Mehr Geld in der Urlaubskasse dank Spritpreisvergleich

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Auto auf Geldstücken
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Die Herbstferien stehen vor der Tür. Für viele Paare mit schulpflichtigen Kindern noch einmal die Gelegenheit, Urlaub außerhalb der teuren Hochsaison zu machen. Teuer wird es in Ferienzeiten trotzdem. Denn nicht selten haben die Tankstellen in den vergangenen Jahren kurz vor Beginn der schulfreien Zeit an der Preisschraube gedreht. Das ist vor allem für Familien ärgerlich, fahren sie doch meist mit dem Auto in den Urlaub. Der vierrädrige Freund stellt für die Deutschen nach wie vor das Fortbewegungsmittel Nummer eins dar. So nutzten auch im vergangenen Jahr 79 Prozent der Familien den eigenen Wagen für ihre Fahrt zum Ferienort. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Reisezeiten und Pause können flexibel geplant werden, am Zielort sind die Urlauber mobil und für das Gepäck bieten vor allem Kombi und Mini-Van viel Platz.

Preisvergleich hilft sparen

Und auch den Nachteil der teureren Kraftstoffpreise können Familien jetzt zumindest minimieren. Denn dank der Preisvergleichsanbieter finden sie auf ihrer Route immer die günstigsten Tankstellen. Möglich macht das die “Markttransparenzstelle für Kraftstoffe”, die vor rund einem Jahr vom Bundeskartellamt ins Leben gerufen wurde. Ihr melden alle rund 14.500 Tankstellen in Deutschland in kurzen Takten die Preise für Diesel sowie Super E5- und E10-Kraftstoff.

Die Behörde gibt die Daten inhaltlich unverändert und kostenlos an Verbraucherinformationsdienste wie billig-tanken.de oder den Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) weiter. Eine Auflistung aller zugelassen Dienste finden Sie hier.

Auf diese Verbraucherportale können Autofahrer via Internet oder Smartphone-App zugreifen und so gezielt die Tankstelle mit den niedrigsten Kraftstoffpreisen in der Nähe ansteuern. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Nerven. Denn schon seit einigen Jahren hält sich hartnäckig das Gerücht, die Mineralölkonzerne würden sich bei der Preisgestaltung absprechen.

Video: Wie gut sind Benzinpreis-Apps?

Preisabsprachen nicht belegt

Zwar hatte das Bundeskartellamt in der Vergangenheit die Spritpreise immer wieder ins Visier genommen. Beweise für illegale Preisabsprachen konnten die Wettbewerbshüter allerdings nicht entdecken. Jedoch hatte die Behörde 2011 nach einer mehrjährigen Untersuchung des Kraftstoffmarktes erkannt, dass die Mineralölkonzerne ihre Preise regelmäßig gleichförmig veränderten – vor allem vor Ferienzeiten oder Feiertagen seien Preiserhöhungen zu beobachten gewesen.

Meinungen zu öffentlicher Spritpreisdatenbank
Quelle: AutoScout24 – 2012 – statista.de

Kraftstoffpreise im Blick

Diese Preisveränderungen sollen Autofahrer nun besser verfolgen können. Und nach einem Jahr gibt es auch schon eine erste Bilanz: Zwischen 18 und 19 Uhr ist das Tanken im Vergleich zum Rest des Tages grundsätzlich günstiger. Das geht aus einer Untersuchung der gemeldeten Daten des ADAC hervor. Am teuersten ist der Sprit hingegen in der Nacht zwischen zwölf und fünf Uhr morgens. Auch wenn die Preise von Region zu Region unterschiedlich sind: Dieser Trend gilt nach Angaben des ADAC für das ganze Land.

Der Grund für das Phänomen: Nachts geben die Mineralölkonzerne ihren Tankstellen neue Preise vor. Diese sinken dann im Laufe des Tages immer weiter ab – auch, weil die Tankstellen sich beobachten und um den jeweils niedrigsten Preis konkurrieren. Denn diesen sehen seit der Markttransparenzinitiative ja auch die Verbraucher mit einem Wisch über das Smartphone

So beobachtete der ADAC, dass der Benzinpreis an ein und demselben Tag um durchschnittlich 8,3 Cent schwankt. Es kann sich also lohnen, den Wagen nicht erst am Abreisetag morgens, sondern bereits am Vorabend zu betanken, um den Geldbeutel und damit auch die Urlaubskasse zu schonen.

Privathaushalt – Ausgaben für Kraftstoff je 100 km in Deutschland bis 2012

Ausgaben eines Privathaushaltes für Kraftstoff in Deutschland in den Jahren 1990 bis 2012 (in Euro pro 100 km Fahrleistung)  
   
1990 5.02
1996 5.72
2000 6.72
2001 6.39
2002 6.27
2003 6.31
2004 6.46
2005 6.88
2006 7.10
2007 7.22
2008 7.64
2009 6.76
2010 7.43
2011 8.23
2012 8.22

Quelle: BDEW; Statistisches Bundesamt; BMWi; DIW Berlin; AGEB – 2013 – statista.de

Titelbild: Gerd Gropp – Fotolia.de

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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