Was tun bei fremdeln? – Wenn der Nachwuchs nur Mama und Papa traut

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Kind versteckt sich schüchtern hinter Eltern
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Auch wenn Eltern das klammernde und abweisende Verhalten ihres Kindes gegenüber Dritten unangenehm ist: Die Fremdel-Phase ist ein Zeichen von Reife und an sich ein völlig normales Verhalten. Mithilfe von ein paar Tipps & Tricks können Eltern lernen, entspannt auf das Misstrauen ihres Kindes zu reagieren und wissen bald in jeder Situation, was zu tun ist bei Fremdeln.

Fremdeln – was ist das überhaupt?

Mit dem Eintritt in die Fremdel-Phase kann ein Baby ab dem 8. Monat zwischen Bekannten und Unbekannten unterscheiden („Achtmonatsangst“) und hat Mama und Papa zu seinen engsten Bezugspersonen auserkoren. Das Fremdeln, das seinen Höhepunkt im zweiten Lebensjahr hat, nimmt ab dem 3. Lebensjahr wieder ab. Typisches Verhalten fremdelnder Kinder:

  • Versteifen und ängstliches Anstarren „fremder“ Personen
  • „Kleben“ an engsten Bezugspersonen
  • Kontaktverweigerung
  • Das Kind weint und schreit
  • Schlechte Laune bei Anwesenheit anderer Personen

Fremdeln ist kein Ergebnis falscher Erziehung! Innerhalb dieses Entwicklungsschrittes lernt das Kind nicht nur Vertrautes von Fremdem zu unterscheiden, sondern auch von einem blindem Vertrauen hin zu einem gesunden Misstrauen gegenüber fremden Personen zu wechseln. Diese neu erwachten Ängste sorgen nun dafür, dass das Kind stets in der Nähe seiner vertrauten Bezugspersonen bleibt. Gut so!

Regel Nummer 1: Volle Rückendeckung!

Was tun bei Fremdeln? Diese Frage stellen sich Eltern, wenn sich das Kind an seine Bezugspersonen klammert, als seien sie eine Rettungsinsel. Ohne Zwang und mit voller Rückendeckung sollten Eltern als „Anwalt“ ihres kleinen Schützlings dessen Ängste vorbehaltlos verteidigen. Das Kind sollte weder aufgefordert werden, freundlicher zu sein, noch dazu gezwungen werden, dem Gegenüber die Hand zu geben.

Das Kind möchte Oma keinen Kuss geben? Dann muss es das auch nicht. Auch ein Kind, das gegen seinen Willen auf den Arm einer anderen Person gereicht wird, verliert im schlimmsten Fall das Vertrauen in seine Eltern als sicheren Hafen.

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Sorgen ernst nehmen!

Wichtig: Eltern sollten die Ängste des Kindes ernst nehmen und diese niemals ins Lächerliche ziehen oder mit Bestrafungen reagieren. Versteift sich das fremdelnde Kind und weiß in der aktuellen Situation augenscheinlich nicht, wie es sich verhalten soll? Dann dürfen Eltern es auch aus der „brenzligen“ Situation befreien, indem sie es kurzerhand auf den Arm nehmen.

Entspannt durch die Fremdel-Phase

Grundsätzlich gilt: Einem fremdelnden Kind sollte am besten etwas Zeit zugestanden werden, um von sich aus Kontakt zu der ihm unbekannten Person aufzunehmen.

Um gut durch die Fremdel-Phase zu kommen, ist es sinnvoll, die betreffende Person über das völlig normale Verhalten des Kindes aufklären. So fühlt sich das „abgewiesene“ Gegenüber nicht vor den Kopf gestoßen und wird der Bitte, eine gewisse Distanz zum Kind zu halten, sicherlich nachkommen. Auch enttäuschte Großeltern, die vom Fremdelkind abgewiesen werden, müssen sich in Geduld üben und dürfen ganz ohne Schuldgefühle auf bessere Zeiten vertröstet werden.

Gut zu wissen: Das Fremdeln geht früher oder später von allein vorüber.

Auch wenn Dauer und Intensität des Fremdelns von Kind zu Kind variieren, muss die Fremdel-Phase ausgesessen werden. Für ihr geduldiges Engagement werden Mama und Papa auf jeden Fall belohnt – mit tiefer Zuneigung und absolutem Vertrauen.

Fremdeln als Zeichen von Reife

Eltern, die das Fremdeln ihres Kindes als gesundes Misstrauen gegenüber Fremden und eine pfiffige Kindersicherung der Natur ansehen, wissen genau, was zu tun ist bei Fremdeln und können ihren Schützling entspannt durch diese wichtige Entwicklungsphase begleiten. Dann wird aus dem verschreckten Angsthäschen schon bald wieder ein fröhlicher Wonneproppen!

Titelbild: ©istock – NiDerLander

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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