Pflege in Deutschland: 112.000 fehlende Pflegekräfte bis 2025!

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Seniorenpflege in Deutschland
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Experten schlagen schon seit einiger Zeit Alarm, dass die Zahl der alten Menschen in Deutschland in den nächsten Jahren massiv ansteigen wird. Damit einher geht ein steigender Bedarf an Pflegeeinrichtungen oder aber Optionen, die für die Versorgung der alten Menschen zu Hause sorgt. Statistiken zeigen hier einen eklatanten Mangel auf, der sich zu einem massiven Problem entwickeln könnte.

Anzahl der fehlenden Pflegekräfte in Deutschland

Laut Statistischem Zentralamt wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen aufgrund der fortschreitenden Alterung der Bevölkerung bis 2050 fast verdoppeln. Zu diesem Zeitpunkt wird es rund 4,5 Millionen alte Menschen in Deutschland geben, die besondere Ansprüche an Versorgung und Betreuung haben. 2030 werden es bereits um die 3,4 Millionen sein, wobei auch der Anteil der über 80-jährigen mit 6,4 Millionen massiv ist. Diese Altersgruppe macht bis 2050 mehr als 10 Millionen Menschen aus, womit sie sich quasi vom jetzigen Stand aus verdoppelt. Es ist aber nicht nur die Tatsache, dass die Bevölkerung immer älter wird, damit einher gehen gesundheitliche Problematiken wie die zunehmende Zahl an Demenz-Kranken oder Pflegebedürftigen, die nicht mehr zu Hause gepflegt werden können.

Damit ist klar, dass der Bedarf an medizinischen Personal und Pflegekräften massiv ansteigen wird, Experten sprechen von mehr als 112.000 Stellen, die in den nächsten 15 Jahren fehlen werden. Bis ins Jahr 2025 werden es sogar mehr als 152.000 Stellen sein. Auch wenn aufgrund der Personalnot vermehrt Quereinsteiger eingestellt werden, bleibt das Problem offensichtlich und steht vor einem Qualifikationsproblem.

Statistik Anzahl der fehlenden Pflegekräfte in Deutschland

Dargestellt ist die Anzahl der fehlenden Pflegekräfte in Deutschland 2005 und 2025. Erhebung durch Statistisches Bundesamt, DPA, GKV Spitzenverband.

Verbesserung des Berufsstandes muss erfolgen

Ein Problem, das mit der wachsenden Zahl an Pflegebedürftigen Personen einhergeht, ist nicht nur die mangelnde Stellenauslastung, sondern auch die teilweise schlechte Bezahlung. Gut verdienen kann man als Pflegekraft ausschließlich mit entsprechender Ausbildung, die oft nur durch Absolvierung diverser Pflegestudiengänge erfolgt. Wenn dann noch entsprechende Praxis dazu kommt, stellt sich die Frage, wie weit hier noch ein Mindestlohn angebracht ist.

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Klar ist, dass obwohl die Nachfrage nach guten Pflegekräften steigt, nicht wirklich ein entsprechender Markt vorhanden ist. Die Arbeit der Pfleger wird meist entsprechend der Pflegesätze für den individuellen Patienten abgerechnet, womit das Lohnniveau niedrig gehalten wird. Abgesehen davon würde sich eine Anhebung der Tagsätze für Pflegekräfte massiv auf die ohnehin knappen Budgets der Krankenversicherungen auswirken. Eine Erhöhung der Beiträge zur Pflegeversicherung oder anderweitige gravierende Eingriffe in die Finanzen der Bevölkerung sind derzeit aber weder politisch noch objektiv ein Thema.

Um die steigende Nachfrage an qualifizierten Pflegekräften zu bewältigen, sollte sich sowohl das Image als auch der individuelle Aufgabenbereich deutlich verbessern. Denn oft wird beklagt, dass Pfleger mit viel Bürokratie und Verwaltungsarbeiten zu tun haben und die definitive Zeit für die Versorgung des Patienten auf der Strecke bleibt.

Artikel zum Thema: Pflegereform: Was soll sich ändern?

Statistik Kosten Ausgaben Pflege

Die vorliegende Statistik zeigt die Verteilung zukünftiger Mehrausgaben für Pflege in Deutschland nach Bereich ab 2013 in Millionen Euro. Es wurde geplant, ab 2013 rund 25 Millionen Euro mehr für „Pflegende Angehörige“ auszugeben. Die geplanten Änderungen sollen mit Beginn des Jahres 2013 in Kraft treten. Die geplanten Mehrausgaben sollen sich auf rund 1,1 Mrd. Euro belaufen. Erhebung durch BMG.

Pflegende Angehörige unterstützen und stärken

Wer sich die geplanten zukünftigen Mehrausgaben für die Pflege ansieht, der wird feststellen, dass es hier vor allem um die finanzielle Hilfe für Demenzkranke geht. Dieser Teil der Leistungen liegt in Zukunft bei 700 Millionen Euro, während für pflegende Angehörige nur 25 Millionen Euro mehr ausgegeben werden. Etwas stärker unterstützt werden eigene Wohngruppen für Pflegebedürftige, die in den kommenden Budgets immerhin mit 40 Millionen mehr bedacht werden.

Für viele Angehörige, die pflegebedürftige Angehörige haben, stellt sich die Frage, wie weit hier Pflege zu Hause gehen kann. Denn es liegt auf der Hand, dass dies nicht nur eine emotional schwierige Herausforderung ist, sondern auch finanziell Einschränkungen bringt. Hier würde es Sinn machen, die Situation für diese Gruppe eindeutig und massiv zu verbessern. Denn viele haben ein emotionales Problem, den kranken und alten Angehörigen in eine entsprechende Pflegeeinrichtung zu geben, obwohl der Standard dort erheblich verbessert wurde.

Ein Kompromiss wird dann häufig so gefunden, dass professionelle Pfleger für eine 24-Stunden Betreuung zu Hause engagiert werden. Dies hat massive Vorteile gegenüber Heimen und Wohngruppen, denn alte Menschen sind ihrer Umgebung stark verbunden. Oft ist es ein schwerer Eingriff in deren persönliches Umfeld, wenn sie die gewohnte Umgebung verlassen müssen, um in einem nüchtern eingerichteten Pflegezimmer in einem Heim ihr weiteres Dasein zu verbringen.

Pflegekräfte für zu Hause erledigen alle wichtigen Aufgaben und kümmern sich engagiert um den Patienten. Weitere Informationen finden Sie in diesem Artikel: Pflege zu Hause – linara.de

Statistik Entwicklung Pflege in Deutschland

Die vorliegende Statistik zeigt eine Prognose des Statistischen Bundesamtes zur Entwicklung der Anzahl von Pflegebedürftigen in Deutschland nach Geschlecht in den Jahren von 2005 bis 2030. Ausgehend von der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder könnte die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf rund 3,4 Millionen Menschen ansteigen.

Die Überalterung der Bevölkerung ist eine Herausforderung

Die steigende Zahl von alten und pflegebedürftigen Menschen in Deutschland, die bis 2020 bis auf 3 Millionen steigt, stellt die Gesellschaft vor eine neue Herausforderung. Denn es geht nicht nur um die finanzielle Sicherstellung eines Alterns in Würde, sondern auch um die Gewährleistung, dass diese Altersgruppe mit Würde den letzten Lebensabschnitt erleben kann. Damit einher geht der Anspruch, dass die Angehörigen dieser Personen unterstützt und betreut werden und nicht das Gefühl haben, mit der Situation überfordert zu werden oder den Lebensstandard massiv einschränken zu müssen.

Weiterlesen: Pflege im und aus dem Ausland – die Zukunft?

Video: Ich kann nur meine Liebe geben (Phoenix Doku)

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Bild © Anetta – Shutterstock.com

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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