Die U7A Untersuchung – was Kinder können müssen

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Ärztin untersucht Kind
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Im 4. Lebensjahr eines Kindes sind verschiedene Entwicklungsschritte zu meistern. Zur Abklärung gehen Eltern mit einem 34-36 Monate alten Kind zum Kinderarzt.

Die Welt der Dreijährigen

Kinder sprechen mit drei Jahren in der Ich-Form. Sie teilen mit, was sie wollen und natürlich auch, was sie nicht mögen. Etwas alleine schaffen ist ein wichtiger Entwicklungsschritt. Treppen steigen, toben, springen, der Bewegungsdrang ist groß.

In Gruppen finden Kinder ihren Platz und sammeln soziale Erfahrung. Ohne Eltern mit Gleichaltrigen spielen sind erste Schritte in ein selbständiges Leben.

Im Spiel erfahren Kinder viele neue Wörter und lernen anderen zuzuhören. Reime und Lieder helfen ihnen bei der Entwicklung ihrer Sprache. Rollenspiele mit Freunden trainieren Ausdrucksvermögen und Sozialverhalten.

Klarheit und Konsequenz der Eltern helfen Kindern, langfristig Sicherheit zu erfahren. Ein bestimmtes, freundliches Nein erhöht zwar kurzfristig nicht die Beliebtheit, aber die Verlässlichkeit.

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Was die Früherkennungsuntersuchung U7A beinhaltet

Bestandteile der Untersuchung sind Körpergröße, Gewicht und Kopfumfang. Zudem sieht sich der Arzt die Haut an. Was fällt auf? Hat das Kind eine gesunde Hautfarbe?

Der Arzt untersucht vorsichtig die Organe, also Leber, Milz und Geschlechtsorgane. Hört er Herzgeräusche und schlägt das Herz etwa 70 bis 120 Mal?

Was ist mit der Lunge und der Atmung? Erschwertes Atmen ist ein mögliches Anzeichen für Mandelschwellung oder Mittelohrentzündung.

Das würde das Hören des Kindes beeinträchtigen und den Hörtest beeinflussen. Ein Sehtest liefert Anhaltspunkte für eine gesunde Entwicklung oder für eine weitere Abklärung beim Augenarzt.

Denn eine früh erkannte Fehlsichtigkeit erhöht die Chancen einer guten Korrektur. Der Arzt betrachtet auch die Milchzähne und das Kiefergelenk.

Die Stellung der Knochen und Gelenke liefern Anzeichen für eine ausgeglichene Beckenstellung und die physiologische Krümmungder Wirbelsäule.

Die gesunde Form und Stellung der Füße und Beine zählen dazu. In Sprachspielen ermittelt der Arzt den sprachlichen Ausdruck und die sozialen Fähigkeiten des Kindes. Wie teilt es sich mit? Kann es gut zuhören?

Was passiert beim Sprachtest und was müssen Kinder können?

  • Aussprache und Sprechweise des Kindes hören
  • Wortschatz mittels standardisiertem Sprachtest prüfen
  • Sätze mit bis zu fünf Wörtern bilden lassen
  • Körperhaltung, Gesichtsausdruck und Gesten bei mehrsprachiger Erziehung oder bei spätem Sprechbeginn beobachten

Welche fein- und grobmotorischen Bewegungen müssen Kinder können?

  • Deckel schrauben
  • Einfaches Puzzle zusammensetzen
  • Balancieren auf einer geraden Linie
  • Hüpfen auf einem Bein

Wie Eltern die Entwicklung begleiten können

Neben der Untersuchung berät der Arzt die Eltern zu verschiedenen Themen. Wie können Eltern bei der Sprachentwicklung helfen? Freundlich und kindgerecht auf die vielen Fragen antworten. Sprechen lernen braucht Zeit und passiert von Kind zu Kind unterschiedlich schnell.

Unterstützung brauchen Kinder, wenn sie sehr wenig Interesse an Liedern und Vorlesen haben oder sehr langsam mit vielen Fehlern sprechen. Medien sind nur in Begleitung und in geringer Dosis sinnvoll. Altersfreigaben sind leider keine nützliche Richtlinie.

Daher ist es wichtig, dabei zu sein und die Reaktionen des Kindes zu verfolgen. Maximal eine halbe Stunde am Tag ist bis zum Alter von 5 Jahren genug.

Beim Thema Ernährung und Bewegung sind Eltern Vorbild. Bei Zahnpflege und Sonnenschutz helfen Zahnarzt und Apotheker weiter.

Die U7A sieht bereits die zweite Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken vor. Informationen dazu erhalten Eltern bei der STIKO, der Beratungsstelle am Robert-Koch-Institut.

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Mädchen Ratgeber

Mit der U7A Vorsorgeuntersuchung startklar ins 4.Lebensjahr

Die U7A zählt zu den Pflichtleistungen der Krankenkasse. Ziel ist, Entwicklungsauffälligkeiten zwischen dem 34.-36. Lebensmonat früh zu erkennen. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit sind die Schwerpunkte eine altersgerechte Sprachentwicklung und die frühzeitige Erkennung von Sehstörungen. Eltern können so ihr Kind zeitnah fördern und unterstützen oder Hilfen in Anspruch nehmen.

Titelbild: ©iStock – ronstik

 

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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