Riester Rente – Erklärung für Groß & Klein

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Im Gegensatz zu staatlichen Rentenversicherung ist die Riester Rente noch gar nicht so alt. Erste Überlegungen wurden etwa um das Jahr 2002/2003 und dann unmittelbar umgesetzt. Hinter der Riester Rente steht die Idee, dass der Staat die private Altersvorsorge zwar fördern möchte, aber der Finanzsektor gerade langfristige Gelder besser anlegen kann. Deshalb ist die Riester Rente eine zusätzliche und keine alleinige Säule der privaten Altersvorsorge!

Die neue Zusatzrente vereint staatliche Zuzahlungen und Zinseszinseffekt

Zugegeben: Die Regelungen der neuen Zusatzrente sind nicht ganz einfach zu verstehen, denn es müssen verschiedene Ziele unter einem Dach vereinigt werden, damit die private Altersvorsorge richtig Fahrt aufnimmt. Zum ersten suchten der damalige Bundeskanzler Schröder und sein Minister Walter Riester eine Möglichkeit, die Rente zu fördern und Altersarmut zu bekämpfen. Deshalb musste eine neue Art „Sparvertrag“ oder langfristige Geldanlage her, die der Sparer erst in der Rentenphase auszahlen können soll.

Viele Bankprodukte waren dazu noch nicht geeignet, da ihre Werte Schwankungen an den Börsen unterliegen und ein hoher Wert nicht garantiert werden konnte. Deshalb enthalten alle Riester Verträge eine damals neue und inzwischen selbstverständliche Garantie einer Mindestauszahlungssumme, die die Einzahlungen und staatlichen Zuschüsse umfasst. Damit der Vermögenszuwachs noch schneller vorangeht, leistet der Staat Barzuschüsse auf alle Verträge.

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Saftige staatliche Zuzahlungen helfen beim Vermögensaufbau

Vor dem Hintergrund eines schnelleren Vermögensaufbaus hat sich der Staat dazu entschieden während der gesamten Einzahlungsphase jährliche Zulagen zu leisten. Pro Erwachsenem sind dies 156 Euro, pro Kind je nach Geburtsjahr bis zu 300 Euro pro Jahr – bis das Kind die Ausbildung beginnt bzw. kein Kindergeld mehr bezahlt wird (Höchstaltersgrenze bei Studierenden). Damit kann sich jedes junge Paar oder auch jeder Single ausrechnen, wie hoch die staatlichen Zulagen sind. Für diese muss der Anleger nichts zurückbezahlen, sie werden dem Vertrag voll gutgeschrieben. Einzige Voraussetzung ist, dass der Anleger mindestens 4 % seines Einkommens in den Vertrag anlegen muss. Ansonsten würde eine zusätzliche private Altersvorsorge auch wenig Sinn machen, wenn sie nicht zu einem erheblichen plus an Lebensqualität in der Rentenphase beitragen würde.

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Legt der Staat oder der Finanzsektor das Geld besser an?

Als die zusätzliche Altersvorsorge entworfen wurde, stand die Öffentlichkeit noch teilweise unter dem Schock eines plötzlichen Kurseinbruches einiger Aktienkurse beispielsweise 1997 oder auch Anfang des Jahrtausends. Deshalb sollte diese neue Zusatzrente zwar normale oder verbesserte Bankprodukte nutzen, aber etwas ganz Besonderes sein: Mit ihr teilt jeder Einzahler das Risiko auf seine bisherige (nicht durch die neuen Riester Verträge negativ beeinflusste) Vermögensposition und den zusätzlichen Rentenvertrag auf.

Da niemand ganz exakt in die nächsten 30, 40 Jahre vorausblicken kann setzt das Riester Konzept deshalb auch auf zwei starke Säulen: Einerseits die Beibehaltung der bisherigen staatlichen Rente, andererseits auch auf
den Teil im Finanzsektor. Damit wird das Risiko zwischen beiden Geldanlagemöglichkeiten gestreut – so wie es sich auch bei der kurzfristigeren Geldanlage lohnen würde.

Während der Erwerbsphase und der Rentenzeit gut leben

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die neue freiwillige Zusatzrente ein erhebliches Plus an Lebensqualität während der Rentenphase bieten wird. Da die Einzahlungen heute nicht zu hoch und nicht zu niedrig sind, verzichtet der Einzahler in der „Jetztzeit“ nicht auf zu viel und baut sich einen großen Vermögensstock auf. Dieser kann genutzt werden, um in der Rentenzeit Freiheit und Freizeit zu genießen und auch einen hohen Lebensstandard beizubehalten. Deshalb ist jede Einzahlung auch ein Bekenntnis zu einem guten Leben „später“ – sie hilft bei der Vermeidung von Altersarmut.

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Bildquelle: ©iStock.com/monkeybusinessimages

Über den Autor

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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