Damals war alles besser! Täuschung oder Tatsache?

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Es gibt zwei Redensarten, die widersprüchlicher nicht sein können. „Unsere Kinder sollen es einmal besser haben“ und „Damals war alles besser“.

Was war damals wirklich alles besser?

Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Daher ist es wichtig, sich stets nur die Fakten vor Augen zu führen. Auch der Blickwinkel des Betrachters spielt dabei eine große Rolle. Fakt ist, dass in der ehemaligen DDR das Leben von staatlicher Seite geregelt wurde. Niemand musste sich um die Beaufsichtigung seiner Kinder sorgen und jeder hatte Arbeit.

Als Deutschland noch eine geteilte Nation war, gingen viele Menschen auf die Straße. Sie wollten die Vorteile der westlichen Welt in Anspruch nehmen und protestierten gegen das Regime. Heute hört man von ihnen häufig den Satz: „Damals war alles besser“. Sie vergessen häufig, dass sie in der Vergangenheit nicht reisen durften und auf ein neues Auto monatelang warten mussten. Bananen und andere Südfrüchte bekamen sie, wenn überhaupt, nur äußerst selten.

Video: Früher war alles viel besser — Doktor Allwissend

Freiheit bedeutet immer auch Verantwortung

Wer sagt: „Damals war alles besser“, denkt vielleicht daran, dass die Grenzen innerhalb Europas noch kontrolliert wurden, und die DM unsere Währung war. Viele sehnen sich nach den guten alten Zeiten zurück, obwohl sie diese noch gar nicht erlebten. Sie lauschen den Berichten ihrer Eltern und Großeltern und häufig auch auf die Reden von Populisten.

Das Schengener Abkommen war ein Meilenstein in der Geschichte der Europäischen Union. Kontrollen an den Grenzen fielen weg und jeder darf seitdem ohne Kontrollen durch Europa reisen. Keine Frage, das Abkommen war auch für Verbrecher willkommen und Diebesbanden nutzen diese Freiheit für ihre Zwecke. Aus dem Grund wurden erneut Kontrollen eingeführt, die dem Schutz der Bevölkerung dienen.

Was war damals wirklich besser?

Vor Jahren galt die Großfamilie als normal. Großeltern, Eltern und Kinder lebten gemeinsam in einem Haushalt und es gab nur wenige Seniorenheime. Wer hier hinterfragt, stellt rasch fest, dass die nach außen so glückliche Familie absolut nicht zufrieden war. Oft wurden die Eltern nur im eigenen Heim gepflegt, weil das Geld für den Platz im Heim nicht vorhanden war. Die Hauptarbeit blieb an den Frauen hängen und viele von ihnen waren ihren Aufgaben nicht gewachsen.

Im Jahr 1995 wurde die fünfte Säule der Sozialversicherung eingeführt. Das war die Pflegeversicherung. Sie schützt alte und behinderte Menschen vor der Armut und erlaubt ihnen, dass sie in einer Einrichtung professionell gepflegt werden können. Wer zum Beispiel im Jahr 1982 ein schwerstbehindertes Kind pflegen musste, war mit den Kosten alleine. Erst mit dem Inkrafttreten der gesetzlichen Versicherung wurde den Betroffenen geholfen.

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Damals war alles besser?!

Die Sehnsucht nach Nostalgie beschäftigt die Menschen immer wieder. Sie richten ihre Wohnung im Shabby Chic ein und machen Urlaub im Heubett oder im Baumhaus. Dass diese Erlebnisse nur begrenzt sind und sie sich danach wieder im bequemen Umfeld des Alltags bewegen können, vergessen sie dabei häufig. Nutzen wir die Errungenschaften unserer Väter und Mütter und freuen uns daran. Den Lauf der Zeit kann niemand aufhalten.

Titelbild: ©istock – Metaphortography

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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