Toilettentraining für Kinder – So geht Ihr Kind eigenständig auf die Toilette

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Spätestens mit drei Jahren wollen Kinder ihren Aktionsradius erweitern, wollen unabhängiger werden, ihre Bewegungsfreiheit genießen. Dazu gehört auch die unmittelbare Bewegungsfreiheit, das heißt, die Windel muss weg. Es gibt verschiedene Wege, ein Kind beim Trockenwerden zu unterstützen – nicht alle sind gleich erfolgreich.

Die physikalischen Fähigkeiten

Kinder können ihren Schließmuskel und den Verschluss der Harnwege nicht von Geburt an kontrollieren. Die Nervenbahnen, die dafür notwendig sind, existieren noch nicht, sondern müssen vom Körper erst aufgebaut werden. Was aber durchaus vorhanden ist, ist das Bewusstsein, dass „da unten“ etwas passiert.

Wenn es drückt, nass oder klebrig wird, das bekommt ein Kind in den ersten Stunden nach der Geburt schon mit und reagiert auch darauf. Programme wie „Topfit“ bestärken das Kind darin, bei ungewöhnlichen Ereignissen und Gefühlen im unteren Körperbereich sofort zu reagieren. Eltern, die ihre Kinder gut beobachten, können zwar nicht jedes Malheur verhindern, kommen aber sehr gut ohne Windeln aus und haben in der Regel sehr schnell trockene Kinder.

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Kinder wollen ernst genommen werden!

Denn Kinder, die von Anfang an ernst genommen werden, brauchen kein Toilettentraining. Sie zeigen sehr schnell von alleine durch Handsignal oder Weinen, was sie wollen. Das Trockenwerden ist für windelfreie Babys kein Problem. Die vollständige Kontrolle der Verschlussmuskeln entwickelt sich übrigens erst zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr – vorher hilft nur, schnell zu reagieren. Denn „halten“ können Kinder noch nicht.

Jedes Kind ist anders, auch in körperlicher Hinsicht

Generell können alle Kinder trocken werden, ohne Tränen und Weinen, ohne spezielles Toilettentraining, und auch ohne ein Programm wie „Windelfrei“ zu absolvieren. Entspannte Eltern sind dabei sehr hilfreich, denn Kinder lernen von Natur aus, von alleine und ohne Druck am Besten. Aber nicht jedes Kind ist geistig und körperlich mit Abschluss des dritten Lebensjahres in der Lage, auf Toilette zu gehen – auch wenn es das will. Trockenwerden braucht Übung, Geduld und Zeit. Es hilft, Kinder immer wieder mit ins Badezimmer zu nehmen, sie beim Toilettengang dabei zu haben und neugierige Fragen ehrlich zu beantworten.

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Mit dem Sitzalter wollen die meisten Kinder gerne auch mal „probesitzen“, was man ihnen auch erlauben sollte – mit einem entsprechenden Toilettenring, der die Öffnung der Porzellanschüssel auf kindgerechte Größe reduziert, ist das auch kein Problem. Das Erfolgserlebnis, wenn es beim Kind zum ersten Mal „plätschert“, ist so umwerfend, dass die Toilette künftig gerne frequentiert wird.

Konsequenz und Erinnerungshilfen sind wichtig

Kein Kind wird einfach so von einem Tag zum anderen trocken – der Prozess braucht einfach Zeit. Anfangs ist es hilfreich, wenn in jedem Raum ein Töpfchen für die Kleinen bereit steht, damit der lange Weg von einem Ende der Wohnung zum anderen (zur Toilette) nicht dem Trockenwerden im Weg steht. Töpfchen entleeren und säubern ist nicht angenehmer als eine Windel zu wechseln, das verstehen auch Kinder – vom Topf zur Toilette ist es irgendwann ganz einfach und braucht kein Toilettentraining. Allerdings haben Kinder manchmal noch Probleme, sich an alles zu erinnern. Ist es erst einmal geschafft kann man seine Kinder auch gern einen Wunsch erfüllen.

Wer ins Spiel vertieft ist, vergisst manchmal, auf das andere Ende des Körpers zu achten. Wenn Kinder dann aufstehen und ihr Spielzeug wegräumen wollen, reicht die Zeit oft nicht mehr, um zur Toilette zu laufen. Das ist normal, und den Kindern ist es sehr unangenehm. Schimpfen ist völlig fehl am Platz, denn die Kinder ärgern sich schon allein ausreichend über derlei Unfälle.

Entspannte Haltung – bei Kind und Eltern

Toilettentraining ernsthaft zu betreiben ist unnötig, denn kein Kind lernt, die Muskulatur zu kontrollieren, indem es stundenlang immer wieder auf der Toilette sitzt. Trockenwerden ist einfacher, wenn das Kind körperlich und geistig so weit ist. Die Kinder wissen meist selbst, was sie können und ob sie so weit sind – Eltern sollten sich also entspannen und aus dem Toilettentraining keinen Zwang machen.

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Titelbild: © Oksana Kuzmina – shutterstock.com

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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