Ständige Lustlosigkeit – Braucht mein Kind Hilfe?

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Pubertät
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Die Schule nervt, die Eltern sowieso und der PC ist schon lange spannender als der Kletterbaum vor dem Haus: spätestens mit der Pupertät stellen sich viele Eltern die Frage danach, welches Verhalten meines Kindes noch normal ist und welches bereits Anlass zur Sorge gibt.

Die Pupertät: (k)ein Grund zur Panik

Die Veränderungen am Kind während der Pupertät sind gravierend, die Liste an Auffälligkeiten lang. Die Palette reicht von Stimmungsschwankungen über Lustlosigkeit bis hin zum krassen Gegenteil. Selbst Aggression und Depression können eng beieinander liegen. Aber auch schon vor der Pupertät machen unsere Kinder Veränderungen durch, teils völlig unbemerkt. Die meisten davon sind völlig normal, wenngleich auch oftmals äußerst anstrengend – nicht nur für das Umfeld.

Doch mehr und mehr leiden unsere Kinder auch an sog. Erwachsenenkrankheiten, darunter Depressionen und inzwischen sogar Burn-out. Zwischen 4 und 8 Prozent der Kinder und Jugendliche, sagt die Statistik. Die Dunkelzimmer soll sogar doppelt so hoch sein. Das bedeutet: Auf eine Schulklasse kommt ein Kind mit einer psychischen Störung. Verständlich also, dass Verhaltensmuster wie Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit und eine „geknickte Stimmung“ ein Alarmsignal für Eltern darstellen. Doch nicht jedes Alarmsignal ist auch zwingend eines.

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Lernen, den Unterschied zu erkennen

Schulmediziner, Kinderpsychologen, ja sogar Nachhilfe-Coaches, alle sind sich in einer Sache einig: treten die auffälligen Veränderungen schlagartig auf, ist die noch kein genereller Grund zur Sorge. Lassen sie sich allerdings über einen längeren Zeitraum beobachten, könnte tatsächlich eine Depression vorliegen. Die Anzeigen zu erkennen ist aber oftmals gar nicht so leicht, denn gerade Kinder können ihren eigenen Ist-Zustand noch nicht klar deuten und noch weniger verbal kommunizieren.

Haben Eltern den Verdacht, ihr Kind könnte an einer Depression leiden, sollte daher als erstes das unmittelbare Umfeld befragt werden: Freunde des Kindes sowie deren Eltern, Lehrer und andere Vertrauenspersonen. Die wichtigsten und auffälligsten Indikatoren hierbei sind beispielsweise eine gewisse Ausdruckslosigkeit im Gesicht nebst entsprechender Körperhaltung, Schlaflosigkeit und/oder ein übermässiges Bedürfnis nach Schlaf, Trägheit und Erschöpfung, Teilnahmslosigkeit bis hin zur Apathie oder auch Aggressionen ohne erkennbaren Anlass.

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Viele Depressionen sind hausgemacht

Die wenigsten Depressionen, speziell bei Kindern, treten grundlos auf. Stellt sich der Verdacht nach einem schweren seelischen Ungleichgewicht ein, sollten Eltern den Blick zuerst auf das unmittelbare Umfeld ihres Nachwuchses richten. Die häufigsten Indikatoren für Kindsdepressionen sind Trennungen und Scheidungen, gefolgt von Mobbing und anderen Problemen in der Schule.

Auch zu wenig Aufmerksamkeit und Anerkennung bereits in frühen Jahren kann spätere Depressionen fördern, da das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl nicht genug ausgeprägt wird. Verluste jedweder Art, wie ein Todesfall in der Familie, aber auch der Wegzug des besten Freundes, können seelische Störungen verursachen; die daraus resultierenden Verlustängste werden auf das gesamte Umfeld projeziert. Natürlich ist auch sehr häufiges Weinen ein Anlass, die Dinge zu hinterfragen, weniger auffällig, aber erheblich schlimmer, wäre die Steigerung: Gefühllosigkeit. Doch Vorsicht: Nicht jedes Kind, das lieber vor dem PC sitzt als draußen spielt ist depressiv und voreilige therapeutische Maßnahmen können unter Umständen sogar mehr schaden als helfen.

Rechtzeitig, aber nicht übereilt handeln

Probleme in der SchuleDie Anzeichen einer Depression oder anderer psychischer Probleme sind gerade in der Pupertät nur schwer vom „Normalzustand“ in diesem Lebensabschnitt zu unterscheiden. Wichtig ist, dass Eltern aufmerksam sind und bleiben und ihren Kindern deutlich vermitteln, deren Gefühle zu respektieren, denn nur so werden sie sich ihnen auch öffnen. Das Konsultieren von Lehrern und anderen Vertrauenspersonen sollte bei Verdacht auf seelische Probleme der erste Schritt sein, ein psychologisch versierter Kinderarzt sollte folgen.

Ob der Gang zum Psychologen ratsam ist, kann hingegen oft nur das Bauchgefühl entscheiden. Entscheidend ist, dass Eltern stets auf einem Auge wachsam sind, während sie ihrem Kind mit beiden Ohren zuhören. Eine klinische Depression sollte jedenfalls immer von einem Fachmann bestätigt sein, bevor therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden oder gar der Panikknopf aktiviert wird.

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Bildquelle: ©iStock.com/Balazs Kovacs, ©iStock.com/Deborah Cheramie

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Über den Autor

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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