Spätschwangerschaft: Schwanger mit 42 und nun?

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Schwangere Frau in Strickjacke streichelt Bauch
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Es gibt viele Gründe, warum Frauen erst nach dem vierzigsten Geburtstag schwanger werden – manche wollen erst ein finanzielles Polster aufbauen, andere haben vorher einfach nicht den richtigen Partner gefunden, wieder andere wären gerne früher schwanger geworden, aber es hat einfach nicht funktioniert. Ganz egal, was die Gründe sind: Eine Erstschwangerschaft mit 40 oder mehr Jahren ist nicht einfach.

„Späte“ Mütter haben es oft leichter

Zuerst einmal sei klar gestellt, dass eine späte Schwangerschaft gar nicht so ungewöhnlich ist. Viele prominente Damen machen es vor, neben Nicole Kidman sind auch Christina Plate und Selma Hayek erst recht spät Mutter geworden.

Im gesetzten Alter sind Frauen lebenserfahrener, sie können einem Kind mehr Sicherheit bieten, ruhen oft in sich selbst und strahlen eine absolut harmonische Balance aus. Das tut Kindern gut, gibt ihnen den nötigen Nestschutz und das Vertrauen, das sie brauchen, um in Sicherheit und unbeschwert zu wachsen.

Video: Spätschwangerschaft ab 40

Abgesehen davon sind ältere Frauen ruhiger, sie sind Kindern gegenüber nachsichtiger und in dieser Hinsicht die besseren Mütter. Modeerscheinungen in Sachen Erziehung perlen an ihnen ab, sie haben bleibende Werte im Sinn.

Auf ihre Erfahrung aufbauend, haben es diese Mütter sehr viel leichter als junge Mütter. Auch die meist gefestigte berufliche Situation bietet Sicherheit: Finanziell ist alles „in trockenen Tüchern“, ältere Frauen können sich oft eine längere berufliche Auszeit zugunsten der Kinder nehmen. Und sie haben nicht das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn sie nicht mit Freunden ausgehen, arbeiten, feiern – sie haben diese Lebensphase schon hinter sich.

Eine späte Schwangerschaft ist Ansichtssache

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Was bedeutet „spät“?

Frauen gelten ab einem Alter von 35 Jahren als Spätgebärende und damit als Risikogruppe. Generell geht man dabei aber von Erstgebärenden aus, also von Müttern, die noch kein Kind bekommen haben. Ob die wirklich eine Risikogruppe sind, ob sie wirklich „spät“ sind, das hängt nicht allein vom Alter ab, sondern eben auch von den gesellschaftlichen Gepflogenheiten.

Wenn die Mehrheit der Frauen mit etwa 23 Jahren zum ersten Mal Mutter wird (so in den 1970er Jahren üblich), sind die, die das erst mit Ende 20 tun, spät. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Zeitpunkt im Leben der Frauen immer weiter nach hinten verschoben, so dass Frauen, die im zarten Alter von 25 Jahren ihr erstes Kind bekommen, inzwischen als junge Mütter gelten.

Biologisch gesehen gibt es damit kein Problem. Bei einer sehr späten Schwangerschaft dagegen schon, denn die Fruchtbarkeit sowie die Gesundheit der Frauen nimmt ab dem 25. Lebensjahr kontinuierlich ab. Die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, sinkt ab dem 25. Lebensjahr, umgekehrt steigt das Risiko von Fehlgeburten, von Komplikationen während der Schwangerschaft und bei der Geburt. Das Risiko, ein nicht ganz gesundes Kind zu bekommen, steigt ebenfalls.

Pro und contra müssen sorgfältig abgewägt werden

In den letzten Jahrzehnten konnten enorme Fortschritte erzielt werden, was die Pränataldiagnostik, die Behandlung von Problemen während Schwangerschaft und Geburt sowie die Versorgung von Neugeborenen angeht. Die Risiken einer späten Schwangerschaft stehen also beeindruckenden medizinischen Möglichkeiten gegenüber.

Doktor untersucht Schwangere mit Utraschall Genetische Defekte, die bei Kindern mit älteren Müttern gehäuft auftreten, können festgestellt werden, aber heilbar sind sie nicht. Die gute Betreuung von Müttern und Kindern während allen Phasen von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett stellt sicher, dass es auch den besonderen Kindern gut geht. Trotzdem entscheiden sich viele Frauen dagegen, das Kind zu bekommen, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Beeinträchtigung groß ist.

Andere Komplikationen sind nicht öfter zu erwarten als bei jungen Müttern. Probleme wie Bluthochdruck in der Schwangerschaft und Schwangerschaftsdiabetes kommen bei späten Schwangerschaften statistisch gesehen häufiger vor. Sie können abllerdings durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung zum Teil verhindert werden. Hier wird auf die größere Lebenserfahrung und das höhere Verantwortungsgefühl der älteren Frauen gebaut.

 Generell ist eine Schwangerschaft mit 42 Jahren kein Grund zur Panik, sondern – genau wie jede andere Schwangerschaft auch – ein Geschenk.

Titelbild: © KAMONRAT – shutterstock.com
Bildquelle: © Dmitry Kalinovsky – shutterstock.com

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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