Die wichtigsten Babyprodukte im Test

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Babyprodukte im Test
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Ein Baby kündigt sich an – und schon erzählt einem jeder, was man alles unbedingt dringend nötig braucht. Ratgeber in Buchform klären über Geburten, Schlafplätze, Milchmahlzeiten, Füttern und Erziehungsstile im Allgemeinen auf, von Babykursen und der richtigen Kleidung ganz zu schweigen. Kinderärzte, Hebammen und befreundete Mütter halten sich selten mit Rat zurück. Was braucht man nun in Sachen Babyprodukte, was ist völliger Quatsch, und was schadet sogar?

Die Erstausstattung – zwischen Basics und Luxus

Klinikkoffer und Erstausstattung sind die Listen, die Schwangere am meisten lesen. Viele der stets aufgeführten Dinge sind auch ganz sinnvoll, aber vieles braucht man eben doch nicht. Wegwerfwindeln zum Beispiel. Babyhaut ist so dünn und empfindlich, dass alle in den Windeln verwendeten Chemikalien in den Körper gelangen – und die Windeln sind nicht aus Papier hergestellt, sondern in der Regel aus sogenannten Superabsorbern, also aus Kunststoff. Windeln sind in der Regel nicht steril, Pilzsporen tummeln sich darauf genauso wie Bakterien.

 

Windeldermatitis und Wundsein leicht verhindern

Wenn also die Hebamme rät, während der ersten sechs Lebensmonate mit Stoff zu wickeln, dann hat sie einfach nur Recht – es ist der Gesundheit der Kinder zuträglich, Windeldermatitis und Wundsein können so verhindert werden, vom Beitrag zum Umweltschutz mal ganz zu schweigen. Billiger als die Verwendung von Markenprodukten ist es außerdem. Babys kommen mit Basics aus: Bodies, Mütze, Hemdchen und Strampler sowie Socken reichen aus, Schuhe, Gürtel, Halstücher, Haarschleifen und Schals brauchen Neugeborene auch für die Fußpflege nicht. Wenn es kalt wird, ist eine Decke sinnvoll.

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Schnuller und Flaschen – welches Babyprodukt?

Schnuller brauchen Babys eigentlich nicht. Wer „schnullern“ will, hat ein Bedürfnis nach Nahrung oder Nähe – beides sollte die Mutter geben, nicht ein Stück Plastik. Und das gilt auch für Fläschchen und Sauger: Natürlich kann jede Frau stillen. Wenn sie das will und unterstützt wird. Flaschen und Sauger gehören nicht zur Erstausstattung, sondern können nachgekauft werden, wenn man die Erfahrung macht, dass es eben doch nicht klappt. Wenn es denn doch die Mamaersatzstoffe sein sollen, gibt es einiges zu beachten.

Sauger und Schnuller aus Silikon sind hygienischer, „schmieren“ nicht nach mehrmaligem Auskochen, sind aber eben aus Silikon, also synthetischen Ursprungs. Latex und Naturkautschuk sind in Sachen Mundstücke synonym verwendet, es handelt sich um einen natürlichen Stoff. Die Sauger sind beißfester und dadurch eventuell länger haltbar, vertragen das hygienische Auskochen aber nicht so gut. Alternativen aus Polyurethan, einem weiteren Kunststoff mit ähnlichen Eigenschaften wie Silikon, gibt es ebenfalls.

Pflegeprodukte: Feuchttücher, Seife, Shampoo, Waschgel

Alle Babyprodukte in Sachen Pflege haben irgendwann einmal Sinn gemacht – sonst wären sie nie auf den Markt gekommen. Die meisten Babys sind absolut glücklich, wenn der Windelbereich beim Wickeln mit einem Waschlappen und etwas Wasser gereinigt wird. Feuchttücher sind unterwegs in Ordnung, zu Hause teurer Unsinn. Wundschutzcreme vertragen viele Kinder nicht, die braucht man ohnehin nur, wenn das Kind wirklich wund ist – und da kann man dann auch Puder, Öl, Heilwolle oder Seideneinlagen für die Windeln ausprobieren.

Kinder, die regelmäßig direkt bei Bedarf gewickelt werden und nicht nass liegen, werden aber in der Regel nicht wund. Abgesehen davon ist Babyhaut leicht zu reinigen: Wasser reicht aus. Und zwar recht lange.

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Möglichst nur Seife und Waschgel

Seife und Waschgel werden erst benötigt, wenn das Kind sich wirklich richtig schmutzig macht, also im Sandkastenalter. Und Shampoo braucht man erst, wenn die Haare länger sind und eigene Pflege brauchen. Mal ganz im Ernst: Die Beinbehaarung der Herren schafft es ja auch mit Wasser und Duschgel/Seife. Warum sollte es den wenigen, kurzen Haaren auf dem Kinderkopf da anders ergehen?

Wenig ist wirklich nötig, das meiste ist Luxus

Babyprodukte spielen mit der Angst der Eltern, etwas falsch zu machen. Der gesellschaftliche Druck ist in dieser Hinsicht recht groß: Bloß das Beste für das Kind! Und wenn möglich, reichlich. Das ist aber nicht ganz korrekt, denn am Besten geht es den Kindern, wenn die Eltern entspannt sind und so wenig Aufwand wie möglich betrieben wird. Kinder wachsen gesund auf, wenn sie sich natürlich entwickeln können und nicht zu kleinen finanzstarken Konsumenten gemacht werden. Genau das passiert aber, wenn Babyprodukte nicht in Hinblick auf den tatsächlichen Nutzen und Bedarf gekauft werden.

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Bildquelle: shutterstock.com – Monika Wisniewska

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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