Kinder und Pferde – Die Leidenschaft fürs Reiten

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Kinder finden einen Ausgleich durchs Reiten
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Kleine Mädchen und Pferde, das passt einfach zusammen, in etwa so wie kleine Jungen und Dinosaurier. Aber warum ist das so? Was ist es, dass die großen Vierbeiner mit den kleinen Menschen so sehr verbindet?

Kinder sind von Natur aus tierlieb

Die meisten Kinder lieben Tiere. Haustiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen, aber auch freilebende Pferde, Ponys, Kühe und Schafe üben eine unglaubliche Faszination auf alle Kinder aus. Deshalb sind Zoos und speziell Streichelzoos so ein Erfolg, deshalb wird auf jedem Jahrmarkt Ponyreiten angeboten.

Kinder haben einen ganz natürlichen Bezug zu allem, was lebt und was die Natur gibt. Verschiedene pädagogische Konzepte nehmen darauf Bezug, unter anderem die Waldorf-Pädagogik. Speziell Pferde und Ponys haben es Kindern oft angetan, weil diese großen Tiere doch recht geduldig und leicht zu handhaben sind.

Sie sind kinderlieb, gehorsam, duldsam gegenüber allem Unfug, den Kinder so treiben, und verfressen genug, um jederzeit eine Möhre anzunehmen. Sie sind verspielt und wild. So ist es einfach für Kinder, einen Bezug zu Pferden aufzubauen.

Video: Pferde – Eine Dokumentation

Körperkontakt: Reiten ist eine ganzheitliche Erfahrung

Während man Hunde eher streichelt, Katzen generell ihren eigenen Kopf haben und Fische im Aquarium nur angeschaut werden können, sind Pferde sehr kontaktfreudig. Wenn kleine Kinder ein so großes Tier unter sich spüren, das ihnen auf leichten Schenkeldruck und Führung über die Zügel gehorcht, ist das ein unglaublich schönes Erlebnis. Denn Kinder spüren, dass sie etwas bewegen können. Dass sie das Tier lenken, es führen, das Tier sie trägt und es ihnen vertraut.

Reiten hilft Kindern Stress abzubauenUmgekehrt muss ein kleiner Reiter auch Vertrauen zu seinem Tier haben. Aber zum Reiten gehört mehr als nur Körperkontakt und Vertrauen. Fragt man Kinder, was ihnen an Pferden so gefällt, kommen viele Antworten. Pferde fühlen sich gut an, sie sind groß und stark. Sie riechen gut, sind weich, lassen sich streicheln.

Pferde machen Spaß, sehen schön aus, bewegen sich elegant. Sie sind schnell, sie sind toll. Und dann erst kommt, dass man darauf reiten kann. Das Reiten selbst ist also gar nicht die wichtigste Erfahrung – wichtiger ist der Umgang mit den Tieren. Deshalb gehört zum Reitunterricht dazu, dass die Kinder ihr Reittier pflegen, es striegeln, beim Ausmisten helfen, es füttern, waschen, trockenreiben und beim Beschlagen zusehen.

Reiten sorgt für innere Ausgeglichenheit

Reiten braucht Konzentration. Ein Reiter muss sich ganz und komplett auf das Tier unter ihm einlassen und es seinen Willen spüren lassen, sonst wird ihm das Pferd weder vertrauen noch gehorchen. Von Kindern ist es sehr viel verlangt, sich ganz auf eine einzige Sache zu konzentrieren und über mehr als fünfzehn Minuten dabei zu bleiben. Sie müssen ihre Sorgen abwerfen, sich von Schule, Eltern, Stress mit Freunden und den Hausaufgaben losmachen.

Mädchen Ratgeber
Das tut gut, denn durch dieses Loslassen verschwinden manche Probleme von selbst. Kinder mit Problemen profitieren ganz besonders von Reitunterricht und Kontakt mit Pferden: Pferdetherapie gibt es im heilpädagogischen Bereich für Kinder mit ADS/ADHS, für Hochbegabte, Kinder mit Konzentrationsproblemen. Aber auch in der Sonderpädagogik wird immer wieder Kontakt zu Tieren und speziell Pferden empfohlen.Übrigens kann man auf Pferden nicht nur Reiten: Viele Kinder lernen die großen Tiere lieben, indem sie ein Indianerwochenende mit Freunden verbringen, voltigieren lernen oder einfach ein Pferd pflegen helfen.

Kurse an den Volkshochschulen, Ferienkurse, Ausflüge

Pferde brauchen Platz und Auslauf, sie können nicht in der Stadt gehalten werden. Aber auch Stadtkinder müssen nicht auf den Kontakt zu Pferden verzichten. Viele pädagogische Einrichtungen und die Volkshochschulen arbeiten eng mit Reiterhöfen und Gestüten zusammen, so dass Ferienkurse und Wochenendkurse auch für Stadtkinder möglich sind. Und selbstverständlich gibt es immer die Möglichkeit, den Sonntagnachmittag mit der Familie auf dem Reiterhof zu verbringen.

 

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Titelbild: © iStock.com/fotokostic
Textbild: © iStock.com/wojciech_gajda

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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