Hinweise, die helfen um ADS bei Kindern zu erkennen

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Verzweifelte Mutter mit ihrem Kind
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Statistisch gesehen sitzt in Deutschland in jeder Schulklasse mindestens ein Kind mit ADS oder ADHS. Dieses Wissen macht es für Angehörige aber nicht leichter, denn das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom ADHS und ebenso ADS erfordern einen besonderen Umgang. Zwar kann nur ein Arzt sicher ADS bei Kindern erkennen, doch die folgenden Informationen sind auch für die Angehörigen ein kleiner Leitfaden.

Zappelphilipp oder Hans guck in die Luft?

Diese beiden Geschichten beschreiben am besten, was die Wesensarten von ADS und ADHS ausmacht.

ADS beschreibt ein Aufmerksamkeitsdefizit ohne Hyperaktivität, sondern mit einer sogenannten Hypoaktivität.

Kinder mit ADS sind gerne in ihrer eigenen Welt, träumen viel und zeichnen sich durch eine häufige Unaufmerksamkeit aus.

Deshalb stolpern sie oft auch, weil sie mit ihren Gedanken überall sind, sich aber nicht auf den Weg konzentrieren können.

Es handelt sich bei einem ADS-Kind also eher um einen Hans guck in die Luft, während sich der Zappelphilipp mit ADHS und einer ausgeprägten Hyperaktivität vor Allem durch seine motorische Unruhe kennzeichnet.

Da kann das Familienessen am Tisch schnell zur Sportveranstaltung werden: Runter vom Stuhl, unter den Tisch, dreimal im Kreis und wieder hinsetzen im Minutentakt.

Das lässt die Eltern schnell verzweifeln und leider ebenso die Lehrer in der Schule. Genauso ist aber auch ein Kind mit ADS, welches das Essen oder den Unterricht einfach vergisst und dabei in seine eigene Fantasie abdriftet, nicht weniger anstrengend.

Hinweise auf ADS bei Kindern erkennen

Die Liste, was ADS-Kinder ausmacht, ist lang. Die folgende Liste dient als Anhaltspunkt, um selbst zu erkennen, ob eine Untersuchung in dieser Richtung durch einen Arzt sinnvoll ist:

  • Tagträumerei, verminderte Konzentrationsfähigkeit
  • Vergesslichkeit oder Dinge sich einfach nicht merken können
  • Gestörte Feinmotorik (z. B. häufiges Stolpern)
  • Regt sich schnell und plötzlich auf, weint viel
  • Veränderte Verhaltensweisen bei Freunden, in Schule oder Kindergarten im Vergleich zum eigenen Zuhause
  • Gespielt wird am liebsten allein oder mit einem festen Freund/in
  • Impulsivität
  • Starker Gerechtigkeitssinn Schwarz-Weiß-Denken: Entweder so oder so, aber nicht irgendwie dazwischen
  • Häufig sehr leise, undeutliche Aussprache und Verfallen in Babysprache bei extremer Unsicherheit
  • Basteln und Malen ist unbeliebt, es wird stark auf den Stift gedrücktEinnässen auch tagsüber ist oft lange ein Thema

Video: ADHS: Die 14 typischen Zeichen (Test, Doku). ADHS bei Erwachsenen & Kindern

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Wie entsteht ADS und wie wird es nachgewiesen?

ADS und ADHS, welches auch Hyperaktivitätsstörung genannt wird, sind beides Verhaltens- und emotionale Störungen. Sie entstehen meist in der Kindheit.

Nachgewiesen werden können sie erst etwa ab dem Vorschulalter zuverlässig. Zwar lassen sich Züge von ADHS und ADS bei Kindern erkennen, bevor sie in die Schule gehen.

Die Diagnostik sieht aber die Kontrolle einiger Fähigkeiten und Verhaltensweisen vor, die erst ab einem bestimmten Alter Sinn machen.

Bei der Erstellung der Diagnose wird vor allem auf die kognitiven Fähigkeiten, das Verhalten und das Steuern von Gefühlen sowie auf motorische Funktionen geachtet.

Dies muss sich bei Kindern erst ausprägen, weshalb eine frühere Diagnose auch zur Fehleinschätzung führen kann.

Kleinkinder sind meistens unruhiger als ältere Kinder, möchten nicht still sitzen, stolpern ohnehin häufiger und werden schnell weinerlich, wenn sie beispielsweise müde sind.

Das gilt es aber, von der tatsächlichen ADS-Symptomatik zu unterscheiden. Zusätzlich bietet sich eine Familien- und Schulanamnese an, ebenso eine neurologische Untersuchung.

Der zuständige Arzt wird zusätzlich andere, vergleichbare Krankheitsbilder in Erwägung ziehen und diese systematisch ausschließen.

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ADS ist komplex und nicht selbst diagnostizierbar

Eine Hyperaktivitätsstörung oder ADS kommen keineswegs selten vor. Obwohl die Ursachen noch nicht vollständig geklärt wurden, sind die Chancen eines betroffenen Kindes recht gut, ein weitgehend normales Leben zu führen. Voraussetzung dafür ist aber, dass sich Angehörige, Erzieher und Lehrer mit dem Thema eingehend beschäftigen und auf die besonderen Bedürfnisse des Kindes eingehen. Da sich als Laie zuverlässig nicht ADS bei Kindern erkennen lässt, ist es stets notwendig, einen erfahrenen Arzt damit zu beauftragen. Angaben der Eltern, ob ihr Kind zu Impulsivität, Vergesslichkeit oder ausgeprägter Unaufmerksamkeit neigen, ist aber in jedem Fall bei der Diagnose unverzichtbar.

Titelbild: © iStock – fizkes

Über den Autor

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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