Traditionelles Familienbild – Ein ausgedientes Konzept?

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Familienbilder
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Als traditionelles Familienbild gilt in Deutschland das heterogene Ehepaar mit zwei Kindern. Die Mehrheit der Familien folgt diesem Muster. Mit um 20 % gibt es viele Alleinerziehende. Daneben entwickeln sich zunehmend andere Familienformen.

Traditionelles Familienbild und andere Lebensformen

Mehrheit von um die 70 % der Familien ist in Deutschland nach dem herkömmlichen Familienbild aufgestellt. Das zeigen Daten vom Statistischen Bundesamt für 1917. Gleichzeitig gibt es andere Familienformen:

  • Patchworkfamilie
  • Lebensgemeinschaft mit Kindern
  • Gleichgeschlechtliche Familie
  • Alleinerziehende

Unser traditionelles Familienbild hat tiefe Risse. Einen Riss verdeutlicht die steigende Scheidungsrate. 16 % der Kinder lebten 2017 bei Alleinerziehenden. Gleichzeitig kamen auf eine Scheidung nur noch 2,32 Eheschließungen.

Zunehmend mehr Kinder leben in Patchwork- und Stieffamilien. Durch neuerliche Scheidung und Verheiratung können sich diese Familien mehr als einmal verändern. Bei gleichgeschlechtlichen Eltern leben ca. 7.000 Kinder, der Anteil dürfte zunehmen.

Überwiegend handelt es bei gleichgeschlechtlichen Eltern um zwei Mütter. Viele dieser Familien finden sich statistisch bei den Lebensgemeinschaften. Dabei sinkt der prozentuale Anteil der Lebensgemeinschaften, nach dem ersten Lebensjahr der Kinder.

Allerdings geschieht das sehr häufig in Richtung Alleinerziehende, nicht in Richtung Eheschließung. Zunehmend deutlicher prägen sich neben der traditionellen Kernfamilie von Vater, Mutter, Kinder Lebensformen, die früher eine sehr geringe bis gar keine Rolle spielten.

Video: Familienglück im Wandel | w wie wissen | Das Erste

Vielfalt der Familienformen – soziale Auswirkungen

Veränderte Familienformen tragen gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung. Auch als traditionelles Familienbild hat die Familie sich verändert. Meist sind heute beide Eltern berufstätig.

Diesbezüglich unterscheidet sich die herkömmliche Familie nicht von anderen Familienformen. Damit sind Eheschließung und Familiengründung, insbesondere für Frauen, nicht mehr Voraussetzung sozialer Sicherheit.

Die soziale Sicherheit kippt allerdings dann, wenn nach der Scheidung oder Trennung ein Partner mit den Kindern alleinerziehend wird. Die Familie mit nur einem Elternteil, zum übergroßen Teil der Mutter, ist am stärksten von sozialem Abstieg und Armut bedroht.

Problematisch kann auch die Situation von Patchworkfamilien mit sehr vielen, teils mehr als fünf Kindern, werden. Bei beiden Gruppen – Alleinerziehende und Patchwork-Großfamilie – kann es mit mehreren kleinen Kindern schwierig sein.

Der Mangel an Kindergarten- und Tagespflegeplätzen vielerorts kann dazu führen, dass Alleinerziehende oder ein Patchwork-Elternteil zeitweilig aus dem Berufsleben aussteigen müssen. Mit dieser Problematik haben Regenbogenfamilien meist nicht zu kämpfen. In diesen Familien gibt es meist nur ein bis zwei Kinder.

Familiengründung verschiebt sich nach hinten

Alle Familienformen haben gemeinsam, dass sich Paare zunehmend später als früher zur Familiengründung entscheiden. Zunehmend setzten beide Partner erst auf berufliche Karriere, bevor sie sich den Kinderwunsch erfüllen.

Paare heute sind häufiger älter als 25 oder 30 Jahre. Trotz Anstiegs der Geburtenrate hat dies Auswirkungen auf die Anzahl der Kinder . Eher selten planen Paare von vornherein viele Kinder. Unweigerlich verändert auch das die demographische Entwicklung.

Fest im Beruf verankert, fällt es leichter, in der Elternzeit finanziell zurückzustecken. Häufiger als früher entscheiden sich auch Väter für ihren Anteil an der Elternzeit. Damit ist die Babyzeit nicht mehr allein Angelegenheit der Mütter.

Vor Problemen sehen auch hier wieder Alleinerziehende, für die sich mit der Mutter- oder Vaterschaft auch die beruflichen Möglichkeiten reduzieren können.  Sehr spät gegründet werden gewöhnlich Patchworkfamilien nach beiderseitigen Trennungen/Scheidungen.

Allgemein befindet sich die Familie deutlich im Wandel, sowohl bei der Rollenverteilung der Vater-Mutter-Kind-Familie wie bei anderen Familienformen.

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Traditionelles Familienbild im Wandel

Die traditionelle Familie ist nach wie vor eine starke soziale Säule in der Gesellschaft. Unsere Gesellschaft hat jedoch zunehmend auch anderen Formen der Familie geöffnet. Patchwork- oder Homo-Familie werden heute in zunehmend höheren Maß allgemein akzeptiert. Die traditionelle Familie ist kein Auslaufmodell, aber andere Familienformen drängen vermehrt in die Gesellschaft.

Titelbild: © iStock – Sinenkiy

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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