Hilfe, mein Kind verliert alles! Tipps gegen das Vergessen wertvoller Gegenstände

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Ordnung im Kleiderschrank
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Der Schlüssel wurde auf dem Spielplatz liegen gelassen, die Ohrringe liegen in der Turnkabine, das Portemonnaie ist beim Bäcker verschwunden … Es dauert lange, bis Kinder lernen, ihre Siebensachen beisammen zu halten, und in dieser Zeit geht so allerhand verloren. Gut, dass Erwachsene meist Verständnis zeigen und der Schlüssel vom Schwager des Nachbarn vorbeigebracht wird, die Ohrringe auch am nächsten Schultag noch in der Kabine liegen und der Bäcker genau weiß, wem er das Portemonnaie hinterhertragen muss. Trotzdem gibt es ein paar Sachen, die ihnen helfen, an ihre Sachen zu denken.

Es gibt viele Gründe, warum Kinder Dinge verlieren oder vergessen

Kinder sind generell noch nicht in der Lage, zwischen wichtigen und unwichtigen Dingen so zu unterscheiden, wie das Erwachsene tun. Ihnen ist oft einfach gar nicht bewusst, was welchen Wert hat, was bei anderen Begehrlichkeiten wecken könnte oder dass Gegenstände einfach mal verschwinden, wenn man sie unbeachtet irgendwo herumliegen lässt. Das lernen die meisten Kinder erst im Grundschulalter – dann aber recht gründlich.

Ein anderer Grund, warum Sachen verschwinden oder vergessen werden, liegen in den persönlichen Vorlieben. Hausaufgaben sind unbeliebt bei Kindern – also wird das Heft, in dem die Aufgaben stehen, einfach in der Schule vergessen. Das passiert auf einer unbewussten Ebene und tut den Kindern leid, ausschimpfen ist keine Lösung. Auch Überforderung, ein stramm organisierter Stundenplan und viele Ablenkungen können daran Schuld sein, wenn Kinder immer wieder Dinge vergessen.

Mädchen Ratgeber
Wer gleichzeitig Hausaufgaben macht, den Fernseher laufen hat und unter dem Tisch den Hund krault, der wird eher vergessen, welche Nummer im Mathebuch noch erledigt werden musste, als jemand, der sich wirklich nur auf das Mathebuch konzentriert. Und vor allem wird das Mathebuch in letzterem Fall auch eher nach den Hausaufgaben zuverlässig zurück in den Ranzen geräumt, wo es am nächsten Tag benötigt wird.

Ordnung, Konzentration und Regelmäßigkeit

Es sind ganz einfach Dinge, die helfen, Sachen nicht zu vergessen. Zuerst einmal sollte klar sein, dass Dinge immer am selben Platz sind: Der Schlüssel gehört ans Schlüsselbrett oder in eine bestimmte Hosentasche, die er außer Haus auch nie verlässt. Das Portemonnaie bleibt in der Tasche, wenn es nicht gerade zum Zahlen gebraucht wird. Die Brille wird nicht achtlos irgendwo abgelegt, sondern gehört ins Brillenetui.

Wenn solche Regeln klar und verinnerlicht sind, gehen Dinge seltener verloren – immerhin weiß man immer, wo man sie suchen muss. Wenn Kinder nur das dabei haben, was sie auch wirklich nötig brauchen, können sie weniger Sachen verlieren. Zudem sollten die Dinge zumindest in der Kindergarten- und Grundschulzeit mit dem Namen beschriftet sein. Das hilft, einmal verlorene Sachen auch wieder aufzufinden.

Roller, Fahrräder und Scooter müssen unbedingt mit einem Schloss gesichert werden, wenn sie in öffentlich zugänglichen Bereichen geparkt sind. Und letztendlich hilft es ungemein, wenn verlorene Dinge nicht sofort und bedingungslos ersetzt werden, sondern Kinder ihr Taschengeld verwenden, um verlorene Gegenstände nachzukaufen. Das sollte selbstverständlich erst dann passieren, wenn gemeinsam ausgiebig gesucht wurde. Elterliche Hilfe beim Suchen ist erlaubt, die Kinder müssen aber mithelfen.

Video: Aufräumen ist Krieg! Muss es aber nicht sein.

Entspannt bleiben und abwarten

Die meisten Menschen lernen bis zum Erwachsenenalter, auf ihre Dinge Acht zu geben – bei manchen geht das schneller, bei anderen dauert es etwas länger. Mit Kindern empfiehlt sich Nachsicht, denn die können meist wirklich noch nichts an der Vergesslichkeit ändern.

Ein gemeinsamer Gang zum Fundbüro kann klarmachen, dass auch Erwachsene manchmal Dinge vergessen, und wenn Kinder helfen, ihr Habseligkeiten mit dem Namen zu beschriften, entwickeln sie ein Bewusstsein für den eigenen Besitz. Verständnis für den Wert von Dingen bekommen sie allerdings erst, wenn sie sich manches vom Taschengeld kaufen, das gegebenenfalls dann eben auch für eine Weile gespart werden muss – weil es für die neuen Handschuhe, das verlorene Mathebuch oder den verschwundenen Füllfederhalter sonst nicht ausreicht.

Lesen sie hierzu: Kinderpsychologie: No-Gos bei der Erziehung

Titelbild: © Kzenon – shutterstock.com

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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