Selbstständigkeit bei Kindern fördern – das können Eltern tun

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Ein Maedchen, das selbststaendig abwaescht
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Irgendwann kommt der Tag, an dem der Satz “Ich kann das schon alleine!” fällt und der die meisten Eltern wehmütig werden lässt. Bereits im Kleinkindalter werden Kinder mehr oder weniger flügge und sollten darin unbedingt unterstützt werden. Der Drang Dinge selbst zu tun ist bei jedem Kind vorhanden und mit der richtigen Unterstützung lernen die Kleinen bereits im zarten Alter viel für das spätere Leben.

Eigene Erfahrungen sind wichtig für die Entwicklung

Den Kindern genügend Freiraum einzuräumen fällt vielen Eltern anfangs schwer. Zum einen ist es schwer zu akzeptieren, dass die Kleinen nicht mehr komplett auf Mama und Papa angewiesen sind. Zum anderen sind Eltern in ständiger Sorge, dem Nachwuchs möge nichts passieren.
Das ist völlig normal, die Natur hat es vorgesehen, dass Eltern ihrem Beschützerinstinkt folgen. Aber nur bis zu einem gewissen Grad, denn irgendwann müssen Kinder eigene Erfahrungen sammeln und auch anfangen eigene Entscheidungen zu treffen.

Blaue Strümpfe statt rote, Butterbrot statt Wurstbrot oder das erste Mal eigenständig Zähne putzen – die ersten Schritte in Richtung Selbstständigkeit sind oft nicht groß, dennoch benötigt ein Kind sie um zu lernen. Natürlich passen die blauen Strümpfe vielleicht besser zum Rest der Kleidung, aber jetzt sind Eltern gefragt sich zurückzuhalten und ihr Kind auf den Weg zum Prozess zur eigenständigen Person zu unterstützen.

Die Selbstständigkeit bei Kindern zu fördern bedeutet loszulassen

Die wichtigste Unterstützung stellt dabei das sogenannte Urvertrauen dar.

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Ein Kind muss immer das Gefühl haben geliebt zu werden, egal ob seine Entscheidungen nun richtig oder falsch sind.

Ist das Butterbrot am Nachmittag noch in der Brotdose weil das Wurstbrot vom Freund im Kindergarten doch besser geschmeckt hat, sollten Mama oder Papa nicht sauer sein, sondern ihr Kind auf diese Erfahrung hinweisen, wenn am nächsten Tag das Essen für die KiTa zubereitet wird und es wieder ein Butterbrot sein soll.
Das ist natürlich die ganz einfache Ebene des Erfahrungensammelns und der beginnenden Eigenständigkeit und dennoch sind auch die Anfänge wichtig.
Die Entwicklung zur Selbstständigkeit ist in jedem Kind vorprogrammiert, die Eltern müssen nur lernen nach und nach loszulassen und die Selbstständigkeit bei Kindern zu fördern.

Video: “Generation Weichei”: Schädliche Helikopter-Eltern

Wie man die Selbstständigkeit bei Kindern fördern kann

Es ist oft eine Gratwanderung zwischen der kindgerechten Förderung der Eigeninitiative und einer zu überbehüteten Erziehung.

Manche Eltern empfinden ihr Helikopter-Verhalten gar nicht als solches und sehen es als ihre Pflicht an, dem Kind so viel wie möglich abzunehmen, schlussendlich auch deshalb, weil es Zeit und Diskussionen erspart. So ist am Morgen die Zeit knapp und das Schuhe binden dauert zu lange wenn es das Kind selbst macht oder die Treppe hinunterzugehen mit dem Kind auf dem Arm geht wesentlich schneller, als wenn man darauf wartet, dass der Dreijährige selbst die Treppen hinuntergelaufen ist.
Solche Situationen sollten vermieden werden, denn vor allem wenn Kinder danach verlangen Dinge selbstständig zu tun, sollte man sie aus welchen Gründen auch immer nicht gleich daran hindern.

Folgende Dinge können Eltern zudem tun, um die Selbstständigkeit bei Kindern zu fördern:

  • Freiräume schaffen und gewähren
  • das Kind selbstständige Dinge entdecken lassen
  • eigene Erfahrungen zulassen
  • dem Kind nicht alles abnehmen
  • kindgerechte Aufgaben übertragen um Verantwortungsbewusstsein zu schaffen
  • Loben und Vertrauen und Erfolgserlebnisse schaffen
  • auch negative Gefühle wie Wut oder Frust beim Kind zulassen
  • Mut machen wenn etwas nicht so recht geklappt hat

Auf das Leben vorbereiten ist Erziehungssache

Die Selbstständigkeit bei Kindern zu fördern fällt Eltern oft nicht leicht. Mama oder Papa tun sich schwer dem Nachwuchs Freiräume zu geben, vor allem wenn diese mit negativen Erfahrungen verbunden sein könnten. Aber das gehört zum Leben dazu. Auch als Erwachsener muss man Rückschläge einstecken und verarbeiten können, der Grundstein dafür wird bereits in der Kindheit gelegt.

Titelbild: ©iStock.com – JackF

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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