Co Parenting: Wenn Freunde zusammen ein Kind bekommen

0
Co-Parents gemeinsam mit den Kindern bei einem Ausflug in's Grüne.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertunge(n), Durchschnitt: 4,00 von 5)
Loading...

Der Begriff Co Parenting wird in letzter Zeit heftig diskutiert. Neben Befürwortern gibt es auch strikte Gegner. Ein Kind ohne Liebe großziehen, geht das überhaupt?

Was ist Co Parenting?

Damit bezeichnen Experten die Entscheidung zweier oder mehrerer Menschen, ein Kind zu haben und es gemeinsam groß zu ziehen. Damit ist jedoch nicht die klassische Familie oder Paarbeziehung gemeint, in der ein Paar sich verliebt, heiratet und dann Kinder bekommt. Das Prinzip des Co Parentings ist dagegen anders. Die Kinder werden oft nicht durch Sex, sondern verschiedene Methoden der künstlichen Befruchtung gezeugt.

Die Eltern lieben sich nicht, sondern sind durch Freundschaft und die gemeinsamen Aufgaben bei der Erziehung der Kinder verbunden. Manchmal leben sie noch nicht einmal zusammen, sondern sehen sich nur regelmäßig. Oft wird die Option als eine postmoderne Form der Erziehung angesehen. Es entstand in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in den USA und breitete sich über Großbritannien auf andere Länder aus.

Mädchen Ratgeber

Nicht unbedingt neu

Das Prinzip ist aber gar nicht so neu. Zweckbeziehungen waren beispielsweise im Mittelalter gang und gäbe. Menschen taten sich zusammen, nur um ein Kind zu zeugen und groß zu ziehen.

Für wen eignet sich Co Parenting?

Ursprünglich entstand das Erziehungskonzept aus dem Kinderwunsch schwuler und lesbischer Paare. Es genügte ihnen nicht, einen Samenspender oder eine  (illegale) Leihmutter zu benutzen, um ein Kind in die Welt zu setzen, sie wollten auch als Vater oder Mutter soziale Verantwortung für das Kind übernehmen. Schnell jedoch stieß das Konzept des Co Parentings auch auf das Interesse von Frauen, die die Dreißig überschritten hatten. Viele von ihnen waren sich bewusst, dass die biologische Uhr tickte und nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung stand, um ein Kind zu bekommen. Andererseits hatten viele von ihnen schon gescheiterte Beziehungen hinter sich und der richtige Partner wollte einfach nicht kommen. Das Konzept des Co Parentings zeigt einen Ausweg aus diesem Dilemma. Eine Frau kann mit einem Mann ein Kind haben und es mit ihm gemeinsam großziehen. Trotzdem ist sie frei und ungebunden und kann in späteren Jahren noch immer ihren Mr. Right heiraten.

Welche Vorteile hat Co Parenting?

Das Konzept basiert auf einer Vernunftsbeziehung, nicht auf Liebe. Zwei oder mehr Menschen tun sich zusammen, um ein oder mehrere Kinder zu erziehen. Wenn berücksichtigt wird, dass heute mehr als 30 Prozent aller Ehen wieder geschieden werden, ist diese Idee gar nicht so verkehrt. Den Kindern der Co Parents bleibt auf jeden Fall so mancher Stress erspart. Es fehlt beispielsweise die Rivalität zwischen den Eltern, die um die Gunst des Kindes buhlen (Papas kleine Prinzessin, Mamas Liebling). Konflikte werden nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen. Die Eltern setzen sich zusammen und entscheiden gemeinsam über die am besten geeigneten Erziehungsmethoden.

Video: Eltern ja, Liebe nein

Co Parenting – eine interessante Alternative

Das Konzept des Co Parentings hat gegenüber der klassischen Paarbeziehung eine Reihe von Vorteilen. Viele Konflikte bleiben dem Kind erspart. Sicher eignet sich die Idee nicht für jeden, stellt aber beispielsweise durchaus eine Option für überzeugte Singles mit einem Kinderwunsch dar. Das Prinzip hat Zukunft und Internetseiten zur Vermittlung schießen wie Pilze aus dem Boden.  Damit Kinder ihre Persönlichkeit voll entfalten können, benötigen sie Stabilität und Sicherheit. Das ist in einer klassischen Familie oder Paarbeziehung leider oft nicht gegeben, wohl aber wenn sich die Eltern als Co Parents zusammen tun und sich gegenseitig  zum Wohl des Kindes unterstützen.
Titelbild: ©istock.com – LuckyBusiness

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

Keine Kommentare