So vereinbaren Sie Karriere und Kind

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Mutter und Kind
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Kind und Karriere, geht das zusammen? In den Medien wird uns seit Jahren weisgemacht, dass beides in Deutschland nicht vereinbaren lässt, während es unsere europäischen Nachbarn sehr gut schaffen … Das stimmt so aber nicht ganz, auch in Deutschland kann man mit Kind Karriere machen.

Er arbeitet, sie schmeißt Kind und Haushalt?

Zugegeben, dieses Modell gereicht wenigstens dem Mann zu Ehren: Wenn Mama zu Hause alles regelt, das Kind wie auch den Haushalt übernimmt, dann kann Papa wirklich leicht Karriere machen. Ob dieser Papa dann allerdings viel von seinem Kind hat, ist fragwürdig. Die meisten Kinder von rein karriereorientierten Vätern dürften den männlichen Teil ihrer Eltern nur vom Wochenende, aus dem Urlaub und aufgrund seines Bankkontos kennen.

Die weibliche Herangehensweise ist eher, Karriere und Kind zu vereinbaren, also entweder alle Aufgaben in der Familie wie auch beruflich straff zu organisieren.

Gleitzeit, Teilzeitarbeit von bis zu 80 % Stellen und die betriebliche Kinderbetreuung machen das möglich. Allerdings verlangt das etwas Organisationstalent und gute Zusammenarbeit in einer demokratisch organisierten Familie, in der nicht das Bankkonto des Vaters in der Hierarchie ganz oben steht, sondern in der alle Familienmitglieder die gleichen Rechte auf berufliche Erfüllung haben – und das schließt die unterschiedlichsten Auffassungen von „Karriere“ mit ein!

Video: Familie Schlüter: Kinder und Karriere

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Selbständige haben es leichter …

… Karriere und Kinder zu vereinbaren. Wer selbständig ist, hat oft genug sein oder ihr Büro zu Hause, kann also gleichsam vom Arbeitsplatz aus die Kinder betreuen. Niemand hat ein Problem damit, wenn die Chefin eines kleineren Dienstleistungsbetriebs nachmittags den Junior in ihrem Büro Hausaufgaben machen lässt oder wenn neben dem Drucker eine Spielecke für das Kleinkind eingerichtet ist.

Nur wenige Selbständige verdienen genug, um sich eine individuelle Kinderbetreuung in Form eines Au-Pairs oder einer (altmodisch so genannten) Kinderfrau zu leisten. Tagesmütter und -väter dagegen können Kinder nicht nur vor dem Kindergartenalter betreuen, sondern eben auch von der Schule abholen. Karriere und Kind unter einen Hut zu bringen erfordert schlicht andere Lebensmodelle als die Halbtagsschule und die nachmittägliche Betreuung in der Kernfamilie.

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Großeltern helfen gern

Großeltern springen oft gern ein, und in vielen Städten gibt es Betreuungsgemeinschaften: Kinder können mit Freunden nach Hause gehen, machen dort ihre Hausaufgaben, werden später von den Eltern abgeholt.

Die betriebliche Seite: Dienst nach Uhr?

Rein nach Uhrzeit und Vorgabe zu arbeiten ist keine Option. Dieses Modell war sinnvoll, als es sich weitestgehend um Arbeiten in Fabriken handelte, wo man keine denkenden, kreativen Mitarbeiter brauchte. Das ist heute anders, Fließbandarbeit ist nicht mehr die Regel und vor allem mit Karriere gar nicht zu vereinbaren. Flexible Arbeitszeiten, die sich an der Menge der anliegenden Arbeit orientieren, sind also sinnvoll.

Ein Betrieb ist heutzutage in der Lage, die Anwesenheitsdauer der Mitarbeiter diesen Gegebenheiten zumindest grundsätzlich anzupassen. Home Office ist in vielen Fällen zumindest zeitweise möglich und wird Mitarbeitern auch entsprechend bewilligt. Große Firmen richten betriebliche Kindergärten ein, vermitteln Tageseltern, haben eine Betreuungsperson im Betrieb.

Was gar nicht so landläufig bekannt, aber doch normal ist: Kleine und mittelständische Unternehmen erlauben oft genug, dass das ein oder andere Kind in Betreuungsnotlagen mitkommen darf, ohne das das in Arbeitsverträgen ausdrücklich erwähnt oder anderweitig „an die große Glocke gehängt“ wird. Arbeit und Privatleben liegen nicht weit auseinander – Karriere und Kind lassen sich nur vereinbaren, wenn man sie nicht als Gegensätze ansieht.

Gute Organisation, Zuverlässigkeit, Einhalten von Absprachen

Karriere und Kind lassen sich ganz einfach vereinbaren, wenn man den Alltag gut strukturiert und organisiert. Wichtig ist Zuverlässigkeit, sowohl von Seiten des Arbeitgebers, als auch von Seiten der Eltern und Kinder. Wenn sich alle an getroffene Absprachen halten und mit Herz und Verstand dabei sind, dann steht der Karriere eigentlich nichts im Weg. Ganz egal, was große Tageszeitungen von „gläsernen Dächern“, Frauenquoten im Management und Mütterquoten schreiben.

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Titelbild: © Ipatov – shutterstock.com

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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