Trennungskinder – was kurz nach der Trennung zu beachten ist

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Betrübtes Kind im Fokus mit streitenden Eltern im Hintergrund
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Schluchzen, schreien, schweigen – Kinder reagieren ganz unterschiedlich darauf, wenn ihre Eltern verkünden, dass sie sich trennen werden. Einige sind traurig, weinen bitterlich, andere hingegen werden wütend. Aber es gibt auch Fälle, bei denen die Kinder nichts sagen, es hinnehmen oder aber Mitgefühl mit den Eltern haben. Egal, wie das Kind reagiert, es ist wichtig die Kleinen trotz des eigenen Verlustes nicht hintanzustellen, sondern sich jetzt besonders intensiv um sie zu kümmern.

Neuanfang nach der Trennung

Eine Trennung fällt niemandem leicht. Neben Trauer und Schmerz plagen einen noch Einsamkeit und Zukunftsängste. Denn so richtig weiß man nicht, was gerade passiert. Ratschläge, wie man den Neuanfang nach einer Trennung meistern kann, findet man zum Beispiel in diesem Artikel im Magazin von Viversum. Denn so wichtig die Trauerphase auch ist, man sollte nicht in Selbstmitleid zerfließen und stattdessen lieber bald einen Neuanfang wagen. Gerade wenn Kinder im Spiel sind, sollte man sich auf die Kleinen konzentrieren, denn sie brauchen in solchen Zeiten besonders viel Verständnis und Zuneigung von beiden Elternteilen.

Mythos: Das gezeichnete Scheidungskind

Viele Eltern haben Angst, ihren Kindern von der Trennung zu erzählen, da sie nicht wissen, wie diese mit der großen Veränderungen umgehen werden. Außerdem hält sich das Klischee vom gezeichneten Scheidungskind hartnäckig. Jährlich gibt es rund 135.000 minderjährige Scheidungskinder. Dazu zählen nicht diejenigen, deren Eltern nie verheiratet gewesen sind. Die große Anzahl an Trennungskindern zeigt, dass es heutzutage Normalität ist, wenn die Eltern getrennte Wege gehen. Neue Studien belegen außerdem, dass die Scheidung kaum negative Auswirkungen auf die betroffenen Kinder hat.

Statistik: Anzahl der minderjährigen Scheidungskinder in Deutschland in den Jahren von 2006 bis 2014 | Statista
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Der richtige Umgang ist entscheidend

Letztendlich entscheidet nicht die Trennung allein darüber, wie das Kind sich entwickelt, sondern der Umgang der Eltern mit der schwierigen Situation. Zum einen sollte man unbedingt ehrlich gegenüber den Kindern sein, ihnen erklären, dass Mama oder Papa auszieht, aber regelmäßig vorbeikommt, um mit ihnen zu spielen und etwas zu unternehmen. Notlügen wie: „Papa ist im Urlaub/arbeitet“, bringen nichts und verlagern stattdessen das Problem. Trotzdem sollte nicht voreilig gehandelt werden. Wenn die Erwachsenen sich selbst noch unsicher sind, wie es weitergehen soll, bringt es nichts, dass Kind unnötig zu verunsichern. Die Situation sollte mit den Kleinen in Ruhe besprochen werden. Förderlich ist es außerdem, das Kind in Lösungsvorschläge für das Leben nach der Trennung einzubeziehen. Das zeigt den Kleinen, dass ihre Gefühle und Gedanken auch in schwierigen Situationen ernst genommen werden.

Routine schaffen

Wenn die erste Hürde genommen ist, geht es darum, den neuen Alltag zu meistern. Hier soll dem Kind gezeigt werden, dass es trotz Trennung auf kein Elternteil verzichten muss. Also sollte man sich am besten mehrmals pro Woche ein paar Stunden einplanen, damit eine feste Bindung bestehen bleibt.

Mädchen Ratgeber
Wenn die Kinder noch kleiner sind, sollten sie definitiv nur an einem Ort übernachten, damit die Alltagsstruktur nicht durcheinander gerät. Kinder brauchen Routine. Sie gibt ihnen Sicherheit.

Kinder sollten spätestens ab dem Vorschulalter mitentscheiden können, wie sie ihre Zeit mit den Eltern aufteilen möchten. Trotzdem sollte hier eine gewisse Routine eingehalten werden.

Weiterhin Eltern bleiben

Auch wenn man als Paar von nun an getrennte Wege gehen wird, das Elternsein verbindet die ehemaligen Partner für immer miteinander. Das Kind macht nach der Trennung eine schwierige Zeit durch und braucht demnach Unterstützung von beiden Elternteilen. Weiterhin sollte das Kind nicht in die Probleme der Eltern hineingezogen werden. Ein respektvoller Umgang ist grundlegend. Vor dem Kind sollte weder Mutter noch Vater über den Ex-Partner herziehen. In der Erziehung müssen beide weiterhin an einem Strang ziehen. Manche Kinder nutzen solche Situation gern für sich aus und spielen die Eltern gegeneinander aus. Auf Aussagen wie „Bei Papa darf ich aber bis 20 Uhr fernsehen“, sollte nicht reagiert werden. Beide Elternteile sollten sich vertrauen und unbedingt an gemeinsame Absprachen halten.

Video: Trennung der Eltern, was ist mit den Kindern? – Der Kinderarzt vom Bodensee

Fazit

Man sollte – auch wenn es schwer ist – bereit für einen Neuanfang sein und die Kinder in diesen einbeziehen: Kommunikation ist das A und O. Die Kinder müssen in die Geschehnisse um sie herum eingeweiht werden, damit sie verstehen, was eigentlich passiert. Des Weiteren ist es wichtig, dass sich beide Elternteile ausreichend Zeit für den Nachwuchs nehmen, um ihnen alles zu erklären. Der Umgang mit dem ehemaligen Partner sollte respektvoll sein. Bei der Erziehung müssen beide ein Team sein, auch wenn sie es in der Beziehung nicht mehr sind.

Titelbild: © istock.com – g-stockstudio

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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