Wenn wachsende Familien und schrumpfender Wohnraum kollidieren

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Familienwohnungen immer teurer
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Das Problem der Wohnraumknappheit in deutschen Städten wird immer drängender. Zwar stehen den steigenden Einwohnerzahlen auch zahlreiche Bauprojekte entgegen, doch ganz im Trend der Gentrifizierung liegend, stehen allzu häufig finanzielle Interessen einer Bedienung des aktuellen Bedarfs entgegen.

Mittelschicht wird oft vernachlässigt

Steigende Marktwerte jener Städte und Stadtteile, die einen besonders hohen Zuwachs erfahren, führen dazu, dass Investoren ihre Gewinnspannen lieber durch aufsehenerregende Bürobauten oder kostspielige High-End-Wohnungen vergrößern, anstatt sich auf die Mittelschicht zu konzentrieren.
Durchschnittsmiete deutscher StädteQuelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/mietpreise-in-deutschland-wohnen-in-muenchen-ist-am-teuersten-a-951431.html

Das Resultat dieser Marktentwicklung ist, dass es insbesondere für junge Erwachsene und Familien immer schwerer wird, bezahlbaren Wohnraum zu finden, der ihren Bedürfnissen entspricht. Besonders betroffen von diesen Entwicklungen sind folgende Metropolen:

  • München
  • Stuttgart
  • Köln
  • Frankfurt
  • Hamburg

Obwohl es immer Ausweichmöglichkeiten gibt – für München wurden bereits einige zusammengetragen -, so bleibt doch festzuhalten, dass es nicht immer umgehend möglich ist, seine Wohnsituation optimal auf seine Lebenssituation abzustimmen. Gerade beim Leben mit Kindern entstehen jedoch ganz neue Bedürfnisse, denen gerecht geworden werden muss.

Eine neue Spielwiese für Innenarchitekten und Designer weltweit

An dieser Stelle setzen verschiedene Designer und Innenarchitekten weltweit an und beginnen neue Wohnkonzepte, die auf kleinen Raum ausgerichtet sind, zu entwerfen. Extreme Beispiele der Wohnraumknappheit, aber auch erstaunlich kreative Lösungen sind dabei im asiatischen Raum zu finden. In Metropolen wie Hongkong oder Shanghai beispielsweise, in denen Wohnungen nicht selten aus einem kleinen Raum bestehen, setzen sich zunehmend multifunktionale Konzepte durch:

Video: Architekt aus Hong Kong

Mithilfe strategisch platzierter und beweglicher Wandelemente unterliegt der Wohnraum einer ständigen Metamorphose. Diese Lösung ist zwar brillant, jedoch nicht sehr geeignet für Familien, da die Tagesabläufe und Wohnraumbedürfnisse der Bewohner unterschiedlich sind. Ein entscheidender Lösungsansatz, den Betroffene sich hierzulande jedoch abschauen können, ist der Grundsatz des Platzsparens durch Multifunktionalität.

Mädchen Ratgeber

Tipp

Dieses Prinzip muss dabei keineswegs auf den ganzen Raum angewandt werden, bereits multifunktionale Möbelstücke vereinen platzraubende Basiselemente wie beispielsweise Schreibtisch, Kommode und Betten für Kinder auf engstem Raum. Mit einem solchen Möbelstück kann eine erhöhte Liegefläche entstehen, die dabei zusätzlichen Stauraum schafft.

So können selbst in kleinen Zimmern die grundlegenden Einrichtungselemente untergebracht werden, ohne dem Kind mehr Spielfläche als nötig zu nehmen.

Die Durststrecke als Innovationsmotor urbaner Lebenskonzepte

Bei all der Unzufriedenheit, die sich unter Bürgern besonders betroffener Stadtteile breitmacht, ist jedoch auch ein sehr strahlendes Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Das erwachende Bewusstsein der Bürger für ihren unmittelbaren Lebensraum sowie die dezidierte Auseinandersetzung mit dem urbanen Lebenskonzept geben Anlass zur Hoffnung, dass die Früchte dieser wohnraumbezogenen Durststrecke nicht auf neue innenarchitektonische Konzepte beschränkt bleiben, sondern dass die Problematik urbanen Lebens in der Zukunft sehr viel umfassender angegangen werden wird.

Fazit

Am Ende der aktuellen Entwicklungen steht somit nicht nur die Hoffnung, dass der Wohnraum wieder bezahlbarer und flexibler zu wechseln sein wird, sondern darüber hinaus die Wahrscheinlichkeit, dass auch der öffentliche Raum eine ganz neue Interpretation als täglicher Lebensraum erfahren wird und die Partizipation der Bevölkerung in politischen Beschlüssen gestärkt wird.

Bildquelle: © Johnny Habell – shutterstock.com

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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