Trennungsangst bei Kindern: Was Eltern gegen die Angst tun können

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Manche Kinder leiden stark, wenn sie von ihrer Bezugsperson getrennt sind – meistens handelt es sich dabei um die Eltern. Trennugsangst bei Kindern ist zwar ein natürlicher Prozess der kognitiven Entwicklung des Kindes, allerdings haben die Eltern auch Möglichkeiten, dem Kind diese Ängste zu nehmen.

Wodurch entsteht die Trennungsangst bei Kindern?

Um die Ängste des Kindes zu lindern, ist es für Eltern wichtig zu verstehen, woher diese Ängste stammen. Trennungsängste haben bei Kindern eine tief verwurzelte Ursache: Aus evolutionärer Sicht werden grundlegende Bedürfnisse des Kindes frustriert, wenn die Bezugsperson nicht vor Ort ist.

Dazu gehören vor allem Sicherheit, Schutz, Kontakt und Kommunikation. Zudem realisieren Kinder durch ihre kognitive Entwicklung erst etwa ab dem 8. Monat, dass ein Objekt auch existiert, wenn es nicht unmittelbar vor Ort ist – das wird allgemein als Grundlage für die Möglichkeit der Trennungsangst betrachtet.

Diese Ängste haben jedoch auch den Zweck, das Kind eigenständiger und selbstbewusster werden zu lassen und sind für das gesunde Wachstum daher unbedingt notwendig.

Trennungsängsten entgegenwirken: das Kind motivieren und ermuntern

Kinder können ihre Trennungsängste ganz unterschiedlich äußern. In vielen Fällen treten die Ängste jedoch auf, wenn das Kind in die Kita gehen soll, alleine im Bett schläft, es dunkel ist oder wenn sie alleine sind. Eltern wird in dieser Phase des Wachstums eine wichtige Aufgabe zuteil: Sie sollten das Kind ermutigen und es motivieren, sich der Angst zu stellen.

Das Kind darf dabei durchaus in den Arm genommen und getröstet werden, allerdings ist es sinnvoll, Vertrauen und Sicherheit durch Eigenständigkeit aufzubauen. Ein aufbauendes „Du schaffst das!“ fördert das selbstständige Handeln sowie das Selbstwertgefühl des Kindes.

So lernt das Kind, dass die Ängste unbegründet sind und kann sich damit auseinandersetzen – Mutter und Vater sind immerhin auch nach dem Kita-Besuch noch da! Vielen Eltern fällt es schwer, das Kind weinend, schreiend und scheinbar leidend zurückzulassen. Dieser Schritt ist allerdings wichtig für die weitere Entwicklung des Kindes.

Video: Trennungsangst ?! | KITA Eingewöhnung | Maylas erste Zeit als Kita Mädchen

Wenn die Trennungsangst bei Kindern pathologisch ist

In der Regel treten die beschriebenen Trennungsängsten bei Kindern im Alter zwischen acht Monaten und zwei Jahren auf. Dauern die Ängste an und werden extremer, ist es wahrscheinlich, dass es sich um ein pathologisches Problem handelt.

In diesem Fall trägt die Trennungsangst nicht mehr zur natürlichen Entwicklung bei, sondern belastet das soziale Leben des Kindes und den gewohnten Alltag des Kindes wie auch der Eltern. Wenn die Eltern sich räumlich entfernen, treten nicht selten folgende Beschwerden beim Kind auf:

  • Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Albträume, wenn das Kind alleine schlafen soll

Wenn diese oder ähnliche Symptome auftreten, dürfen Eltern keine Berührungsängste vor einer psychotherapeutischen Behandlung haben: Nur durch professionelle Hilfe kann in diesem Fall verhindert werden, dass das Kind die Trennungsängste bis in das Jugend- oder gar Erwachsenenalter mit sich trägt und lange darunter leidet. Aus der Trennungsangst bei Kindern kann sogar eine emotionale Störung beim Erwachsenen entstehen.

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Das Kind unterstützen und fördern – für Selbstwertgefühl und Vertrauen

Grundsätzlich ist die Trennungsangst bei Kindern ein natürlicher Prozess, der den Eltern im Prinzip keine Sorgen bereiten muss. Durch die Ängste lernt das Kind, mit der Trennung von den Eltern umzugehen und sich den eigenen Ängsten zu stellen.

Eltern sollten in dieser Phase unterstützend einwirken und das Kind ermuntern, alleine und selbstständig zu handeln. Nur bei krankhaften Anzeichen sollte Hilfe aufgesucht werden, um langfristige Probleme in der Entwicklung zu vermeiden.

Titelbild: ©istock – bukharova

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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