gast zu akzeptieren, lernen Kinder etwas Entscheidendes: Wer anderen gegenüber nett, höflich und aufgeschlossen ist, lebt in einem friedlichen, vielfältigen und bunten Umfeld.

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Titelbild: ©iStock.com/monkeybusinessimages
Textbild: ©iStock.com/Deklofenak

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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