E-Shishas – Gesundheitsgefährdung

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elektronische shisha
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Sie sehen aus wie ein Kugelschreiber und sind mit fruchtig-süßen Aromen gefüllt: E-Shishas. Die Einweg-E-Zigaretten enthalten keinen Teer und sind meistens frei von Nikotin. Deshalb dürfen sie auch an Kinder und Jugendliche verkauft werden – eine Gesundheitsgefährdung ist trotzdem nicht auszuschließen.

E-Shishas – Der neue Trend auf dem Schulhof

Darf den Werbeslogans glaubt werden, haben E-Shishas nichts mit dem klassischen Rauchen zu tun. Da dabei weder ein Feuerzeug gebraucht noch eine Tabakpflanze verbrannt wird, sprechen Hersteller nicht vom Rauchen, sondern vom „Duften“. In den Einweg-E-Zigaretten ist eine Flüssigkeit enthalten, die Liquid genannt wird.

Erdbeer-, Apfel-, Kaugummi– oder Cola-Geschmack sind vor allem unter den jungen Nutzern überaus beliebt. Die Aromen werden durch den Unterdruck, der beim Saugen am Mundstück entsteht, erhitzt und damit gasförmig. Was im Anschluss ausgeatmet wird ist als nichts als Wasserdampf.

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Inhaltsstoffe werden in Asien produziert

Ein Wasserdampf, der nicht stinkt sondern im Gegenteil einen angenehmen Duft verbreitet. Allerdings: Die Liquids werden zumeist in Asien produziert. Die Rückverfolgung der Inhaltsstoffe ist deshalb nur schwer möglich.

Da aber selbstverständlich keine echten Äpfel oder Kirschen ins Liquid wandern, kann davon ausgegangen werden, dass die chemischen Geschmacksstoffe durchaus gesundheitsschädliche Substanzen beinhalten. Genaue Erkenntnisse darüber gibt es allerdings noch nicht. Die E-Shishas sind zu neu, als dass sich Wissenschaftler schon eingehend mit ihnen beschäftigt hätten.

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Der kurze Weg zum Nikotin

Wenn ein E-Shisha nikotinfrei ist, fällt er nicht unter das Jugendschutzgesetz. Für Kinder und Jugendliche ist der Einkauf der „Shisha to go“ ebenso leicht wie der eines Schokoriegels. Da die E-Shishas einem Stift überaus ähnlich sehen, können die Kinder sogar im Unterricht, beim Hausaufgaben machen oder während der Busfahrt unbemerkt daran nuckeln. Der Bewegungsablauf ist der selbe wie beim Rauchen einer Zigarette. Wer sich schon in jungen Jahren jene Verhaltensmuster aneignet, greift im erwachsenen Alter schneller zum Nikotin. Die Hemmschwelle ist weitaus geringer.

kinder nikotinVon vielen besorgten Eltern und Lehrkräften werden die E-Chicks als Einstiegshilfe für das spätere Dasein als Kettenraucher gesehen. Die Mitmenschen fühlen sich durch den wohlriechenden Wasserdampf in der Regel nicht belästigt. Den meisten fällt der leichte Duft nach Wassermelone, Aprikose oder Schokolade gar nicht auf.
 

Es ist auch nicht verboten auf Spielplätzen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Zug zu nehmen. Diese permanente Verfügbarkeit automatisiert die Handlung. Steigen Jugendliche irgendwann auf Nikotin um, haben sie einen erhöhten Bedarf am „Zigarette-in-der-Hand-halten“.

Passiv oder aktiv?

Dass das passive Einatmen von Zigarettenrauch gesundheitsschädlich ist, steht außer Frage und ist auch wissenschaftlich bewiesen. Ob es sich mit den E-Shishas ähnlich verhält, gilt es noch zu klären. In einer E-Shisha ist Liquid für 500 bis maximal 1000 Inhalationen enthalten. Der Behälter ist inwendig angebracht und kann weder eingesehen noch wiederbefüllt werden.

Daher ist für den Konsumenten in keiner Weise nachzuvollziehen, was er oder sie gerade raucht. Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat verschiedene E-Shishas untersucht. Obwohl die meisten als nikotinfrei beworben wurden, enthielten zwei von drei der getesteten Artikeln Nikotin. Auch abgesehen von diesem Nervengift haben die Forscher weitere gesundheitsschädliche Substanzen in den E-Shishas gefunden. Eine davon ist Propylenglykol. Die chemische Substanz reizt die Atemwege und kann allergische Reaktionen auslösen. Kopfschmerzen und Übelkeit kommen gehäuft vor.

Obwohl es noch keine zuverlässigen Langzeitstudien zu den Auswirkungen des E-Shishakonsums gibt, ist Vorsicht anzuraten. Einige Einzelhändler haben sich deshalb eine interne Altersfreigabe auferlegt. In manchen Supermärkten und Tankstellen werden die Produkte nicht an Kinder unter 16 Jahren verkauft. Andere verweigern sogar Jugendlichen bis 18 Jahren die Abgabe.

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Titelbild: © Eddie Phantana – shutterstock.com
Bild rauchende Kinder: © – shutterstock.com

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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