Kinder privat oder gesetzlich Krankenversichern ?

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Die richtige Krankenversicherung spielt schon bei Kindern eine wichtige Rolle. Doch welche Versicherung ist die bessere Wahl, die gesetzliche Krankenkasse oder ist die private Krankenversicherung?

Versicherung der Eltern ist entscheidend für die Krankenversicherung der Kinder

Bei der Krankenversicherung für Kinder ist in erster Linie entscheidend, wie die Eltern versichert sind.
Dabei gibt es drei Varianten:
  1. Beide Eltern sind in der gesetzlichen Krankenkasse
  2. Beide Eltern sind privat versichert
  3. Ein Elternteil ist privat, das andere gesetzlich Krankenversichert
Sind die Eltern gesetzlich krankenversichert, wird das Kind nach anmeldung und beitragsfrei in der sogenannten Familienversicherung aufgenommen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, für das Kind eine private Krankenzusatzversicherung abzuschließen.

Experten empfehlen beim Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung die Leistungen der Anbieter zu vergleichen, um die bestmögliche Versicherung des Kindes zu gewährleisten. Sind hingegen die Eltern beide privat versichert, besteht keine Möglichkeit, das Kind bei einer gesetzlichen Krankenkasse anzumelden. Das bedeutet, dass das Kind bei den Eltern privat mitversichert ist oder bei einem anderen Privatversicherer krankenversichert wird.

Anders verhält es sich, wenn nur ein Elternteil privat versichert ist. In diesem Fall können die Eltern entscheiden, ob das Kind in eine private oder beitragsfreie gesetzliche Krankenversicherung geht.

HINWEIS: Überschreitet das Einkommen des privat versicherten Elternteils die sogenannte Versicherungspflichtgrenze von 60750 € (2019) wird das Kind nicht in die Familienversicherung aufgenommen. Sind die Eltern nicht verheiratet, findet die Versicherungspflichtgrenze keine Anwendung, sodass das Kind auch bei einem hohen Einkommen gesetzlich krankenversichert werden kann, sofern die Mutter gesetzlich versichert ist.

Private Krankenversicherung oder gesetzliche Krankenkasse ?

Der hauptsächliche Vorteil der gesetzlichen Krankenversicherung ist vor allem die beitragsfreie Familienversicherung, die es in der privaten Krankenversicherung nicht gibt. Wer sein Kind privat Versichern will, muss mit Beiträgen zwischen 100 und 200 Euro im Monat rechnen, während die Anmeldung als freiwillig versichertes Mitglied bei der GKV um die 190 € im Monat pro Kind kostet.

Dabei macht es keinen Sinn, den günstigsten Tarif zu wählen. Viel mehr ist wichtig, welches Leistungspaket der Versicherungstarif bietet. Wer auf Leistung Wert legt, für den ist die private Krankenkasse in die bessere Variante.

Was ist bei einer privaten Krankenversicherung zu beachten ?

Muss beziehungsweise soll das Kind privat krankenversichert werden, sollten einige wichtige Dinge zu beachtet werden:
  1. Die Anmeldung in der Privatversicherung muss binnen zwei Monaten nach der Geburt erfolgen.
  2. Das Neugeborene wird dann rückwirkend ab dem Zeitpunkt der Geburt versichert.
  3. Eine Gesundheitsprüfung des Kindes ist nicht erforderlich (sogenannter Kontrahierungszwang) es sei denn, das Kind soll bei einem anderen Privatversicherer krankenversichert werden.
HINWEIS: Bei Angestellten beteiligt sich der Arbeitgeber mit einem Betrag von bis zu 351,66 Euro (2019) an der privaten Krankenversicherung des Arbeitnehmers inklusive der Kinder. Das entspricht dem Arbeitgeberanteil für freiwillig Versicherte.

Mädchen Ratgeber

Experten für Kinderkrankenversicherungen konsultieren

Die beitragsfreie Familienversicherung klingt zwar verlockend. Aber einerseits sind die Leistungen hier sehr begrenzt. Wer Wert legt auf alternative Heilmethoden, Rooming In im Krankenhaus (die Möglichkeit, als Eltern im Zimmer mit zu übernachten), hohe Erstattungen für eine gute kieferorthopädische Behandlung (statt das billige Kassenmodell) und andere Leistungen, der ist mit der privaten Variante besser aufgehoben.

Andererseits kann es zum Beispiel durch spätere Heirat oder Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze dazu kommen, dass der Nachwuchs das Zugangsrecht zur Familienversicherung später verliert. Wenn die Kinder dann bereits Vorerkrankungen haben, kann die Tür in die Private verschlossen sein und es bleibt nur die dann teure „freiwillige“ Mitgliedschaft in der GKV für etwa 190 Euro im Monat pro Kind.

Nicht jeder Versicherungsvermittler kennt sich mit der Materie aus. Aber es gibt ausgewiesene Experten für Kinderkrankenversicherungen die ganz unverbindlich und kostenfrei beraten. Das am besten rechtzeitig vor der Geburt in Anspruch zu nehmen ist auf jeden Fall kein Fehler.

Titelbild: © iStock – AndreyPopov

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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