Wutanfälle bei Kleinkindern – So behalten Sie die Nerven

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Wutanfall bei Kindern
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Kaum sagt man etwas, brüllt der Nachwuchs schon los: Neeeeeiiiiiiiiiiin! Ich will niiiiiiiiicht! Die lautstarke Ansage wird allzu oft mit Stampfen, Hauen, Trampeln oder Kopf-gegen-Boden-Schlagen unterstrichen – als ob das Gebrüll noch nicht deutlich genug wäre. Was tun Eltern in dieser Situation? Es ist schwer, da einfach ruhig zuzusehen.

Verständnis aufbringen: Wutzwerge verstehen oft selbst die Welt nicht mehr

Bevorzugt geraten Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren in diese Art von Rage, weshalb das Alter im Englischen auch als „terrible two“ bezeichnet wird. In diesem Alter entwickeln Kinder sich geistig sehr schnell. Sie lernen, sich selbst gegen ihr Umfeld abzugrenzen, entdecken sich selbst als eigenständige Persönlichkeit und erfahren zum ersten Mal das Vorhandensein von verschiedenen Optionen.

Bislang war es so, dass Mamas oder Papas Wort Gesetz war – jetzt entdecken Kinder, dass es Alternativen gibt. Sie erkennen, dass da verschiedene Möglichkeiten sind, zwischen denen sie sich entscheiden können (oder auch nicht), und sie sind allzu oft mit diesem Prozess überfordert. Denn jede Entscheidung ist mit Konsequenzen verbunden, die nun plötzlich bewusst werden.

Ein simples „Bitte komm mit!“ von Mama weckt also automatisch Gedankengänge in die Richtung von „Ich kann auch hierbleiben.“, „Wenn Mama geht, bin ich alleine.“. Dass dieses Gedankengewitter ein zwei- oder dreijähriges Kind überfordert, ist selbstverständlich.

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Öffentliche Aufmerksamkeit, Verletzungen und Reue

Oft genug klingt die Wut schnell wieder ab, und der explosive kleine Erdenbürger muss getröstet werden. Schmusen zur Beruhigung ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich angesagt – denn wer sich selbst auf so emotionale Weise kennenlernt, muss selbst daran erinnert werden, dass das Leben auch schöne Momente bietet. Und dass es Verzeihung gibt. Wütende Kinder nehmen die gesteigerte Aufmerksamkeit des Umfelds und den Stress, den der Wutanfall bei den Eltern auslöst, durchaus wahr.

Und beides mögen sie in der Regel nicht. Wenn sich Kinder im Rahmen eines Wutanfalls verletzen, sich Kopf, Hände oder Beine anschlagen, brauchen sie natürlich umso mehr Trost und gegebenenfalls sollte sofort Erste Hilfe geleistet werden. Deshalb sind ein Päckchen Arnikasalbe gegen Sportverletzungen bei Kindern, ein Päckchen Kinderpflaster und Desinfektionsmittel in der Handtasche eigentlich ein Muss.

Zu Hause sollte immer eine Kühlkompresse im Kühlschrank bereit liegen. Kinder, deren Zornanfälle und Wutausbrüche ernst genommen werden, kommen schneller damit klar und erkennen, dass sie ihre Wut selbst gar nicht so ernst nehmen müssen (sollten). Und natürlich sollten Eltern und Freunde mit Kindern über die Wut reden:

Woher kommt die? Was hat die ausgelöst? Wie kann man die verhindern? Ein gelöstes Gespräch auf freundschaftlicher Ebene zusammen mit dem Angebot von Hilfe wirkt oft Wunder – nachhaltig.

Video: Wutanfälle bei Kindern? Erste Hilfe für Eltern!

Es geht schnell vorbei!

Auch wenn dieses schreckliche Alter subjektiv ewig anzudauern scheint und die Peinlichkeiten angesichts von Süßwaren in Geschäften oder Spielzeug in Schaufenstern jedesmal Stunden anzuhalten scheinen, gehen sie doch vorbei. Es ist noch kein Kind in der Trotzphase steckengeblieben, auch wenn man das angesichts erwachsener Choleriker manchmal anzweifeln mag.

Die Phase geht vorbei. Wirklich. Dieser Trost begleitet Sie und alle Eltern von wütenden Kleinkindern. Die Wutanfälle sind niemals persönlich gegen Eltern gerichtet, und wenn ein wütendes Kind um sich schlägt oder tritt, dann geschieht das niemals in der Absicht, jemanden zu verletzen. Es bricht sich lediglich die Wut Bahn, und die meisten Kinder wären selbst sehr dankbar, wenn sie nicht körperlich so stark reagieren würden.

Sie können den Wutanfall übrigens abkürzen, indem Sie gegenständliche Auslöser wie Spielzeug, Süßigkeiten oder die Gemüseportion beim Mittagessen aus dem Sinnesfeld des Kindes entfernen. Oder das Kind entfernen – im eigenen Zimmer können kleine Hitzköpfe manchmal schneller abkühlen. Bitte formulieren Sie das nicht als Strafe dem Kind gegenüber, sondern als Hilfe. Das Kind kann nichts für die Wut, eine Strafe ist also völlig unangebracht.

Durchatmen, nicht provozieren lassen und später darüber lächeln

Trauriger JungeIn der konkreten Situation können Sie nicht viel unternehmen. Sie können dem Kind durch ruhiges Verhalten, leises Sprechen und nicht-invasives Verhalten etwas helfen, aber die Wut müssen Kinder letzten Endes selbst besiegen.

Das ist ein ganz natürlicher Teil der Persönlichkeitsentwicklung. Es hilft auch nichts, wenn Sie in Streitsituationen nachgeben (und die gewünschte Schokolade um des lieben Friedens willen kaufen), denn dann löst etwas anderes den nötigen Wutanfall aus. Lassen Sie sich nicht provozieren, bleiben Sie ruhig und üben Sie sich in Geduld und deeskalierendem Verhalten.

Sie werden später mit Ihrem Kind über die Situation lächeln können. Garantiert.

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Titelbild: ©iStock.com/ia_64
Textbild: ©iStock.com/lvdesign77

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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