XXL Familie – Wie sich der Alltag in einer Großfamilie gestaltet

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XXL Familie
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Familien mit drei Kindern und mehr gelten in bundesdeutschen Breiten als ungewöhnlich. Wie das Leben mit vielen Sprösslingen gemeistert werden kann und welche Anforderungen dabei auf Eltern und Kinder warten, ist den meisten Menschen nicht bewusst.

Von Vorurteilen und dem großen Glück des Kinderreichtums

Haben die denn keinen Fernseher? lautet eine häufig gestellte und abwertende Frage, mit der sich Großfamilien auseinander setzen müssen.

Kinderreiche Haushalte gelten dieser Tage als asozial und werden bedingt durch einschlägige Fernsehberichterstattungen in die bildungsferne Ecke gestellt.

Zweierlei Familientypen entscheiden sich am häufigsten für viele Nachkommen: Gutsituierte Haushalte, die seit Generationen zum Geldadel gehören und so die Zukunft des familieneigenen Unternehmens sichern wollen und Eltern mit Migrationshintergrund.

Stammen Mutter und Vater aus Ländern, in denen Kinderreichtum zum guten Ton gehört, entscheiden sie sich auch hierzulande für viele Sprösslinge.

Egal was zur Gründung einer Großfamilie beigetragen hat – fehlende Spielkameraden, Langeweile und abstinenter familiärer Zusammenhalt sind in solchen Haushalten Fremdworte.

In keinem anderen Familienverband ist die Bereitschaft füreinander da zu sein und anderen zu helfen größer als in XXL-Familien. Braucht ein Geschwisterkind Hilfe bei den Hausaufgaben, kann es sich immer an ältere Brüder oder Schwestern wenden.

Organisation und Arbeitsteilung: Gute Planung ist alles!

Als Mutter oder Vater einer Großfamilie braucht es gute Nerven, Improvisationskünste und Organisationstalent. Das beginnt schon beim morgendlichen Wecken. Pausenbrote wurden bereits am Vorabend geschmiert und auch die Schulranzen parken in Reih und Glied.

Unordnung und Schlampigkeit gehen in einer Großfamilie überhaupt nicht. Alle Kinder lernen früh Verantwortung zu übernehmen und ihre persönlichen Dinge allzeit aufzuräumen. Auch darf von ihnen verlangt werden, abhängig vom Alter natürlich, im Haushalt mitzuhelfen.

In Ein-Kind-Familien erscheint dies oft unnötig. Die Kinder brauchen den Eltern nicht zur Hand zu gehen und sind deshalb manchmal überaus verwöhnt. Sprösslinge einer großen Familie wissen wie wichtig es ist, Mama und Papa unter die Arme zu greifen.

Das morgendliche Ankleiden der Kleinsten kann auch von der 14jährigen Tochter übernommen werden und es ist gewiss nicht zu viel verlangt, räumt und schaltet der 10jährige Sohn die Spülmaschine regelmäßig ein.

Finanzielle Belastungen und große Emotionen

Kinder kosten Geld. Dies sollten Eltern, die vorhaben eine Großfamilie zu gründen, bedenken. Braucht es für ein Kind einmal Essen, Trinken, Kleidung und Taschengeld, verlangen vier Nachkommen den vierfach höheren Betrag.

Auch müssen Mama und Papa sich darüber bewusst sein, dass ihre Kinder ihnen außerdem in emotionaler Hinsicht viel abverlangen werden. Damit alle Kinder gleich zu behandeln, wären sie schlecht beraten. Auch in einer Großfamilie meint jedes Kind ein Individuum mit ganz persönlichen Bedürfnissen und Interessen.Großfamilie

Die einen brauchen mehr, die anderen weniger Aufmerksamkeit. Kuscheln, bei den Hausaufgaben helfen oder gemeinsam musizieren oder Sport treiben – die Anforderungen sind so verschieden wie die Kinder.

Dennoch sollte es für alle die Möglichkeit geben, Privatsphäre zu genießen und Mutter oder Vater auch einmal für sich zu wissen.

Geschwisterstreitigkeiten können Eltern getrost ignorieren und unternimmt die gesamte Familie am Wochenende einen Ausflug, stehen ihnen die ältesten Geschwister sicherlich gerne und tatkräftig zur Seite.

Mädchen Ratgeber

Nicht immer einfach und doch von Vorteil

Wie alle Familienkonstellationen birgt eine Großfamilie positive und negative Aspekte. Sind Mama und Papa selbst in einem vielköpfigen Familienverband aufgewachsen, werden sie die Nestwärme zu schätzen wissen. Platzmangel, scheele Blicke und begrenzte finanzielle Mittel gehören zu den Nachteilen, doch auch mit jenen sind die Familienmitglieder niemals alleine!

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Titelbild: © iStock.com/TatyanaGl
Textbild: © iStock.com/Zurijeta

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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