Nabelschnurblut – Einmalige Chance zur Stammzellensicherung

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Stammzellen Untersuchung im Labor
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Immer mehr Menschen interessieren sich für die Stammzellengewinnung aus dem Nabelschnurblut. Die dabei auf Jahre konservierten Stammzellen können im Krankheitsfalle an der eigenen Person oder eines Familienmitgliedes zur Therapie schwerwiegender Krankheiten verwendet werden. Werdende Eltern sollten sich demnach frühzeitig Gedanken darum machen, das Nabelschnurblut einfrieren zu lassen.

Die wertvollsten menschlichen Informationen

Worin liegt die Bedeutung des Nabelschnurblutes begründet? Im Nabelschnurblut befinden sich besonders junge und vitale Stammzellen des Menschen. Bisher gingen diese wertvollen menschlichen Zellen nach der Geburt unwiderruflich verloren. Doch das muss nicht mehr sein, dann längst ist eine Aufbewahrung möglich. Aus den Stammzellen des eingelagerten Nabelschnurblutes können so später unterschiedliche Gewebe- und Zelltypen neu gebildet bzw. repariert werden.

Kurz nach der Befruchtung der Eizelle entwickeln sich in der sogenannten Blastocyste omnipotente, embryonale Stammzellen. Sie sind ein Wunder der Natur, denn aus ihnen entsteht ein kompletter Organismus.

Sie existieren jedoch nur wenige Tage, denn dann wandeln sich um zu pluripotenten, embryonalen Stammzellen, aus denen sich immer noch verschiedenen Zellen entwickeln können z. B. Knochenzellen, Muskelzellen oder Nervenzellen. Mit der Geburt spricht der Experte nicht mehr von embryonalen Stammzellen sondern von adulten Stammzellen. Auch diese haben noch ein großes Potential zur Behandlung verschiedenster Krankheiten.

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Schwere Krankheiten könnten mit Nabelschnurblut geheilt werden

Die genetischen Informationen der Stammzellen sind einzigartig und können bislang nicht künstlich hergestellt werden. Auch im Nabelschnurblut befinden sich Stammzellen. Sie lassen sich recht einfach vermehren.

Mit der Geburt ist das Nabelschnurblut frei von Viren, Bakterien oder Tumorzellen. Es bringt die perfekte Grundlage zur Heilung von schweren Krankheiten wie Krebs, Parkinson oder Multiple Sklerose mit.

Ein junges Paar schaut sich Ultraschallbilder von ihrem Baby an

Zukünftige Eltern, die sich dazu entschließen, das Nabelschnurblut ihres Kindes einfrieren zu lassen, verhelfen dem Kind, Verwandten innerhalb der Familie aber auch fremden Personen zu einer vielleicht lebensrettenden Behandlung.

Das Nabelschnurblut wird direkt nach der Geburt ohne Schmerzen und ohne medizinisches Risiko entnommen und erhält eine Kryokonservierung. Das bedeutet, das Material wird bei rund -170° C tiefgekühlt. Somit sind die Stammzellen für viele Jahre, Jahrzehnte oder das ganze Leben abrufbar und jederzeit verfügbar.

Wenn der Ernstfall eintritt und Stammzellen vorrätig sind

Sollten im Krankheitsfall die eigenen Stammzellen benötigt werden, können sie zügig verwendet werden. Auch Verwandte oder sogar fremde Personen können vom eingefrorenen Nabelschnurblut bei schweren Erkrankungen profitieren. Der Medizin stehen damit neue, revolutionäre Therapieoptionen offen. Bereits heute erhöht die Behandlung mit Stammzellen die Überlebenschancen von Krebspatienten z. B. bei Blutkrebs oder schnell wachsenden Gehirntumoren.

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Die Einlagerung der Stammzellen kann innerhalb einer privaten Vorsorge organisiert werden. Dafür stehen in Deutschland verschiedene, private Stammzellbanken zur Verfügung. Sie arbeiten eng mit Krankenhäusern und Universitätskliniken zusammenarbeiten. Die Kosten für Untersuchungen, die Aufbereitung sowie die Einlagerung des Nabelschnurblutes übernehmen die Eltern.

Private oder öffentliche Stammzellenbanken – Wertvolle Hilfe für jeden Menschen

Die Entnahme von Nabelschnurblut zur Gewinnung von Stammzellen ist heute mehr als denkbar einfach. Wichtig ist, dass sich werdende Eltern bis zum näher rückenden Entbindungstermin darüber klar werden, ob sie sich für die private Vorsorge entscheiden. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, Nabelschnurblut in einer öffentlichen Stammzellbank einzulagern. Mit der Stammzellspende wird fremden Menschen geholfen. Entscheiden sich Eltern für eine Spende, verzichten sie auf den direkten Zugriff auf die eigenen Stammzellen ihres Kindes. Im Notfall beginnt für sie dann die nervenaufreibende Suche nach einem geeigneten Spender.

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Bildquellen:

Titelbild: ©iStock.com/Sage78

Textbild: ©iStock.com/pixinoo

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Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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