Reha für Familien- Zweck, Anspruch, Antrag

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Erkrankt ein Familienmitglied schwer oder chronisch, verändert sich in der Regel das Leben der gesamten Familie. Das medizinische Konzept „Reha für Familien“ bietet neben einer umfassenden Patientenbehandlung die Möglichkeit, Familienmitglieder unterstützend einzubinden und Belastungsreaktionen vorzubeugen. 

Eine ganzheitliche Behandlung als Ziel

Rehabilitation ist eine Ergänzung zu ambulanten und stationären Therapiemaßnahmen. Ganzheitlich konzipierte Therapieprogramme sollen dabei den Behandlungserfolg sichern. Das Besondere an Reha für Familien“ ist die Einbeziehung der Familienmitglieder in die Behandlung. Die Patienten profitieren somit von der Unterstützung und Begleitung durch vertraute Personen. Ein erkranktes Kind kann von seinen Eltern umsorgt werden und ein erkranktes Elternteil kann seine Kinder in die Klinik mitnehmen: Geborgenheit statt Trennungszeiten.

Der Aufenthalt in der Rehaeinrichtung dauert vier Wochen und kann bei Bedarf verlängert oder verkürzt werden. Ein Team von Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten und Ernährungsberatern kümmert sich um die gesamte Familie. Der Blick richtet sich dabei auch auf das Befinden der Angehörigen, die nicht selten körperliche oder psychische Beschwerden wie Angst, Schlaflosigkeit, Schmerz und Erschöpfung als Folge einer hohen Belastung entwickeln. Die Gesundheit des Systems Familie steht im Fokus, so dass alle vom Aufenthalt profitieren können.

Video: Reha Antrag | Der Ablauf bis zur Wunsch-Rehaklinik

Gemeinsam gegen die Krankheit

Reha für Familien ist besonders dann sinnvoll, wenn mehrere Familienmitglieder von Krankheiten betroffen sind oder die Ursache der Erkrankung in der Familie liegt. In einigen Fällen ist die aktive Teilnahme der Bezugspersonen sogar erforderlich, um Behandlungsschritte umzusetzen und später im Alltag aufrechtzuerhalten. Bei Erkrankungen wie Depression, ADHS, Neurodermitis, Asthma bronchialeVerhaltensstörungenErnährungsstörungen und Abhängigkeitserkrankungen erzielt familienbezogene Reha gute Erfolge.

Ist die Gesundheit der Familienmitglieder durch hohen Belastungs– oder Leidensdruckgefährdet, wirkt sie präventiv, um gesundheitliche Langzeitfolgen zu vermeiden. Gemeinsam werden auf die Familie abgestimmte Strategien zur Stress-und Krankheitsbewältigung entwickelt. Liegt die Krankheit bereits in der Vergangenheit, können Familien die gemeinsame Zeit in der Nachsorgerehabilitation nutzen, um sich neu auszurichten und die Rückkehr in den normalen Alltag vorzubereiten. Auch wenn die Rehabilitationsmaßnahme nicht mit Urlaub verwechselt werden sollte, stehen die Chancen gut, abseits des Alltagstrotts neue Wege im Umgang mit der Krankheit und ihren Folgen zu entdecken.

Reha für Familien beantragen

Ein Recht auf Rehabilitation besteht dann, wenn stationäre und ambulante Maßnahmen nicht für die erfolgreiche Behandlung ausreichen. Bei gesetzlich Versicherten trägt die Rentenversicherung die Kosten.

Für die Kostenübernahme muss:

1) ein Antrag bei der Rentenversicherung gestellt werden
2) die Notwendigkeit der Reha durch Bescheinigungen, Befundberichte und eine Stellungnahme des Arztes begründet werden

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Je nach Schwerpunkt kann der Antrag für das erkrankte Kind oder den erkrankten Erwachsenen gestellt werden, unter Umständen auch für beide. Die Notwendigkeit der Familieneinbindung sollte gut begründet sein. Es lohnt sich, rechtzeitig Informationen über Zuzahlungen einzuholen. Kinder zahlen in der Regel nichts. Bei Erwachsenen richtet sich die Zuzahlung nach dem Einkommen. Bei Fragen und Problemen rund um die Antagstellung helfen die Servicestellen der Rehaträger weiter. Privatversicherte sollten ihren Vertrag auf die Finanzierung von Rehabilitationsleistungen prüfen.

Fazit – Eine sinnvolle Ergänzung zur Einzeltherapie

Zeit als Familie haben, gemeinsam lernen, was dem erkrankten Familienmitglied hilft, und sich selbst im Umgang mit der Krankheit stärken. Reha für Familien ist eine zusätzliche Hilfe, die einen vertrauten Rahmen bietet und den Zusammenhalt stärkt.

Titelbild: © iStock -Jovanmandic

Über den Autor

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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