Schlafmangel durch Zeitumstellung: Fakt oder Mythos?

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Bald ist es wieder Zeit die Uhren um eine Stunde vorzustellen. Dann beginnt die Sommerzeit und für viele hat das schlaflose Nächte zur Folge. Aber ist das wirklich die Folge der Zeitumstellung?

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Wer hat an der Uhr gedreht?

In der Nacht vom 29. auf den 30. März werden wir wieder einer Stunde mehr Schlaf beraubt. Bei vielen Menschen gerät der Schlafrhythmus durcheinander und sie verfallen in einen „Sommer-Jetlag“. Morgens wird es später hell, so dass man sich lieber in seine warme Decke kuscheln und den Alltag noch ein wenig länger fernhalten möchte. Der einzige Vorteil: abends geht die Sonne dann später unter und man hat nach der Arbeit nicht gleich das Gefühl, dass es mitten in der Nacht ist. Allerdings können die längeren Tage auch dazu führen, dass man schlechter einschläft.

Unnützer Brauch?

Schon oft wurde der Wunsch laut, die Sommer-/Winterzeitumstellung endlich sein zu lassen, so sei es eine unnütze Tradition. Die primäre Idee hinter der Zeitumstellung bestand darin, im Sommer das Tageslicht effizienter zu nutzen, um damit weniger Energie zu verbrauchen. Bis dato konnte allerdings nicht bewiesen werden, dass dieses Ziel auch wirklich erreicht werden konnte.

Stattdessen wird die Kritik immer lauter, dass sich die Zeitumstellung schlecht auf die Gesundheit auswirken kann. „Wir werden mit der Zeitumstellung auf einen Schlag um drei Wochen zurückgeworfen“, erklärt Professor Till Roennenberg, Leiter des Bereichs Menschliche Chronobiologie am Institut für Medizinische Psychologie der Universität München, der „Apotheken Umschau„.

Wirklich gesundheitsgefährdend?

So habe Roennenberg untersucht, wie empfindlich Menschen darauf reagieren, wenn sie plötzlich eine Stunde früher aufstehen müssen. Dabei habe er feststellen können, dass sich die innere Uhr nur langsam der Veränderung anpasse und bei vielen (den sogenannten „Spättypen“) den ganzen Sommer über einfach gar nicht. Mit „Spättypen“ sind nachtaktive Menschen gemeint.

Hinsichtlich der Gesundheitsbeeinträchtigung gehen die Meinungen jedoch auseinander und Experten meinen, dass die negative Wirkung der Zeitumstellung überschätzt werde. Ein Jetlag nach einer langen Reise sei ihrer Meinung viel schwerer zu verkraften. Nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung – die Menschen mit einem streng geregelten Tagesrhythmus – sei von der Zeitumstellung betroffen.

An einen neuen Rhythmus gewöhnen

Allerding klagt fast jeder zweite Deutsche über Schlafprobleme und im Zusammengang damit auch über Konzentrationsstörungen, Kreislaufprobleme, Appetitlosigkeit und Blutdruckveränderungen. Plötzlich fehlt eine gesamte Stunde und der 24-Stunden-Zyklus gerät aus den Fugen. Die Folge: Müdigkeit und Erschöpfung. Es kann bis zu einer Woche dauern, bis sich der Körper der Sommerzeit anpasst.

Mädchen Ratgeber
Nach Angaben von Medizinern, kann Schlafentzug körperliche Folgen haben, wenn dieser über einen längeren Zeitraum vorliegt. Ungesund sei es, wenn man über Wochen oder Monate kaum schläft, denn dann kann sich der Körper nicht vom stressigen Alltag erholen und die benötigte Energie tanken.

Hier noch ein paar schnelle Tipps, die dabei helfen, wenn die innere Uhr aus dem Takt gerät:

  • In den Nächten vor der Zeitumstellung sollte man immer rechtzeitig ins Bett gehen, am besten sogar etwas früher als sonst und den Wecker um eine halbe Stunde vorstellen, damit sich der Körper daran gewöhnen kann morgens früher aufzustehen.
  • Auch wenn die Augen immer schwerer werden und man sich nach seinem Bett sehnt, sollte man kurzen Mittagsschläfchen widerstehen, sonst kann sich der normale Schlafrhythmus nicht einstellen.
  • Die ersten Sonnenstrahlen (und das lebhafte Vogelgezwitscher) sind ein natürlicher Wachmacher und helfen dabei, besser aus dem gemütlichen Bett zu kommen, also die Fenster des Schlafzimmers nicht mit zu dicken Vorhängen oder Rollläden unnatürlich dunkel halten.
  • Während der Zeitumstellung hilft viel frische Luft, Tageslicht, schöne lange Spaziergänge und viel Sport.
  • Zum Schluss ein Tipp, der eigentlich immer gilt, wenn man Schlafstörungen hat: man sollte abends möglichst leicht essen und auf Alkohol sowie koffeinhaltige Getränk verzichten.

Video: Quarks & Co – Risiko Schlafmangel

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Bildquelle: Copyright Warren Goldswain – shutterstock.com

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Madina Sekandari

Juristin, Journalistin und Katzenmama - hat immer ein Buch in der Tasche und kann nicht am Flughafen vorbeifahren ohne Fernweh zu bekommen.

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