Wie lange dauert die Eingewöhnung im Kindergarten?

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Mutter bringt ihren Sohn in den Kindergarten
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Mit dem Kindergarten beginnt für den Nachwuchs ein ganz neuer Lebensabschnitt. Doch bei der Verabschiedung spielen sich am Anfang oft ebenso dramatische wie tränenreiche Szenen ab. Wie lange dauert die Eingewöhnung im Kindergarten eigentlich?

Der richtige Zeitpunkt für den Kindergarten

Die Grenze zwischen unproblematischer und schwieriger Ablösung von den Eltern liegt in der Regel bei drei Jahren. Doch oft können oder wollen Eltern nicht so lange warten, weil die Rückkehr in den Beruf ansteht.

Grundsätzlich sollte ein Kind nicht während der Phase des Fremdelns in Betreuung gegeben werden. Denn dann ist die Frage, wie lange dauert die Eingewöhnung im Kindergarten, eindeutig mit viel länger zu beantworten. Ein schlechter Zeitpunkt ist auch:

  • wenn ein Umzug ansteht,
  • ein Geschwisterkind geboren wird
  • oder das Kind krank ist.
Mädchen Ratgeber
Wer sein Kind sehr früh in Betreuung geschickt und dabei schlechte Erfahrungen gemacht hat, sollte trotzdem wieder einen Anlauf wagen. Denn ab dem Alter von drei Jahren setzt der emotionale Perspektivwechsel ein, der entscheidend für Sozialverhalten und die Fähigkeit, Dialoge zu führen, ist.

Berliner Modell zur phasenweisen Eingewöhnung

Eine Trennung ruft bei jedem Kind Verlustängste hervor. Wenn das Kind vorher bei einer Tagesmutter war, ist die Phase kürzer als bei einem Kind, das bislang zu Hause betreut wurde. Die meisten Kindergärten setzen ohnehin auf eine Eingewöhnungsphase.

Beim Berliner Modell ist das Eingewöhnen in drei Phasen aufgeteilt:

  1. In der ersten, dreitägigen Phase, befindet sich ein Elternteil für ein paar Stunden mit im Gruppenraum. Die Erzieherin animiert zur Teilnahme an Aktivitäten, die Anwesenheit von Mutter oder Vater im Hintergrund verleiht die notwendige Sicherheit.
  2. Ab dem vierten Tag versucht die Erzieherin, mehr Vertrauen zu dem Kind aufzubauen, Eltern verlassen den Raum für etwa eine halbe Stunde täglich, bleiben aber in der Nähe. Reagiert das Kind positiv, wird in den nächsten sechs Tagen der Trennungszeitraum immer länger.
  3. In der Schlussphase ist eine emotionale Bindung an die Erzieherin aufgebaut, trotz eventuell gelegentlich auftretendem Widerstand bleibt das Kind alleine im Kindergarten und fühlt sich wohl.

Wie lange die Eingewöhnung im Kindergarten dauert, ist von Kind zu Kind verschieden. Zwischen zwei und sechs Wochen ist alles möglich.

Trainieren für den großen Tag

Eltern können vor dem Kindergartenstart eine Menge tun, um das Eingewöhnen zu erleichtern.

Wenn das Kind für ein oder zwei Stunden von Freunden oder Oma betreut wird, fällt das Abnabeln leichter. Dem Kindergarten sollten ein paar Schnupperbesuche abgestattet werden, damit der Ort nicht ganz so fremd ist. Dadurch wird auch die Neugier geweckt, selbst ein Kindergartenkind zu sein.
Bilderbücher zum Thema machen mit der Thematik vertraut. Mit Stolz erfüllt es das Kind auch, wenn es ein Mitspracherecht beim Aussuchen von Kindergartentasche, Brotbox und Trinkflasche hat.

Wenn der große Tag naht, sollten Abschiedsszenen vermieden werden, am besten ist es, von Anfang an ein kleines, festes Ritual einzuplanen, zum Beispiel eine Umarmung oder einen Kuss. Ist das Lieblingsstofftier mit in der Tasche, kann dieser vertraute Gegenstand zusätzlich Sicherheit geben

Video: Sanft ankommen – Das Berliner Eingewöhnungsmodell

Eltern müssen gelassen bleiben

Eltern dürfen sich während der Eingewöhnungsphase nicht von einem schlechten Gewissen treiben lassen. Kontraproduktiv ist es ebenfalls, überängstlich zu reagieren und Kompetenz, Methoden und Entscheidungen der Erzieherin ständig zu hinterfragen. Auch eifersüchtige Reaktionen sind fehl am Platz, wenn das Kind anfängt, von der “Kindergartentante” zu schwärmen. Wie lange die Eingewöhnung im Kindergarten dauert kann nicht pauschal beantwortet werden, aber wenn Eltern gelassen und positiv reagieren, ist diese Phase leichter zu bewerkstelligen.

Titelbild: ©iStock.com – DGLimages

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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