Plötzlicher Kindstod: Ursachen, Risiken und Präventionsmaßnahmen

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Plötzlicher Kindstod: Ursachen und Prävention
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Wenn das eigene Baby plötzlich und unerwartet stirbt, steht die Familie von der einen zur anderen Sekunde in einer tragischen Katastrophe. Was sind die Ursachen für den plötzlichen Kindstod und welche Präventionsmaßnahmen gibt es, um das Leben des Kindes zu schützen?

Was bedeutet plötzlicher Kindstod?

Bei dem plötzlichen Kindstod handelt es sich um das unerwartete Versterben des Säuglings bzw. Kleinkindes. Der Begriff wird aus der englischen Sprache auch als Sudden Infant Death Syndrome, kurz SIDS (>>Fachartikel in der PZ) bezeichnet. Bezeichnend für den plötzlichen Kindstod ist das Fehlen vorheriger Krankheitsanzeichen.

Das Kind ist kerngesund und verstirbt in der Nacht oder dem Mittagsschlaf. In Deutschland verstarben im Jahr 2005 323 Säuglinge an SIDS, in Österreich waren es im gleichen Jahr 31. 80 Prozent der registrierten Todesfälle ereigneten sich in den ersten sechs Lebensmonaten. Damit gehört der plötzliche Kindstod zur häufigsten Todesursache im ersten Lebensjahr.

Ursachenfindung für SIDS

Die Ursache für den Säuglingstod ist weitgehend unbekannt. Gerade im Hinblick auf fehlende Symptome im Vorfeld ist es schwierig, das Phänomen deutlich zu erklären. Theorien gibt es bis heute jede Menge, doch keine davon bringt Gewissheit. Beginnend von Schadstoffen in den Spielmatten und Matratzen, über den gestörten Blutfluss oder allergische Reaktionen, die wieder zu Giften im Bett führen, legt keine der Theorien eine vollständige Erklärung ab.

Fast sicher ist, dass das Rauchen der Mutter das Risiko für das Neugeborene um ein Vielfaches erhöht. Auch die körperliche Verfassung wird als Risikofaktor in Betracht gezogen. So verstarben Babys am Erbrochenen, hatten zuvor Durchfall oder waren durch andere Krankheitssymptome geschwächt. In den Niederlanden wurde herausgefunden, dass die Teilung vom Elternbett und dem Baby das Risiko für den plötzlichen Kindstod ebenfalls erhöht. Andere Forscher aus den USA wollen hingegen das komplette Gegenteil herausgefunden haben – so erhöht das Schlafen im elterlichen Bett den plötzlichen Kindstod.

Keine Symptome beim plötzlichen Kindstod

Die Tatsache mag viele Eltern erschrecken: Es gibt keine Symptome, die den Säuglingstod ankündigen. Der stille Tod kommt ohne Vorboten. Ein kleines Indiz zeigt, dass die Kinder oft in Bauchlage gefunden werden und friedlich eingeschlafen sind. In den ersten Lebensmonaten ist die Gehirntätigkeit noch nicht vollständig ausgebildet, was dazu führt, dass das Kind kurze Atempausen haben kann. In solchen Fällen ist absolute Aufmerksamkeit geboten. Aus der Tatsache heraus, dass es keine festzumachenden Symptome gibt, sollten Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, die das Risiko des plötzlichen Kindstodes erheblich reduzieren.

Video: Tipps zur Prävention

Ganz einfache Ursachen für das SIDS, die Mütter und Väter in der Hand haben, gehören auch gleichzeitig in den Bereich der Prävention:

  • Das Baby sollte in einem Schlafsack schlafen und nicht unter einer Decke, die es sich im Schlaf über den Kopf ziehen kann.
  • Die Zimmertemperatur während der Schlafenszeiten bis maximal 20° einstellen.
  • Das Rauchen einstellen oder zumindest in keinem Wohnbereich rauchen.
  • Das Baby in Rückenlage schlafen lassen.
  • Kuscheltiere oder andere Gegenstände, die die Atmung behindern könnten, gehören weder in die Wiege noch in das Kinderbett. Auch das beliebte „Kuscheltuch“ gehört dazu.
  • Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie und weitere wertvolle Tipps und Hilfestellungen zu Prävention finden Sie hier.

    Eltern und Großeltern stehen der jungen Familie zur Seite

    Keine Familie sollte die Tragödie des plötzlichen Kindstodes erleben müssen. Dennoch geschehen solche Fälle – wenn auch sehr selten. Wichtig ist, dass insbesondere junge Mütter über die Risikofaktoren informiert sind – Hilfe und weitere Informationen sind zum Beispiel bei der Elterninitiative GEPS Deutschland (>>offizielle Homepage) zu finden. Jede Mutter sollte ihr Baby wenigstens 6 Monate stillen – das Stillen gehört zu einer der vorbeugenden Maßnahmen gegen SIDS.

    Mädchen Ratgeber

    Geschenkidee für sicheren Schlaf

    Hier tritt auch die ältere Generation mit Rat und Tat zur Seite: Liebevoll können sie den jungen Müttern zur Seite stehen und insbesondere auf die Risikofaktoren wie die Bauchlage beim Schlaf hinweisen. Ein sicherer Schlafsack als Geschenk zur Geburt gehört sicherlich auch zum sicheren Schlaf für das Baby.

    Bildquelle: © beerkoff – Shutterstock.com

    Über den Autor

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    Michaela Lieber

    Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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