Welcher Teppich ist perfekt für das Kinderzimmer?

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Babys auf Teppich
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Beim Bodenbelag für das Kinderzimmer gehen viele Eltern nach dem Design, das möglichst kindgerecht sein soll. Allerdings gilt es auch einige andere Kriterien zu beachten, damit das Kind nicht nur schön, sondern auch gesund lebt.

Gerade bei Kleinkindern sollte der Teppichboden schadstoffarm sein

Gerade Babys und auch Kleinkinder sind im Kinderzimmer viel auf dem Boden unterwegs und haben dabei auch sehr häufig direkten Hautkontakt mit dem Teppich im Kinderzimmer. Entscheiden sich Eltern für einen ungeprüften Teppich aus dem Einrichtungshaus und beachten hier lediglich das kindgerechte Design, wird das Kind schon in den ersten Lebensmonaten und -jahren verstärkt Schadstoffe einatmen, die praktisch jeder Teppichboden ausströmt.

Fakt ist, dass bei den üblichen Teppichen aus dem Möbelgeschäft oder dem Baumarkt der Schaumrücken das sogenannte Vinylchlorid ausdünstet – und das ist krebserregend! Dabei ist aber nicht nur die Schaumrückseite des Teppichbodens problematisch. Auch dann, wenn der Teppich beispielsweise großflächig verklebt wurde, atmet das Kind die Ausdünstungen aus dem Kleber noch zusätzlich beim Krabbeln und Spielen ein.

Ist jetzt auch noch eine Fußbodenheizung vorhanden, dann verstärkt sie durch die Aufheizung des Teppichs diesen Effekt noch wesentlich. Auf Kunstfasern sollten Eltern beim Kinderzimmerteppich ohnehin komplett verzichten, da dieser sich statisch auflädt und das Kind bei Berührungen von Metall umgangssprachlich schnell eine gewischt bekommt.

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Naturfasern, die nicht schadstoffgeprüft sind, stellen ebenfalls ein Problem dar

Naturfasern halten nicht nur umweltbewusste Eltern für eine ideale Lösung, was den Teppichboden für das Kinderzimmer angeht. Eigentlich ist es ja auch richtig, dass naturreine Wollteppiche – beispielsweise Schurwolle – ein sehr angenehmes Raumklima mitbringt und dass man das Kind so von unerwünschten Kunststoffen fernhält.

Fakt ist aber, dass Schurwollteppiche behandelt werden müssen, damit sie nicht von Motten befallen werden. Um das begehrte Wollsiegel zu erhalten, ist es sogar Vorschrift, dass die mottensichere Ausrüstung an den Wollteppichen vorgenommen wird. Pyrethroide sind es, die gegen den Mottenbefall schützen sollen und die auf die Teppiche einwirken.

Diese Stoffe werden weniger über den Hautkontakt, allerdings dafür umso mehr über die Atmung aufgenommen. Problematisch ist auch, dass sich Pyrethroide im Fettgewebe anlagern und somit vom Körper längerfristig gespeichert werden. Generell sind beim Menschen zwar keine Vergiftungen durch diesen Stoff zu erwarten, Ergebnisse zu Langzeitstudien, was den direkten Kontakt mit Kleinkindern angeht, liegen allerdings nicht verlässlich vor.

Worauf sollten Eltern also beim Teppichboden für das Kinderzimmer achten?

Wenn der Teppichboden für das Kinderzimmer angeschafft werden soll, sind Naturwarenanbieter die optimale Wahl, denn hier wird auf die Behandlung mit schädlichen und toxischen Stoffen verzichtet. Das TÜV-Umweltsiegel belegt bei diesen Anbietern zudem die umweltfreundliche und damit auch kindersichere Ausstattung der Teppichböden.

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TÜV-Umweltsiegel

Das TÜV-Umweltsiegel bietet im Rahmen der Öko-Siegel die strengsten Schadstoffprüfungen. Allerdings ist nicht jedes Naturmaterial für den Kinderzimmerboden perfekt geeignet. Gerade raue Materialien wie Sisal sind zu hart für das Kinderzimmer und bringen beim Krabbeln und auf dem Boden spielen schnell wunde Hautstellen mit sich. Das Material sollte also auch für Kleinstkinder optimal ausgewählt werden, sehr weich sein und angenehme haptische Eigenschaften beim Spielen und Krabbeln auf dem Boden mitbringen. Feste Materialien sind robust und langlebig – aber eben nicht kinderhautfreundlich.

Beim Kinderzimmerteppich sollte die Optik nicht im Vordergrund stehen

Ein schöner und kindgerecht gestalteter Teppich ist im Kinderzimmer sehr ansprechend. Allerdings sollten Eltern sich nicht ausschließlich von der Optik leiten lassen und anstelle dessen die Gesundheit des Kindes in den Vordergrund rücken. Naturmaterialien mit TÜV-Umweltsiegel sind schadstoffbelasteten aber bunten Kunststoffteppichen immer vorzuziehen.

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Bildquelle: ©iStock.com/anatols

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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