Babyfläschchen richtig zubereiten

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Baby trinkt aus Flasche
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In Deutschland ist sauberes Trinkwasser eine Selbstverständlichkeit. Das Wasser wird in Wasserwerken aufbereitet und unterliegt festgesetzten Grenzwerten. Trotzdem kann es besonders für Babys und werdende Mütter schädlich sein. Warum?

Babys haben keinen Immunschutz vor Giftstoffen

Neugeborene sind sehr sensibel. Während der Schwangerschaft erfolgte die Ernährung mithilfe der Nabelschnur. Nach der Geburt muss der Organismus selbstständig funktionieren und braucht seine Zeit, um sich auf äußere Nahrung umzustellen. Die Blut-Hirn-Schranke ist in diesem Alter noch offen, sodass Giftstoffe ungebremst bis ins Gehirn gelangen können. Auch in der Schwangerschaft können Gifte, die die werdende Mutter über das Wasser zu sich nimmt, Erkrankungen des Ungeborenen begünstigen. Deshalb ist eine optimale Wasserqualität für Mutter und Kind unerlässlich.

Wenn sauberes Trinkwasser vom Gesetzgeber verordnet ist und ausgeliefert wird, stellt sich die Frage, warum besonders Familien mit Babys empfohlen wird, ihr Wasser auf Schadstoffe prüfen zu lassen? Das Problem liegt in den hauseigenen Rohrsystemen. Das Wasser verlässt die Wasserwerke in einwandfreiem Zustand, bis es auf die Rohrleitungen in den einzelnen Gebäuden trifft. Diese Leitungssysteme sind der Ursprung von Verunreinigungen mit:

  • Kupfer
  • Blei
  • Nitrat
  • Pseudomonaden
  • E.Coli-Bakterien
  • Enterokokken
  • Biofilme (Ablagerungen)
  • Legionellen
  • Nickel
  • Eisen (Eisenrohre)

Abkochen, Filtern oder Mineralwasser kaufen?

Blei- und Kupferrohre können als hausinterne Leitungen Schwermetalle ins gereinigte Wasser abgeben und die Gesundheit des Babys gefährden. Wird die Säuglingsmilch mit diesem Wasser zubereitet, wird das Baby durch seine Nahrung der Schwermetallbelastung ausgesetzt und der Körper vergiftet. Selbst das Stillen bietet in diesem Fall keinen Schutz, weil die Schadstoffe mit der Muttermilch ins Kind übergehen.

Obwohl vielfach angenommen, ist auch das Abkochen des Wassers keine sichere Alternative. Die hohe Wassertemperatur tötet zwar Bakterien und Keime und minimiert mikrobiologische Verunreinigungen, Schwermetalle (Blei) lassen sich auf diese Weise jedoch nicht aus dem Wasser entfernen.

Der Einsatz von Wasserfiltersystemen empfiehlt sich nur bei regelmäßigem Filterwechsel. Schwermetallbelastungen von Kupfer oder Blei werden verringert, allerdings sollte das Gerät vor einem Kauf hinsichtlich integrierter Silberionen begutachtet werden, die während des Filterprozesses ins Wasser gelangen können.
Mineralwasser aus der Flasche kann das Problem ebenfalls nicht lösen. Es kostet mehr als Leitungswasser und unterliegt wesentlich geringeren gesetzlichen Kontrollen.

Außerdem beschränken sich die zusätzlichen Mineralstoffe im Wasser laut Stiftung Warentest auf ein Minimum.

Der sicherste Weg zu unbedenklichem Wasser ist ein Trinkwassertest für Babys und Kleinkinder. Für die Herstellung von Babybrei und Flaschennahrung ist unbelastetes Leitungswasser jedem anderen Wasser vorzuziehen. Der Test wird von einem Labor durchgeführt und zeigt nach wenigen Tagen, ob das hauseigene Leitungswasser die Gesundheit des Babys unterstützt oder ob Handlungsbedarf besteht.

Video: Wie gesund ist unser Leitungswasser?

Das Problem steckt dort, wo es nicht vermutet wird

Das Problem versteckt sich nicht nur in den hauseigenen Wasserleitungen. Verchromte Wasserhahnarmaturen können Nickel in das frische Trinkwasser abgeben, was speziell für Allergiker ein Problem darstellt. Findet sich Eisen im Wasser, liegt das häufig an Eisenrohren.

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Obwohl der menschliche Körper auf Eisen angewiesen ist, kann dieser das anorganische Eisen der Wasserleitungen nicht verwerten. Das Spurenelement wird in der Leber abgelagert und sorgt für erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigungen.

Wer den Gefahren des Leitungswassers aus dem Weg gehen möchte und auf Brunnenwasser zurückgreift, sollte die Qualität seines Wassers trotzdem mit einer Laboranalyse kontrollieren lassen. Während das Wasser in den Wasserwerken streng überwacht wird, haben Hausbrunnen nicht die gleichen Schutzmaßnahmen wie die Brunnenanlagen öffentlicher Versorger. Das Grund- und Brunnenwasser kann durch Schadstoffe (Düngemittel auf angrenzenden Feldern) belastet sein und wird zum Waschen, Putzen und Baden verwendet.

Textbild: © istock.com – romrodinka

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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