Waldorfschule – pro und contra: Wo lernt mein Kind am besten?

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Kindererziehung Schule
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Die Waldorfschulen, zurückgehend auf den Begründer Rudolf Steiner, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Denn es sieht schlecht aus in staatlichen deutschen Schulen, Probleme wie mangelnde Inklusion, fehlende Lehrkräfte, Ausfall von Unterricht und Gewalt auf dem Schulhof sind immer wieder Thema in den Medien. Es ist nur verständlich, wenn Eltern sich nach Privatschulen umsehen – und das sind Waldorfschulen -, die besser ausgebildete pädagogische Kräfte, mehr Bildung und letzten Endes eine glückliche Schullaufbahn versprechen.

Waldorfschule: Kein Stress, kein Lerndruck

Rudolf Steiner war davon überzeugt, dass Noten Druck erzeugen. Jede Art von Leistungsevaluation nötigt Kinder, intensiv zu lernen, setzt sie unter Druck, macht Konkurrenten aus ihnen. Das ist dem Lernen nicht dienlich, sondern erzeugt im Gegenteil Angst, die Motivation und Lernerfolge blockiert. Dementsprechend wird in der Waldorfschule auf Klassenarbeiten verzichtet, Noten gibt es am Ende des Schuljahres auch nicht.

Statt dessen beurteilen die Lehrkräfte das Lernverhalten der Kinder, die schriftlichen Zeugnisse honorieren Motivation, Mitarbeit, Selbstorganisation und praktische Projekte, in deren Ausarbeitung die Kinder und Jugendlichen zeigen, was sie beherrschen.

Das basiert natürlich auf dem Lernstoff. Erst am Ende der schulischen Laufbahn, wenn es um die Abiturprüfungen geht, erfahren Waldorfschüler und -schülerinnen, was Lerndruck und Notendruck ist. Denn die Abiturprüfungen werden bei institutsfremden, staatlichen Lehrkräften abgelegt und sehen ganz genauso aus wie in der staatlichen Schule. In der Waldorfschule können die Schüler und Schülerinnen also unter recht wenig Druck im Kreis von Gleichaltrigen, die oft genug auch Freunde sind, lernen.

Interdisziplinäres Lernen, fächerübergreifend und stark vertieft

In staatlichen Schulen und in den meisten privaten Schulen sind die Schulfächer getrennt. Die Kinder lernen Mathematik, Deutsch und Englisch, Religion, Biologie, Chemie und Physik unabhängig voneinander, müssen entweder selbst Rückschlüsse über Zusammenhänge ziehen, oder sie lassen es bleiben.

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Interdisziplinärer Unterricht

In der Waldorfschule wird es etwas anders gehandhabt, hier geht man grob nach der Evolutions- und damit nach der Kulturgeschichte des Menschen aus. Im sogenannten Hauptunterricht werden die Fächer fast zweistündig jeden Morgen unterrichtet, die traditionellen Fächer Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Chemie und andere werden hier interdisziplinär und immer mehrere Wochen zu einem Thema unterrichtet.

Der darauf folgende Fachunterricht beinhaltet zwei Fremdsprachen ab der ersten Klasse, eine weitere Fremdsprache ab der fünften Klasse, Gymnastik, den handwerklichen Unterricht und die künstlerisch-musischen Fächer. Durch die Konzentration auf ein Thema im Hauptunterricht können die Kinder und Jugendlichen die jeweilige Thematik sehr stark vertiefen, sie lernen von Anfang an Hintergründe, Entwicklungen und Übergriffe in andere Wissensgebiete kennen, der Stoff wird also sozusagen intensiv vernetzt und in bestehende Erfahrungen und alltägliche Fähigkeiten eingebunden. Neurobiologisch gesehen ist das perfekt und garantiert nachhaltiges Lernen.

Video: Waldorfschule – Ökologische Erziehung

Keine Betonung der kognitiven Fähigkeiten

Während der Lehrplan der staatlichen Schulen in allen Bundesländern sehr stark an den kognitiven Fähigkeiten der Kinder orientiert ist und fast ausschließlich Leistungen auf diesem Gebiet fördert und honoriert, legte Rudolf Steiner Wert darauf, dass Kinder auch ihre künstlerisch-musischen, sozialen und handwerklichen Fähigkeiten von Anfang an gleichmäßig weiterbilden, dass sie als verantwortungsvolle, in sich ruhende Menschen reifen können.

Das spielt in der Pädagogik der Waldorfschule eine nicht zu unterschätzende Rolle. Handwerkliche Fähigkeiten werden Anfang an unterrichtet, die Kinder lernen im Laufe ihrer Schullaufbahn Schreinern, Hauswirtschaft, Schneidern, Gartenbau, Feldmessen, Spinnen und andere Fähigkeiten.

Generell wird Wert darauf gelegt, dass die Schüler und Schülerinnen sich den Lehrstoff selbst erarbeiten, Lehrbücher sind also nicht unbedingt vorgesehen. Dieses Konzept erfordert von den Kindern und Jugendlichen Neugier, Aufgeschlossenheit gegenüber Altem und Neuem, ausgeprägte soziale Interaktion und natürlich die Disziplin, selbst gesetzte Ziele zu erreichen. Die Waldorfschule ist nicht für jedes Kind die perfekte Lösung, kann aber gerade bei Kindern, die von sich aus gerne lernen, sinnvoll sein.

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Titelbild: © tobkatrina – shutterstock.com

Über den Autor

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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