Ursachen von Cybermobbing: Wenn das eigene Kind zum Täter wird

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Mädchen wird über das Telefon gemobbt
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In Zeiten der Digitalisierung ist Cybermobbing ein großes Problem – gerade unter Kindern ist das Online-Mobbing stark verbreitet. Was aber können Eltern tun, wenn das eigene Kind zum Täter wird?

Äußerungen und Auswirkungen des Cybermobbings

Wer Opfer von Cybermobbing wird, ist davon in der Regel tief betroffen. Besonders häufig handelt es sich dabei um Schüler, die bereits ein geringes Selbstbewusstsein haben und bei den Mitschülern zu einem einfachen Opfer werden. Egal, wie das Mobbing im Detail durchgeführt wird: Die betroffene Person fühlt sich hilflos.

Das gilt vor allem für das Cybermobbing, da sich Daten und Information hier rasant und unkontrolliert verbreiten können. Ein peinliches Foto kann in kürzester Zeit an die ganze Klasse versendet werden. Darüber hinaus wird Cybermobbing meistens auch auf das echte Leben übertragen: Wer online gemobbt wird, wird meistens auch in der Schule ausgegrenzt. Gängige Folgen sind schlechtere Noten oder „verloren gegangene“ Dinge, die von den Mobbern zerstört wurden.

In manchen Fällen kann es sogar zu körperlicher Gewalt kommen. Das Opfer wird einsam und verschließt sich anderen – meistens spricht das betroffene Kind weder mit Freunden noch der Familie über das Erlebte. Beleidigungen und Erniedrigungen schwächen das Selbstwertgefühl des Kindes noch weiter. Depressionen, selbstverletzendes Verhalten und sogar Suizidgedanken sind dann keine Seltenheit.

Ursachen von Cybermobbing: Wie werden Kinder zu Tätern?

In jedem Fall ist es wichtig, dass sich bei Cybermobbing um das betroffene Kind gekümmert wird. Ebenso von Bedeutung ist es jedoch, die Ursachen zu prüfen – wie wurden die Kinder und Mitschüler zu Tätern? Was sind die Ursachen von Cybermobbing? Häufig haben die Täter selbst ein geringes Selbstwertgefühl, das durch die Demütigung des Opfers gestärkt werden soll. Schwächen werden kompensiert, indem die Schwächen und vermeintlichen Fehler des Opfers bloßgestellt werden.

So wird die körperliche und soziale Überlegenheit demonstriert. Schüler, die aktiv mobben, sind dabei in den seltensten Fällen alleine: In den meisten Fällen zeigt sich eine Gruppendynamik, die das Cybermobbing vorantreibt. Die Anonymität des Internets trägt dazu einen bedeutenden Teil bei – hier können sich die anonymen Schüler unangreifbar und stark fühlen. Zudem zeigt sich häufig, dass die „Anführer“ einer Gruppe ihre Führungsposition durch das Mobbing untermauern wollen.

Mädchen Ratgeber

Erziehung ist ein wichtiger Faktor

Nicht zuletzt spielt auch der Erziehungsstil der Eltern eine Rolle: Wird das Kind mit Gewalt erzogen oder wird ihm keine Liebe zuteil, kann es Probleme online kanalisieren – im Herabwürdigen eines Anderen.

Gegen die Ursachen von Cybermobbing: was Eltern tun können

Eine große Rolle bei der Entstehung des Cybermobbings spielt also das Elternhaus. Wie die Eltern das Kind erziehen, bestimmt maßgeblich, wie der Sohn oder die Tochter mit anderen Menschen umgeht. Präventiv ist also ein liebevolles Zuhause notwendig, um eine Täterschaft zu verhindern.

Sollte das Kind bereits aktiv mobben, müssen die Eltern zum einen natürlich das Gespräch mit dem Kind suchen und diesem verständlich machen, wieso diese Aktionen falsch sind. Häufig hilft auch der Dialog mit dem Opfer: So übernimmt das Kind Verantwortung für sein Handeln.

Andererseits sollten Eltern auch langfristig das Selbstbewusstsein der Kinder stärken und diese zum Beispiel öfter loben – so muss das Kind sich sein Ansehen nicht durch das Cybermobbing verdienen. Zudem sollte herausgefunden werden, was beim Kind eventuellen Frust verursacht.

Video: Warum ich gemobbt habe

Mit Verständnis gegen Cybermobbing

Ursachen von Cybermobbing können verhindert und bekämpft werden. Eltern sollten dauerhaft das Selbstwertgefühl des eigenen Kindes stärken und diesem neben klaren Regeln auch ein liebevolles Zuhause bieten. Bei bereits bestehendem Cybermobbing müssen Eltern dem Kind die Konsequenzen des Handelns klarmachen und den Dialog suchen.

Titelbild: ©istock.com – Highwaystarz-Photography

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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