Bonding nach Kaiserschnitt – So schaffen Sie eine Verbindung

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Bonding- der einmalige und gefühlvolle Moment bei der Geburt, bei dem die liebevolle und innige Bindung zwischen Mutter und Neugeborenen entsteht. Das so wichtige Bonding sollte bei der Geburt selbstverständlich sein, egal ob natürliche Geburt oder Kaiserschnitt, doch die Realität sieht oft leider anders aus.

Was genau passiert beim Bonding?

Kaum, dass das Baby auf die Welt gekommen ist, wird es (wenn keine lebensbedrohlichen Komplikationen festzustellen sind) nackt und noch ungewaschen auf den nackten Bauch der Mutter gelegt. Zugedeckt mit einer Decke oder einem Tuch, kann es in geschützter Atmosphäre die Mama noch intensiver kennen lernen. Bei der Mama fühlt es sich geborgen, wo es doch gerade erst die schützende Gebärmutter verlassen hat. Nun sind überall laute Geräusche und grelles Licht, auch die Temperatur ist so anders. Das Baby erkennt die Mama bereits am Herzschlag und an der Stimme.

Nun kommen beim Neugeborenen weitere Sinne hinzu:

  • Es spürt den innigen Körperkontakt
  • Es fühlt die Wärme der Haut
  • es kann die Mama riechen
  • und es kann die Mama bzw. die Muttermilch schmecken

Macht das Baby die ersten Saugversuche an der Brust, wächst spätestens jetzt das Gefühl der tiefen Verbundenheit und bedingungslosen Liebe zwischen Mutter und Kind ins Unermessliche. Die Geborgenheit beim Bonding ist zudem ein wichtiger Grundstein, um Vertrauen aufzubauen.

Video: Stillen, Familienbett, Bonding: Babyfreundliche Krankenhäuser

Kaiserschnitt mit Bonding

Aus vielen Erfahrungsberichten und wissenschaftlichen Erkenntnissen ist heute bekannt, wie wichtig das Bonding nach der Geburt ist. Daher bieten mehr und mehr Kliniken das Bonding nach Kaiserschnitt an. Wenn das Baby keine lebensbedrohlichen Erkrankungen hat, kann es direkt im OP- Saal auf den nackten Bauch der Mutter gelegt und mit einer Decke zudeckt werden. Es gibt extra Bonding Gurte und Hemden, so dass das Bonding auch beim Kaiserschnitt ohne Probleme funktioniert. In der Regel muss die Mutter das Kind nur kurz beim Umlagern abgeben und kann es ansonsten bei sich haben.
Etwas Schwieriger ist es bei einem Kaiserschnitt mit Vollnarkose. Einzelheiten und Wünsche sollten mit der Klinik direkt abgesprochen werden.

Wenn ein Bonding nach Kaiserschnitt nicht möglich ist, könnte Re-Bonding eine super Alternative sein

Manchmal ist ein Bonding nach Kaiserschnitt leider nicht machbar. Bei Notkaiserschnitten oder wenn ein Leben (Mutter oder Kind) in Gefahr ist. Wenn das Kind untersucht werden muss, da es vielleicht gesundheitliche Probleme hat. Bei Frühchen ist es oft ebenfalls nicht möglich. Oder die Klinik bietet es nicht an und die Schwangere traut sich nicht, danach zu fragen. Die ersten Tage nach der Geburt sind sehr aufregend.
Ist das Bonding nicht möglich, könnte ein Re- Bonding eine wirklich hilfreiche und unterstützende Alternative sein, um die enge Verbindung zwischen Mutter und Kind entstehen zu lassen. Erfahrene Hebammen beraten sicherlich gerne zum Re- Bonding. Sogar noch Tage später kann das Re- Bonding stattfinden. Ein spezieller Badezusatz für das Baby kann angerührt werden. Das Baby wird kurz in dem Badezusatz gebadet und anschließend nackt auf den nackten Bauch der Mutter gelegt (so wie beim ursprünglichen Bonding). Mutter und Kind werden zugedeckt und das Licht sollte gedimmt sein, um eine angenehme Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Beim Re- Bonding können sehr starke und intensive Gefühle und Tränen aufkommen, das ist völlig ok und hilfreich, um das Erlebte zu verarbeiten.

Mädchen Ratgeber

Bonding einfordern

Da das Bonding so wichtig ist, sollte alles dafür getan werden, dass Mutter und Kind die Möglichkeit dazu haben. Immer mehr Kliniken machen ein Bonding nach Kaiserschnitt möglich. Weigert sich eine Klinik von vorneherein, sollte das Bonding notfalls eingefordert werden oder in eine andere Klinik gewechselt werden, die das Bonding möglich macht. Eine Geburt und das Bonding sind einmalige Erlebnisse, die prägend für das ganze Leben sind.

Titelbild: ©iStock.com – NataliaDeriabina

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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