Hilfe mein Kind raucht – wie reagiert werden sollte

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Kinder sollten undbeingt vor den Konsequenzen des Rauchens informiert werden
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Alle in der Clique greifen regelmäßig zum Glimmstängel und so fühlen sich manche Jugendliche dazu genötigt, nicht aus der Reihe zu tanzen. Der Gruppenzwang verführt und stellt Eltern vor ein großes Problem: Was tun, wenn der eigene Sprössling qualmt?

Probieren ist ok, dabeibleiben ein No-Go!

Hand aufs Herz: Das Inhalieren des Tabakrauchs schmeckt nicht. Er kann gar nicht munden, denn der Körper erkennt Giftstoffe sofort und deklassiert sie als „widerlich„. Doch mit viel Training gewöhnt der Mensch sich an den ekelhaften Gestank und versucht sich einzureden, wie sehr das Rauchen gefällt.

Bevor dies passieren kann, müssen Mütter und Väter einschreiten. Sich ausprobieren gehört zum Teenagerdasein dazu. Die ersten Züge verursachen Übelkeit, Kopfschmerzen und spontane Diarrhoe. Vor dem Rauch-Versuch können Kinder nicht beschützt werden, davor dass sie weiterhin Nikotin konsumieren aber schon. Allerdings fruchten Verbote und Vorwürfe in den seltensten Fällen.

Schwangere Mütter sollten sich zusätzlich darüber im Klaren sein, dass rauchen in der Schwangerschaft extrem negative Konsequenzen haben kann.

Die Kinder sind über die Risiken und negativen Konsequenzen zu unterrichten. Gesundheitliche Spätfolgen können aber getrost weggelassen werden. Was in 20 oder 30 Jahren geschieht, interessiert in diesem jungen Alter noch nicht. Die finanziellen Einbußen, das „Nicht-mehr-fit-genug-sein“ für den Lieblingssport und der unattraktive Gestank haben mehr Durchschlagskraft.

Video: Zigaretten und ihre totbringende Wirkung

Wer als Jugendlicher raucht, kompensiert Defizite

An einer Zigarette kann sich festgehalten werden. Obwohl das Selbstbewusstsein des Teenagers noch rudimentär ausgeprägt ist, scheint ihm oder ihr die Kippe ein gutes Gefühl zu verleihen. Abenteuerlust, Weltläufigkeit und Stärke verbinden viele Jugendliche mit dem Rauchen und glauben, wenn sie selbst inhalieren, all jene Attribute automatisch zu erhalten.

Wird das Kind beim Qualmen erwischt, dürfen Eltern deshalb nicht durchdrehen und mit wüsten Beschimpfungen reagieren. Die Frage nach dem „Warum?“ ist viel dringlicher. Mutter und Vater sollten sich selbst hinterfragen und genau reflektieren, ob sie ihrem Kind genügend Selbstsicherheit und einen gesunden Egoismus mitgegeben haben.

Auch gilt es den Sprössling nun über die Widrigkeiten des Nikotinkonsums aufzuklären. Oberlehrermäßiges Verhalten kommt dabei selten gut an. In einem gemeinsamen Gespräch darf ruhig zugegeben werden als Teenager selbst geraucht zu haben. Eine mitunter drastische Schilderung aus dem Leben und den damit verbundenen Erfahrungen der Eltern wirkt manchmal Wunder.

Aber aufgepasst! Sollten die Eltern immer noch rauchen sollten sie sich darüber im klaren sein, dass sie keine glaubwürdigen Vorbilder sind und durch Passivrauchen ihre Kinder zusätzlich schädigen.

Umfrage in Deutschland zu Gründen für den Verzicht aufs Rauchen 2014

Die nachstehende Tabelle zeigt das Ergebnis einer von Deals.com und promio.net 2014 (Mai) durchgeführten Umfrage. Darin werden die Gründen für den Verzicht aufs Rauchen aufgelistet. Befragt wurden 684 Raucher/innen, ehemalige Raucher und Nichtraucher in Deutschland. Die meisten befragten waren sich einig, dass Rauchen so gesundheitsgefährdend ist, dass es der wichtigste Grund ist mit dem Rauchen aufzuhören.

Was sind für Sie die relevanten Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören?
Gesamt Raucher Ex-Raucher Nichtraucher
Gesundheit 80% 81% 83% 65%
Geld sparen 66% 70% 57% 49%
Bessere Kondition 32% 34% 27% 22%
Der Zigarettengeruch stört mich und/oder andere 22% 21% 21% 40%
Willensstärke beweisen/Es mir selber beweisen 19% 19% 23% 11%
Größere Belastbarkeit 19% 21% 9% 8%
Vorbild für andere sein (z.B. Kinder, Freunde) 18% 17% 22% 19%
Es der Familie zuliebe tun 14% 13% 19% 13%
Es dem Partner zuliebe tun 13% 14% 8% 13%
Bessere Konzentration 8% 9% 9% 3%
Weil es uncool ist, zu rauchen 6% 4% 8% 22%
Nichts davon 7% 6% 2% 24%

Quellen: Deals.com, © Statista 2014

Von Vorbildern und einer sich bietenden Chance

Weil es stinkt, halten Kinder generell nicht viel vom Rauchen. Diese angeborene Abneigung gilt es mit dem Eintritt ins Teenageralter zu mehren. Vielleicht gelingt es durch gute Argumente die kindliche Antipathie gegen den Zigarettenkonsum bis ins Erwachsenendasein hinüber zu retten und die Sprösslinge damit vor gesundheitlichen Schäden zu bewahren. Doch was tun, wenn das eigene Kind raucht?

Ist der Sohn, die Tochter zwischen elf und dreizehn Jahren alt, lohnen ausführliche Gespräche über das Rauchen. Die Mutter erzählt ihrem Sohn vielleicht von einem Jungen, den sie als Jugendliche verschmähte, weil er rauchte. Auch Papas ehrliche aber dennoch negativ-farbenfrohe Schilderungen über seinen ersten Tabakkonsum fruchten gewiss. Sich auf die Seite des Jugendlichen zu stellen und ihr oder ihm eine helfende Hand zu reichen, stärkt das Selbstvertrauen. Mit einem fundierten Rauch-Wissen ausgestattet, punktet er/sie in der Clique. Gerade rauchende Eltern können ihren Kinder viel über die eigene Sucht erzählen und sollten sich selbst als abschreckendes Beispiel positionieren.

Cool bleiben und Nerven bewahren: Elterliche Pflichten

Mit Geschimpfe und der Streichung des Taschengelds kommen Mütter und Väter ihrem Ziel kaum näher. Wollen die Jugendlichen mit dem Glimmstängel Coolness verbreiten, müssen die Eltern nun selbige beweisen. Entspannt und dennoch zielgerichtet haben sie ihren Einfluss auf die Heranwachsenden geltend zu machen.

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Titelbild: ©iStock.com/AdamGregor

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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