Zu wenig Schutz für Kinder: Misstände in Kinder- und Jugendheimen

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Kinderheim
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Immer wieder ist in den Medien zu hören, dass Kinder und Jugendliche in Heimen und anderen entsprechenden Einrichtungen häufig missbraucht oder misshandelt werden. In der Tat ist ein zu geringer Schutz der jungen Menschen gegeben. Allerdings zeigt sich auch, dass Meldungen wie diese die Bevölkerung nachhaltig für diese brisante Thematik sensibilisiert haben. Und so zeichnet sich an der einen oder anderen Stelle mittlerweile durchaus eine positive Entwicklung ab. Jedoch besteht nichtsdestoweniger akuter Handlungsbedarf.

Mehr Aufmerksamkeit ist gefordert

Wer an die berühmt-berüchtigte Colonia Dignidad denkt, dem läuft gewiss noch heute ein Schauer über den Rücken angesichts der häufigen Schreckensmeldungen mit Blick auf die furchtbare Behandlung kleiner und großer Kinder in der mittlerweile ausgehobenen Sektengemeinschaft. Wie sich aber immer wieder zeigt, geschehen derartige Dinge keineswegs nur im Ausland, sondern immer wieder sind Kinder und Jugendliche auch in Deutschland der Willkür Erwachsener schutzlos ausgeliefert. Dabei ist es leider vollkommen unerheblich, ob es sich bei den betreffenden Institutionen um kirchliche, öffentliche oder um private Einrichtungen handelt. Das Problem ist, dass zum einen zu wenig Kontrolle von unabhängiger Seite gegeben ist und das andererseits mit Blick auf rechtliche Aspekte schlichtweg zu wenig Handlungsspielraum gegeben ist.

Video: Wie lebt es sich heutzutage in einem Kinderheim?

Auf Kleinigkeiten achten

Schon kleine, unscheinbar anmutende Vorkommnisse oder Reaktionen von Seiten der Kinder und Jugendlichen sollten als Alarmsignal wahrgenommen werden. Sofern es tatsächlich der Fall ist, dass die jungen Menschen vernachlässigt, misshandelt oder missbraucht werden, so sind die Erwachsenen häufig in der Lage, ihre Schutzbefohlenen – in welcher Form auch immer- unter Druck zu setzen oder sie gar zu erpressen und im Zuge dessen gefügig zu machen.

Stets vor dem Hintergrund, dass die Kids – koste es, was es wolle – Stillschweigen bewahren. Entsprechend wichtig ist es, dass besagte Einrichtungen verstärkt geprüft und auch internen, „versteckte“ Kontrollen durchgeführt werden. Wer aber der Ansicht ist, dass dies ein Allheilmittel sein könnte, um in Zukunft weitere Missbrauchsfälle etc. zu verhindern, der irrt. So können Erzieher, Betreuer, Pfleger und Co., die ihren kleinen Schutzbefohlenen gegenüber keine guten Absichten hegen, zwar in ihrem Tun eingeschränkt, aber nicht gänzlich daran gehindert werde.

Zielorientiert agieren und Kids schützen

Vertrauenspersonen in Kinder- und Jugendheimen sind unverzichtbar. Jedoch sollten sie vor dem Antreten ihrer Jobs buchstäblich auf Herz und Nieren geprüft werden. Auf der anderen Seite ist in dieser Hinsicht jedoch auch darauf zu achten, diese Prüf-, Kontroll- und Vorsichtsmaßnahmen möglichst nicht zu weit gehen zu lassen. Denn dies birgt das Risiko, dass jede Kleinigkeit als „Verstoß“ gewertet und die Betreffenden mitunter gar ohne wirklichen Grund „an den Pranger“ gestellt werden. Mit fatalen Konsequenzen.

Mädchen Ratgeber
Insofern ist es ein unbedingtes Muss, diesbezüglich einen „goldenen Mittelweg“ zu finden, der zum einen die Kinder vor den nach wie vor existenten Missständen in Kinder- und Jugendheimen schützt, der aber auch Erwachsene in gewisser Weise absichert. Fragen über Fragen also, die es noch zu klären gilt.

Eine echte Gratwanderung

Trauriges MädchenKinder und Jugendliche sollten sich eines uneingeschränkten Schutzes durch Erwachsene sicher sein. Aber dennoch war schon in der Vergangenheit immer wieder von Übergriffen auf Jungen und Mädchen in Kinder- und Jugendheimen die Rede, und es wird gewiss auch noch in Zukunft so sein. Eine echte Tragödie, wobei es unerlässlich ist, adäquate Maßnahmen zu ergreifen, um die Kids in vollem Umfang zu schützen und sie sicher aufwachsen zu lassen. Nichtsdestoweniger kann es von Nachteil sein, zu vehement die Dinge in Augenschein zu nehmen und mit Verdächtigungen und Beschuldigungen gegenüber Erwachsenen zu voreilig zu sein, wenn es um Missbrauch oder Misshandlungen geht. Insofern ist diese Thematik eine echte Gratwanderung…

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Bildquelle: ©iStock.com/Squaredpixels, ©iStock.com/DmitriMaruta

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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