Pubertät und wie am besten damit umgegangen wird

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Erziehung Pubertät
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Waren sich Eltern und Kinder vor nicht allzu langer Zeit noch sehr nahe, wirbelt die Pubertät das familiäre Gefüge gehörig durcheinander. Die Jugendlichen begehren auf und fordern Mama und Papa gerne heraus. In der sogenannten „zweiten Trotzphase“ braucht es vor allem eines: Verständnis!

Erwachsenwerden ist ein Kraftakt: Für beide Seiten!

War Papa immer der Held der Tochter, kritisiert sie ihn nun ständig und macht sich über seine Hobbys und den „uncoolen“ Kleidungsstil lustig. Auch Mama kann wohl nichts mehr richtig machen und wird gerne mit dem Satz: „Du nervst mich!“ abgekanzelt.

Eltern brauchen ihren Kindern in solchen Situationen nicht böse zu sein und müssen sich darauf besinnen, zwei Ohren zu besitzen. Die unüberlegten und deshalb auch nicht so gemeinten Aussagen gehören zum Abnabelungsprozess und dürfen beim einen Gehörgang hinein- und zum anderen wieder herausgehen.

Frühpubertierende und Jugendliche müssen sich erst im Gefüge der Erwachsenen etablieren und fechten Rangkämpfe aus. Auch kommen ihnen mitunter Hormonschübe in die Quere und reißen sie zu flegelhaften Kommentaren hin. Allerdings gilt es klare Grenzen zu ziehen: Wird es wirklich persönlich und beleidigend, braucht es eine elterliche Zurechtweisung. Schimpfwörter muss niemand hinnehmen!

Zwei Jahre der Pubertät – Doku

Blamagen, Demütigungen und Respektlosigkeiten

Den Klassenkameraden lustige Geschichten aus der Kindheit zu erzählen ist so ziemlich das Schlimmste, was Eltern ihrem Sprössling antun können. Blamiert und vorgeführt zu werden kränkt Teenager sehr. Auch innerhalb der Kernfamilie reagieren sie extrem erbost auf vermeintlich harmlose Witzchen.

Die junge Seele ist verletzlich und verkraftet Zurückweisungen und ironische Untertöne nur schwer. Nicht alles auszuplaudern und sich als Geheimniswahrer zu präsentieren, stärkt hingegen die Eltern-Kind-Beziehung. Bei aller Toleranz und Freizügigkeit innerhalb der Familie: Kommen Kinder in die Pubertät, verstärkt sich das Schamgefühl.

War es vormals in Ordnung sich die Zähne zu putzen während der Sohn duscht, verbitten er sich jetzt derartige Situationen. Eltern sollten die Intimsphäre ihrer Sprösslinge respektieren und auch in puncto Sexualität keine peinlichen Nachfragen stellen. Das Angebot: „Wenn du Rat brauchst: Ich bin für dich da!“ reicht aus. Eltern können vorschlagen die Tochter zum Frauenarzt zu begleiten; ob sie die Unterstützung annimmt bleibt aber ihre Entscheidung.

Worauf legen Jugendliche heutzutage besonderen Wert?

Selbstbild Jugendliche 2014Die Statistik zeigt eine vom IfD Allensbach in Deutschland durchgeführte Umfrage aus 2013, welche sich mit dem Selbstbild von 14- bis 17-Jährigen befasst. Sie wurden bezüglich ihrer Verhaltensweisen, Erfahrungen und Einstellungen befragt. Rund 79 Prozent der Befragten geben an, dass für die eigene Generation der Austausch und rege Kontakt mit vielen Leuten besonders typisch ist.

Strikte Verbote und ihr Lauf ins Leere!

Während der Pubertät tun Eltern gut daran, sich als freundschaftlicher Begleiter auszugeben. Die Kinder vor allem zu beschützen gelingt nicht und so ist es anzuraten, autoritäre Verhaltensweisen aufzugeben. Besser ist es Kompromisse auszuhandeln und an die Vernunft des Jugendlichen zu appellieren. Ein „Ich verbiete dir, dass du dich mit diesen Leuten triffst!“ führt zu Lügereien.

Kinder unterlassen das Geforderte nicht, nur verheimlichen sie es ihren Eltern ab diesem Zeitpunkt. Mutter und Vater müssen sich deshalb verständnisvoll zeigen und sich ganz bewusst auf die Seite des Heranwachsenden stellen. „Ich verstehe dich ja. Aber bitte gib das nächste Mal per SMS Bescheid, wenn es wieder später wird!“ – so erreichen die Erwachsenen wesentlich mehr als mit rigiden Vorschriften und beweisen dem Teenager außerdem, dass er ihr Vertrauen genießt.

Letzteres ist besonders wichtig für die Jugendlichen, untermauert es doch, wie erwachsen er oder sie schon ist!

Mädchen Ratgeber

Toleranz als oberste Priorität!

Auch wenn Eltern weder von den grässlichen Musiktönen aus dem von Postern tapezierten Kinderzimmer, noch vom hippen Haarstyling begeistert sind – eine tolerante Haltung schont die elterlichen Nerven und entspannt das Verhältnis zum Heranwachsenden. Es sollte niemals vergessen werden: In der eigenen Jugend waren Mutter und Vater bestimmt auch nicht immer pflegeleicht!

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Titelbild: ©iStock.com/STEFANOLUNARDI

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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