Nachhilfe: Alleine, mit Lehrer oder im Internet?

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Manchmal klappt es in der Schule einfach nicht so, wie es soll. Die Lehrkräfte schaffen es nicht, den Stoff adäquat zu vermitteln, die Kinder kommen mit dem Lernen nicht nach, der Stundenplan ist zu voll gepackt, oder es gibt einfach mal einen Durchhänger. Gründe, warum Nachhilfe nötig ist, gibt es viele. Es gibt auch viele verschiedene Möglichkeiten, Schulstoff nachzuarbeiten: alleine, mit Hilfe der Eltern, online oder in der Nachhilfeschule.

Wie groß ist das Defizit?

Abhängig davon, wieviel Stoff nachgearbeitet werden muss, was genau versäumt wurde, und wieviele Fächer betroffen sind, ist natürlich auch nicht die eine Art von Nachhilfe das einzig Wahre, sondern es kann differenziert werden. Wurde wenig Stoff verpasst, beispielsweise aufgrund einer Woche Krankheit, kann der alleine mithilfe von Selbststudienmaterialien zu Hause nachgearbeitet werden. Wenn ein Thema nicht ganz verstanden wurde, das den Eltern aber geläufig ist und das einfach nur noch eine zusätzliche Erklärung braucht, können das die Eltern zu Hause gut übernehmen – natürlich auch nur mit den entsprechenden Materialien dabei.

Falls ein komplexer Sachverhalt über einen längeren Zeitraum nicht verstanden oder der Unterricht ganz versäumt wurde, ist professionelle Hilfe oft das Beste. Nachhilfelehrer und -lehrerinnen, die nach Hause kommen, können in Zusammenarbeit mit der Schule helfen und nacharbeiten. Sind die schulischen Leistungen insgesamt eher schlecht, fehlt die Motivation zum Lernen und kommen dann noch Verständnisprobleme dazu, ist ein umfassend arbeitendes Nachhilfeinstitut, das mehrere Fächer abdeckt, eine große Hilfe.

Keine reine Kostenfrage, aber doch ein finanzieller Aspekt

Spätestens seit die Khan-Akademie online gegangen ist, sind kostenlose Tutorials für Bruchrechnen, fortgeschrittene Geometrie, Vererbungslehre, Latein Grammatik und andere Fächer und Themen selbstverständlich. Lernen am Computer, mit zum Teil sehr gut gestalteten Lernvideos, ist selbstverständlich – und es kostet nichts. Produziert werden die Videos von Studierenden, Nachhilfelehrkräften, Lehrern und Lehrerinnen sowie anderen Profis. Das einzige Problem ist: Wie findet man ein gutes Lernvideo? Einfach mal googeln ist in den meisten Fällen nicht gut, denn auf den ersten Blick fällt es schwer, didaktisch gut aufbereitetes Material von Laienvideos zu unterscheiden.

Besser ist, man holt sich Tipps und Ratschläge von Lehrkräften und auf Online-Lernplattformen, wie z.B. hier. Das Video alleine wird aber in den meisten Fällen nicht ausreichen – Übungsmaterial ist eigentlich immer nötig.  Manche Lehrkräfte stellen ihren Schülern und Schülerinnen auf Anfrage kostenlos Zusatzmaterialien zur Verfügung. Ist das nicht der Fall, müssen die Eltern ran. Die Lehrbuchverlage bieten ebenfalls Selbststudien- und Übungsmaterialien an.

Video: Was ist TheSimpleClub? – Die coolste Nachhilfe Deutschlands

Was können Nachhilfelehrer, was die Eltern nicht können?

Erst einmal ist der Schulstoff, der heute durchgenommen wird, zu Schulzeiten der heutigen Elterngeneration gar nicht oder anders unterrichtet worden. Dazu kommt, dass die Schulzeit eben doch schon eine Weile her ist und vieles nicht mehr gekonnt wird. Das ist kein Angriff auf die Eltern, denn selbstverständlich darf man das, was man nie anwendet oder benötigt, getrost wieder vergessen. Und dann kommt da noch das Autoritätsproblem dazu: Eltern sind Eltern, und Lehrkräfte sind Lehrkräfte.

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Je jünger die Nachhilfelehrer und -lehrerinnen sind, desto eher finden sie Zugang zu Kindern und Jugendlichen. Denn die eigene Schulzeit ist noch nicht so lange her, man beherrscht die Jugendsprache, wird als cool wahrgenommen und allein darüber schon ganz natürlich akzeptiert. Der alte Nachbar, der vor zwanzig Jahren Gymnasiallehrer war, hat dagegen ein Imageproblem. So wie die Eltern.

Individuell zugeschnittene Hilfe, die ankommt

Nachhilfe muss in erster Linie auf die Bedürfnisse des Kindes zugeschnitten sein. Die besten Selbststudienmaterialien helfen nichts, wenn die Bücher nicht verstanden werden und die Motivation zum Lernen fehlt. Umgekehrt ist das teuerste Nachhilfeinstitut Quatsch, wenn das Kind einfach nicht hingehen will oder mit den dortigen Lehrkräften nicht klar kommt. Es gilt also, nicht nur die schulischen Defizite in Betracht zu ziehen, sondern auch die Wünsche und Lernansprüche des Kindes. Nachhilfe ist immer eine individuelle Sache.

Titelbild: © istock.com – Artfoliophoto

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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