Kinderwunsch und Fibromyalgie

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Hat eine Frau die Diagnose Fibromylagie erhalten, treten schnell Ängste und Unsicherheiten auf. Die Fragen, ob ein Kinderwunsch ohne Probleme verwirklicht werden kann und ob sich die Krankheit weitervererbt, stehen dann oft an erster Stelle. Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Schwangerschaft, es ist aber wichtig zu wissen, dass die Beschwerden sich in der Schwangerschaft verstärken können und dass auch der Aspekt der möglichen Vererbung zu beachten ist.

Vererbung von Fibromyalgie

Bei der sekundären Fibromyalgie besteht kein Risiko, dass diese Form vererbt wird, da sie meist eine Folgeerkrankung darstellt. Dieser Form gehen häufig systemische Autoimmunerkrankungen oder Krebserkrankungen voraus, die das Entstehen der Fibromyalgie fördern können.

Bei der primären Fybromyalgie ist bis heute jedoch nicht eindeutig geklärt, welche Ursachen wirklich hinter der Krankheit stecken. Sicher weiß man aber, dass einige Risikofaktoren den Ausbruch begünstigen können. Risikofaktoren der primären Fibromyalgie sind beispielsweise seelische Traumata, ein hoher Stresspegel oder Angststörungen. Auch weiß man, dass die Fibromyalgie in Familien gehäuft vorkommt und eine genetische Veranlagung damit sehr wahrscheinlich ist. Leider können aber keine Zahlen zur genauen Vererbungswahrscheinlichkeit genannt werden.

Die Behandlung der Symptome

Die Bewegungstherapie ist ein wichtiger Grundstein in der Therapie und bei leichten Beschwerden oft ausreichend. Auch entspannende Bewegungen, wie Yoga, Feldenkrais oder Tai Chi können bei der Bewältigung der Schmerzen helfen. Besonders in der Schwangerschaft sollte auf ausreichend Bewegung geachtet werden.

Die psychologische Unterstützung ist ein weiterer Baustein in der Behandlung chronischer Schmerzen. Die kognitive Verhaltenstherapie sollte auf jeden Fall auch in der Schwangerschaft und der Zeit nach der Geburt weitergeführt werden, um die Psyche stabil zu halten. Entspannungsmethoden, wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, das Autogene Training und Atemübungen sind ebenfalls zur Stabilisierung zu empfehlen. Für die Betroffene ist es wichtig, Hilfe während und nach der Schwangerschaft anzunehmen, um eine Verschlimmerung der Symptome zu mildern. Auch der Partner sollte fest mit eingebunden werden, um Stress zu minimieren und unterstützend wirken zu können.

Werden Medikamente eingenommen, sollten diese während der Schwangerschaft durch geeignete Präparate ausgetauscht werden oder die Medikation beendet werden. Am besten wird der bestehende Kinderwunsch mit dem behandelndem Arzt und Frauenarzt besprochen, um eventuell auftretende Probleme schnell erkennen zu können und die Behandlung anzupassen. In jedem Fall sollten bei einer eingetretenen Schwangerschaft alle mitbehandelnden Ärzte informiert werden, um eine entsprechende Therapieanpassung vornehmen zu können.

Trotz Fibromyalgie ist eine Schwangerschaft möglich

Der Kinderwunsch kann trotz der Erkrankung in Erfüllung gehen und eine Schwangerschaft ohne große Risiken ausgetragen werden. Die Symptome können sich allerdings unter der Schwangerschaft verstärken, was auch auf die vermehrte Belastung des Körpers zurückzuführen ist. Wenn Medikamente eingenommen werden, sollte der Kinderwunsch mit dem behandelndem Arzt und Frauenarzt besprochen werden, um die Medikation anzupassen. Die Psychotherapie und die Bewegungstherapie sollten auf jeden Fall weitergeführt werden, um die Psyche stabil zu halten und eventuell stärker werdende Schmerzen besser verarbeiten zu können.

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Bei Vorliegen einer primären Fibromyalgie sollte sich des Weiteren der möglichen Vererbung bewusst sein. Die genaue Wahrscheinlichkeit einer Vererbung ist allerdings schwer zu beziffern und hängt auch von den individuellen Risikofaktoren ab. Um diese genauer beziffern zu können, sollte sich an die behandelnden Ärzte gewandt werden.

Mädchen Ratgeber

Apropos Schwangerschaft!

Viele weitere Infos zum Thema Schwangerschaft gibt es in unserer Artikelserie Schwangerschaftswochen.

Bild: © Andrzej Wilusz – Fotolia.com

Über den Autor

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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