Kinderkrankheiten | Windpocken – Symptome, Behandlung und Schutz

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Kind mit Salbe gegen Windpocken im Gesicht
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Es sind Windpocken! Die VarizellaViren haben neue Wirtszellen gefunden und heftig juckende Bläschen im Gepäck. Wie lassen sich die Symptome von Windpocken lindern? Vor allem: Gibt es einen zuverlässigen Schutz gegen Windpocken?

Hat mein Kind jetzt die Windpocken?

Nach einer Infektion machen sich die ersten Krankheitszeichen nach 8 bis 28 Tagen bemerkbar (Inkubationszeit).

Es beginnt mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl und leichtem Fieber.

Die typischen Bläschen treten erst nach drei bis fünf Tagen auf.

Bei Kindern ist eine Windpocken Infektion meistens nach rund fünf Tagen überstanden.

Wenn die Krusten nicht aufgekratzt werden und von alleine abfallen, kommt es nicht zu einer Narbenbildung.

Das Erscheinungsbild der Ausschläge im Krankheitsverlauf:

  • kleine, rote Flecken
  • zuerst am Körper und im Gesicht
  • später an den Armen und Beinen
  • nach wenigen Stunden Bläschenbildung mit klarer Flüssigkeit
  • starker Juckreiz
  • nach 2 bis 3 Tagen Austrocknung mit Krustenbildung
  • über 3 bis 5 Tage lang entstehen immer neue Bläschen
  • viele Pocken in unterschiedlichen Stadien (Sternenhimmel)
    selten: Befall von Schleimhäuten, Genitalien, After, behaarter Teil des Kopfes

Auf jeden Fall sollte eine ärztliche Praxis aufgesucht werden, wenn das Kind jünger als sechs Monate ist, wenn sich der Ausschlag entzündet oder der Juckreiz nicht bewältigt werden kann.

Gibt es einen zuverlässigen Schutz gegen Windpocken?

Durch eine sogenannte Immunisierung lassen sich Windpocken vermeiden. Das heißt, wer eine Infektion mit dem VarizellaVirus durchgemacht hat, ist ein Leben lang immun. Die andere Möglichkeit, Windpocken zu vermeiden, ist eine Schutzimpfung gegen Varizellen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese Impfung seit 2004 für alle Kinder im zweiten Lebensjahr. Ältere Kinder sollen zwischen neun und siebzehn Jahren geimpft werden, sofern sie noch keine Windpocken hatten. Weitere Impfempfehlungen gibt es für Personen mit einem geschädigten Immunsystem sowie für Frauen mit Kinderwunsch.

Ansonsten ist es nur schwer möglich, sich gegen Windpocken erfolgreich zu schützen. Die Varizellen sind hochinfektiös. Die Viren werden durch Tröpfchen oder Schmierinfektion übertragen. Sie verbreiten sich nicht nur durch eine Berührung, sondern gelangen auch durch die Luft zu ihrem nächsten Opfer. Sprichwörtlich, werden die Pocken vom Winde verweht.

Wer versucht, sich oder seine Kinder von den Betroffenen fernzuhalten, wird damit wenig Erfolg haben. Leider sind die Viren bereits einige Tage vor Ausbruch der Hautexantheme äußerst kontaktfreudig. Das macht eine rechtzeitige Isolation oder eine KontaktVermeidung in diesem Stadium fast unmöglich.

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Die beste Behandlung bei Windpocken

Wenn eine Ansteckung erfolgt ist, geht es nur noch um Schadensbegrenzung. Kinder durchlaufen eine Windpockeninfektion meistens ohne Komplikationen. Schwangere, Menschen mit speziellen Erkrankungen und Erwachsene sollten sich in ärztliche Behandlung begeben.

Eine durch Viren verursachte Erkrankung lässt sich in der Regel nur symptomatisch behandeln. Im Fall der Windpocken steht der juckende Ausschlag im Vordergrund. Durch unkontrolliertes Kratzen kann es zu bösartigen Entzündungen und bleibenden Narbenbildungen kommen. Im Bedarfsfall können kurzfristig fiebersenkende Schmerzmittel gegeben werden. Achtung, hier ist nicht jedes Mittel für Kinder geeignet!

Medikamente, zur Einnahme gegen den Juckreiz, werden bei Windpocken nicht empfohlen. Hier helfen, bei starkem Leidensdruck, zink oder polidocanolhaltige Mittel. Diese werden äußerlich auf die juckenden Stellen aufgetragen. Auf jeden Fall sollten die Fingernägel kurz gehalten werden, damit sich die Kinder die Bläschen nicht aufkratzen. Eine kühle Umgebung ist vorteilhaft, Schweiß und Wärme verstärken den Juckreiz.

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Besser vorbeugen als kratzen

Windpocken zählen zu den hochansteckenden Viruserkrankungen. Für Kinder verlaufen sie in der Regel ohne Komplikationen. Während des einwöchigen Krankheitsverlaufes geht es hauptsächlich darum, den Juckreiz unter Kontrolle zu halten. Die beste Möglichkeit, Windpocken zu vermeiden, ist die empfohlene VarizellenSchutzImpfung für Kinder nach dem 11. oder 12. Monat.

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Titelbild: © iStock – Halfpoint

Über den Autor

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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