Familie und Fernbeziehung – ist das möglich?

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Fernbeziehung und Familie - geht das?
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Mobilität und Flexibilität sind dieser Tage im Berufsleben enorm wichtig. Deshalb entscheiden sich Elternpaare immer öfter für getrennte Lebensmittelpunkte. Wie sich dies auf das Familienglück auswirkt und ob damit stabile Bande aufrecht erhalten werden können, hängt ganz von der Gestaltung ab.

Von Alltagstrotteln und Freizeithelden

Splittet sich eine Familie auf, bleiben die Kinder in der Regel wochentags bei der Mutter. Der auswärts arbeitende Vater kommt nur am Wochenende nach Hause und kann stressfrei und gelöst mit seinen Kindern spielen. Die alltäglichen Sorgen bleiben dem daheimgebliebenen Partner, der Partnerin. Damit der nur zwei Tage gastierende Papa nicht zum Spielgesellen ohne Erziehungsanspruch wird, ist eine innige Kommunikation von essentieller Bedeutung. Um sich ihres schlechten Gewissens zu entledigen, gewähren viele Eltern ungewöhnliche Privilegien.

Während der Woche darf beispielsweise im elterlichen Ehebett geschlafen werden. Kommt dann der Partner am Freitagabend zurück, muss der Sprössling ins Kinderzimmer ausweichen. Nicht selten hat sich das ferne Elternteil in solchen Situationen anzuhören: Wenn du nicht da bist, ist alles besser! Derartige Sätze implizieren auch immer den Frust und das Vermissen der Kinder. Wer sie zu hören bekommt, sollte den Familienalltag genau überdenken und Lösungen formulieren.

Video: 3 Dinge auf die Sie in einer Fernbeziehung unbedingt achten sollten

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Papa und Mama hören, fühlen, riechen

Um die Kinder Vater oder Mutter nicht vergessen zu lassen, darf tief in die Trickkiste gegriffen werden. Ein Plüschtier mit dem Parfüm des abwesenden Elternteils eingesprüht und die Kinder haben ihn oder sie dennoch in der Nase. Auch lohnt es sich zu abendlichen Gesangsstunden vor Telefon oder PC Platz zu nehmen. Schlaflieder schallen aus dem Hören und die Stimme des Papas wiegt sanft ins Land der Träume. Wer möchte, bespricht den Kindern eine CD und liest darauf Gute-Nacht-Geschichten vor.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass jedes Familienmitglied in Eigenregie mit dem Abwesenden kommunizieren kann. Ein Teenager möchte nicht mit allen Problemen zur Mutter gehen und entscheidet sich vielleicht lieber für den Meinungsaustausch mit dem Vater. Ist es Usus nur einmal täglich und in familiärer Gemeinsamkeit zu telefonieren oder zu skypen, fehlt dem Jugendlichen dazu die Möglichkeit. Eigene E-Mail-Adressen und individuelle Telefonzeiten schaffen Abhilfe.

Die Liebe darf nicht zu kurz kommen!

Auch wenn die Sprösslinge natürlich einen hohen Stellenwert haben: Die Eltern sind ein Liebespaar und darum sollten auch zweisame Momente in den Alltag integriert werden. Trotz der räumlichen Distanz das Gefühl aufrecht zu erhalten, nicht alleine zu sein und sich, wenn auch nur sinnbildlich, an den Partner anlehnen zu können, stärkt die Bande. Bleibt nur Frau mit Smartphonewenig Zeit miteinander, haben die Kinder das Privatleben der Eltern zu respektieren. Zu zweit essen gehen, auf der Couch kuscheln und ungestört die Erlebnisse der letzten Wochen Arm in Arm besprechen.

Die Liebesbeziehung der Eltern ist die Basis der Familie und der Grund ihrer Existenz – sie gilt es zu pflegen. Gemeinsam lachen, plaudern und sich auf den ersten Blick auch völlig Unwichtiges mitzuteilen, macht glücklich. Statistisch gesehen kann eine Fernbeziehung den Familien weniger anhaben, wird auch über Banales gesprochen. Bis in den letzten Winkel informiert zu sein, schenkt Vertrauen und beugt Eifersüchteleien vor.

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Viel und mit jedem reden

Je intensiver der Kontakt innerhalb der Familie gepflegt wird, desto leichter bewältigt sie die Herausforderung Fernbeziehung. Ob dafür stundenlang telefoniert, gechattet oder gesimst wird, bleibt Geschmackssache. Entscheidend ist: Fühlt es sich so an als wäre der abwesende Partner tatsächlich zugegen, hat die Familie alles richtig gemacht.

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Titelbild: © iStock.com/nedjelly
Textbild: © iStock.com/Jovanmandic

Über den Autor

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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