Reitunterricht für Kinder: Nützliche Tipps für Anfänger

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Reitunterricht Kinder
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Wenn es um Pferde geht, sind vor allem die Mädchen normalerweise Feuer und Flamme. Der selbständige Umgang mit großen Tieren, Verantwortung und dazu noch viel Bewegung an der frischen Luft, das tut Kindern und Jugendlichen einfach gut. Daher wird der Wunsch nach Reitunterricht von den meisten Eltern gerne unterstützt. Es gibt aber einige Dinge, die vor allem Anfänger/-innen ohne Vorerfahrung im Reitsport beachten sollten.

Helm, Stiefel, Hosen – die Ausrüstung

Zuerst einmal sollten Anfänger/-innen sich nicht zu sehr auf die Ausrüstung verlassen. Bluse, Jacke, Reithosen und -stiefel oder -schuhe mit Gamaschen sehen zwar professionell aus, sind aber im Unterricht völlig übertrieben und vor allem an Anfang gar nicht nötig. Für die ersten Stall- und Reitstunden reicht es, wenn Kinder robuste Hosen anhaben, die dreckig werden dürfen. Die Hosen sollten im Idealfall anliegen und elastisch sein. Dazu gehören Schuhe, die über den Knöchel gehen und einen ganz leichten Absatz haben.

Wichtig ist außerdem noch der Reithelm, aber der kann in vielen Reitschulen auch einfach ausgeliehen werden. Ein richtig gut sitzender eigener Helm, Reithosen und richtige Reit- oder Stallstiefel machen erst dann Sinn, wenn ein Kind wirklich sicher für die nächsten paar Jahre reiten will. Da Kinder aber häufig ihre Meinung ändern und zudem den Umgang mit Pferden und Ponys erst lernen müssen, sind diese Anschaffung während des ersten halben Jahres Reitunterricht völlig unnötig.

Video: Reiten lernen – Reitunterricht der Spaß macht

Ist Reiten ein gefährlicher Sport?

Ja und Nein. Generell besteht natürlich bei jeder Sportart eine gewisse Verletzungsgefahr. Kinder fallen beim Fahrradfahren hin, fallen von der Schaukel, rutschen im Schwimmbad aus, kriegen beim Fussball einen Ball ins Gesicht und so weiter. Wer sich bewegt, kann sich natürlich auch verletzen. Davon abgesehen ist Reiten unter professioneller und verantwortungsbewusster Anleitung nicht gefährlicher als andere Sportarten.

Trotzdem ist (wie bei den meisten Sportarten) der Abschluss einer privaten Unfallversicherung für das reitende Kind natürlich empfehlenswert. Die Versicherung für das Schulpferd ist Sache der Reitschule, damit haben Schüler/-innen und Eltern nichts zu tun. Das Tragen von Sicherheitsausrüstung wie passendes Schuhwerk und Reithelm sollte von Anfang an selbstverständlich sein.

Die richtige Reitschule: Lehrer, Gruppen- oder Einzelunterricht, Umgang

Generell erkennt man eine gute Reitschule daran, dass die Fragen von Eltern und Kindern geduldig, ausführlich, freundlich und vor allem zeitnah beantwortet werden. Das Personal der Schule sollte im Umgang mit Menschen und Tieren kompetent, freundlich und einfühlsam sein. Die Pferde und Ponys sollten gut gehalten werden, also luftige, saubere und geräumige Boxen sowie ein Paddock zur Verfügung haben.

Da Pferde und Ponys Herdentiere sind und viel Bewegung brauchen, sollten sie nach Möglichkeit in der Gruppe auf der Weide sein können. Wünschenswert ist, dass Reitlehrer/-innen eine Trainerlizenz haben oder Pferdewirt sind. Anfänglich sind Einzelstunden von jeweils etwa 15 bis 20 Minuten angesagt, damit sich Tier und Kind aneinander gewöhnen können. Die gegenseitige Angst wird abgebaut, das Tier wird gestreichelt, geführt, und es wird aufgesessen. Das Kind lernt, Gleichgewicht zu halten.

Mädchen Ratgeber
Für Kinder unter 9 oder 10 Jahren ist Reitunterricht oft Ponyführen, Voltigieren oder Longenunterricht. Erst danach lernen sie, die großen Tiere aus selbständig zu führen und zu lenken. Gruppenunterricht funktioniert erst, wenn die Kinder die Scheu vor den Pferden verloren haben und sicher mit ihnen umgehen können.

Reiten lernt man nur durch Reiten

Ganz egal, wie viele Ratgeber Eltern und Kinder zur Vorbereitung lesen: Wirklich nützlich zum Reiten lernen ist nur Reiten. Einmal pro Woche sollten Kinder deshalb mindestens im Reitstall anwesend sein, besser ist der tägliche Umgang mit Pferden oder Ponys. Die nützlichsten Tipps für Pferdehaltung und -pflege, das Reiten und die Ausrüstung gibt es da, wo Kinder reiten – im Reitstall.

Titelbild: © istock.com – fotokostic

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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