Bewerbung nach der Elternzeit – Tipps und Hinweise

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Elternzeit Mutter Arbeit
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Bewerbungen nach Unterbrechungen im Berufsleben stellen immer eine gewisse Herausforderung dar. Auch bei einer Bewerbung nach Ablauf der Elternzeit ist dies nicht anders. Noch mehr als im Regelfall spielen Inhalt und Gestaltung der Bewerbung eine große Rolle, wenn die Weichen für einen erfolgreichen Wiedereinstieg in das Berufsleben gestellt werden.

Unterbrechungen und Lücken im Lebenslauf – Risiko und Chance zugleich

In den Köpfen vieler Bewerber haben Zeiten im Lebenslauf, die nicht mit regulärer Ausbildung oder Arbeit ausgefüllt worden sind, immer noch einen negativen Anstrich. Auch bei manchen Führungskräften hält sich dieses längst nicht mehr zeitgemäße Vorurteil recht hartnäckig. Betroffen sind etwa Zeiten von Arbeitslosigkeit, Orientierungszeiten nach Schule und Studium und eben auch die Elternzeit. Dabei bieten diese scheinbaren Brüche in der Vita auch große Chancen, bestimmte persönliche Qualitäten ins rechte Licht zu rücken. Es wäre daher falsch, die Unterbrechungen wegzulassen oder den Lebenslauf mit nicht zutreffenden Angaben aufzufüllen. Tricksereien dieser Art werden regelmäßig schnell durchschaut und erschüttern die Glaubwürdigkeit des Bewerbers nachhaltig. Angemessen ist es vielmehr, die in und mit diesen Zeiten verbundenen Erfahrungen und persönlichen Qualitäten offen und professionell direkt als eigene Stärken darzustellen. Oft sind gerade vermeintliche Leerzeiten mit einem Zugewinn an Lebenserfahrung und Softskills verbunden.

Mütter und Väter – Softskills, Lebensplanung und Kinderbetreuung

Wer könnte Qualitäten wie etwa Flexibilität, Belastbarkeit, Teamfähigkeit und Geduld besser unter Beweis stellen als Eltern kleiner und größerer Kinder? Alle genannten Eigenschaften sind in der heutigen Zeit in Unternehmen sehr willkommene Eigenschaften potentieller Arbeitnehmer. In Zeiten ständigen Wandels sind gerade Stressresistenz und die Fähigkeit, auf permanent wandelnde Herausforderungen zu reagieren, neben fachlichen Kenntnissen Kernkompetenzen. Man kann bereits im Anschreiben zur Bewerbung auf diese persönlichen Stärken hinweisen, die andere Bewerber eventuell eben nicht per se mitbringen. Daneben können Eltern bei der Bewerbung auch damit punkten, dass ihre Familienplanung abgeschlossen ist. Überhaupt eine Lebensplanung zu haben, spricht ebenfalls für einen Charakter, der weiß, was er will.

Video: Vorstellungsgespräch – Die 20 wichtigsten Fragen und Antworten zum Bewerbungsgespräch

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Dabei sollte idealerweise schon in der Elternzeit selbst, etwa durch kleine Weiterbildungen oder mit dem Besuch fachlich relevanter Seminare gezeigt werden, dass man vornherein geplant hatte, ins Berufsleben zurückzukehren. Gerade für Frauen ist dies sehr wichtig. Gibt es noch eine Arbeitsstelle während der Elternzeit, sollte man den Kontakt pflegen, nach Möglichkeit auch online, vielleicht sogar im Home Office vernetzt bleiben und sein Interesse an der Arbeit zeigen. So lässt sich bereits der Wiedereinstieg vorbereiten.

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Für Arbeitgeber spielt es eine große Rolle, dass der zukünftige Arbeitnehmer sein Interesse und seine Motivation für die Arbeit auch während einer Auszeit nicht verloren hat. Sehr wichtig ist auch eine ganz praktische Frage bei der Bewerbung: Um Bedenken hinsichtlich potentieller Ausfälle und Fehlzeiten zu zerstreuen, sollte auch erläutert werden, wie die Betreuung der Kinder grundsätzlich gewährleistet ist. Man kann zwar persönlich über dieses Thema denken, was man mag und die mögliche Ungerechtigkeit der Gesellschaft beim Thema Kinderbetreuung beklagen. Aus der Sicht des Arbeitgebers ist es aber unabdingbar, sich ganz grundsätzlich auf den Arbeitnehmer verlassen zu können.

Perfekte äußere Gestaltung – das A und O

Es versteht sich von selbst, dass auch eine Bewerbung nach der Elternzeit formal perfekt abzufassen ist. Dabei lohnt es sich – gerade wenn man längere Zeit nichts mit Bewerbungen zu tun hatte – sich über die aktuellen Anforderungen im Internet und durch Bücher auf den neuesten Stand bringen zu lassen. Auch formale und inhaltliche Anforderungen an Bewerbungen unterliegen dem Wandel. Außerdem ist es ein großer Unterschied, ob man sich nach der Ausbildung auf seine erste Stelle bewirbt oder aber mit einer gewissen Berufs- und Lebenserfahrung wieder in den Arbeitsmarkt eintreten möchte.

Es kann sogar angemessen sein, sich der Hilfe von entsprechenden Agenturen zu bedienen, um einen perfekten äußeren Auftritt mit den Bewerbungsunterlagen zu erreichen. Hinzukommt, dass es heute viele verschiedene Arten der Bewerbung gibt. Neben der immer noch verbreiteten rein schriftlichen Form mit ansprechend gestalteten, per Post zu übersendenden Unterlagen, erwarten viele Unternehmen auch elektronische Bewerbungen nach ihren Formularen und mit Anlagen. Empfohlener Beitrag: Zehn Regeln für die virtuelle Bewerbung.

Eine ansprechende schriftliche Bewerbung beginnt mit einem pfiffig gestalteten Anschreiben, das auf höchstens einer Seite Aufmerksamkeit weckt. Regelmäßig wird man bei dieser Art Bewerbung auch ein professionelles Deckblatt gestalten. Dabei sei es ebenfalls angeraten, sich Vorlagen und Empfehlungen anzusehen. Hier finden Sie schöne Vorlagen für das Deckblatt in der Bewerbung. Auch dem Foto kommt gerade bei einer Bewerbung im mittleren Lebensalter große Bedeutung dabei zu, Sympathie und Interesse zu wecken. Auf die professionelle Ausstrahlung kommt es an.

Selbstbewusste Eltern – hochgeschätzte Mitarbeiter

Auch und gerade Eltern können mit erworbenen und in der Praxis erprobten Softskills durch eine ansprechende Bewerbung ihre Chancen wahren und erhöhen. Insgesamt sollte das Thema Elternzeit also durchaus offensiv behandelt werden, aber in der gesamten Bewerbung einen angemessenen, nicht übertriebenen Raum einnehmen. Den zukünftigen Arbeitgeber interessieren keine Details pädagogischer Konzepte, sondern gewünscht ist ein selbstbewusster, fachlich versierter und persönlich gereifter Arbeitnehmer.

Weiterlesen: Elterngeld und Arbeitslosigkeit: ALG1 oder ALG2?

 

Foto: michaeljung © Shutterstock.com

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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