Hyperaktive Kinder: Symptome und Behandlung

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hyperaktives Kind
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Hyperaktivität, genauer gesagt das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, gehört dieser Tage zu den am häufigsten diagnostizierten psychischen Erkrankungen bei Kindern. Die nachfolgende Auflistung der möglichen Symptome soll Eltern dabei helfen, zu erkennen, ob ihr Sprössling ebenfalls davon betroffen ist.

Zwei Kriterien der Diagnostik: Impulsivität und Überaktivität

Hyperaktive Kinder können sich nur schwer an Spielregeln halten. Sie werden deshalb von Klassenkameraden oder Kindergartenfreunden schon nach kurzer Zeit vom gemeinsamen Spiel ausgeschlossen, da sie sich über zuvor getroffene Vereinbarungen hinwegsetzen und damit zum „Spielverderber“ werden. Unterhalten andere Personen sich, platzt das betroffene Kind ungehalten und in oft unangemessener Lautstärke dazwischen und fordert die gesamte Aufmerksamkeit der Eltern, Großeltern, Lehrkräfte oder Freunde.

Auch wenn in einer Reihe auf Einlass gewartet werden muss oder der Erkrankte sich gedulden soll, bis er oder sie bei der Essensausgabe oder der Überprüfung der Hausaufgaben an der Reihe ist, kommt es zu Zwischenfällen. Warten ist für die Kinder ein unerträglicher Zustand, der bockige, aufsässige und schlecht gelaunte Verhaltensweisen nachsichzieht. Speziell still zu sitzen fällt dem kleinen Patienten schwer. In der Schule oder bei einem Theaterbesuch steht er unerwartet auf, läuft umher, klettert auf dem Stuhl herum und zappelt fuchtelnd mit Händen und Beinen.

Video: ADHS Ursachen & Hilfe – heute Hyperaktivität, früher Zappelphilipp

Die Symptome, die die Unaufmerksamkeit belegen

Kind bei TherapieBetroffene zeigen ein hohes Maß an Vergesslichkeit. Gerade bei alltäglichen, kleinen Dingen fällt dies auf. Wird das Kind aufgefordert den Müll hinunterzutragen, lässt es schon mal die gefüllten Tüten stehen und rennt ohne selbige zu den Tonnen. Auch wenn es sich um Aktivitäten handelt, die nicht gemocht werden, kommt es vermehrt zu derartigen Szenen. Namentlich in Sachen Hausaufgaben kann dies Mütter und Väter vor eine nervliche Zerreißprobe stellen. Hefte, Blätter und Stifte werden ständig verloren, vergessen oder es kann sich nicht mehr daran erinnert werden, welche Seiten im Buch laut Lehrer gelesen werden müssen.

Setzt sich der Sprössling schlussendlich doch an die Erledigung der Aufgabenstellungen, weisen seine Lösungen zahllose Leichtsinns- und Flüchtigkeitsfehler auf. Weil nicht wirklich bei der Sache, werden Anweisungen nur zur Hälfte ausgeführt und es kommt zu Schwierigkeiten in der Organisation. Hyperaktive haben häufig Probleme damit Fragestellungen in die richtige Reihenfolge zu setzen. Darum werden mitunter die Winterhandschuhe angezogen bevor sie in die Jacke schlüpfen.

Welche Behandlungsansätze stehen zur Verfügung?

Zum Behandlungskonzept des ADHS gehören auch Elternseminare, die lehren sollen mit der Erkrankung des Kindes nervlich gestärkt umzugehen. Außerdem werden gemeinsam mit dem Sprössling Lösungswege herausgefiltert, die für beide Seite leicht einzuleiten und effektiv sind. Zusätzlich zu jener familientherapeutischen Anwendung benötigt der Patient auch eine psychologische Betreuung, im Zuge derer Einzelsitzungen vorgenommen werden. Das Kind übt dort mit seiner inneren Unruhe, dem Image als „Zappelphilipp“ sowie den emotionalen Ausbrüchen zurechtzukommen und die aufgestauten Energien in den Griff zu kriegen.

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Wirksame Therapie

Mit einer Verhaltenstherapie und via Tiefenpsychoanalyse wird versucht den Gründen für die Erkrankung auf die Spur zu kommen. Außerdem soll das Kind eine Steigerung seines Selbstbewusstseins erfahren. Liegt ein mittelschwerer bis schwerer Fall von Hyperaktivität vor, bleibt die Gabe von Medikamenten unausweichlich. Zumeist greifen Ärzte auf den Wirkstoff Methylphenidat, ein Dopamin- und Noradrenalinaufnahmehemmer zurück.

Früherkennung hilft Eltern und Kind

Je zeitnaher Mütter und Väter einsehen, dass ihr Nachwuchs unter Hyperaktivität leidet, desto effektiver und nachhaltiger kann dem kleinen Patienten geholfen werden. Dessen Verhaltensweisen rühren ja nicht von Böswilligkeit her sondern sind sichtbare und spürbare Begleiterscheinungen einer Erkrankung, die ihn oder sie am meisten belastet.

Titelbild: © istock.com – kosziv
Textbild: © istock.com – SerrNovik

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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