Resultat der Weltwirtschaftskrise: Jugendarbeitslosigkeit in Europa

Initiative gegen Arbeitslosigkeit gegründet
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Die Jugendarbeitslosigkeit in Europa hat mittlerweile bedenkliche Ausmaße angenommen. Besonders auffällig ist die hohe Zahl von Arbeitslosen unter 30 Jahren in den südlichen und krisengeschüttelten Regionen Europas. Während die Politik in langwierigen Abstimmungsprozessen und Diskussionen kaum einen praktischen Beitrag zur Verbesserung der Situation von jungen Berufsanfängern leistet, gründen Unternehmen private Initiativen zur Förderung der Berufstätigkeit.

Jugendarbeitslosigkeit bedeutet Perspektivlosigkeit

Arbeitslosigkeit betrifft nicht nur junge Menschen, sondern alle Altersgruppen. Dennoch sind Berufsanfänger von den Folgen stärker betroffen. Die Kenntnisse und Fähigkeiten, die sie sich während der Ausbildung oder dem Studium angeeignet haben, können nicht in der Berufspraxis angewendet werden. Viele sind so gezwungen auf andere Berufe und Tätigkeiten auszuweichen, in denen sie ihre erworbenen Kenntnisse dann häufig gar nicht brauchen.

Viele dieser Beschäftigungen sind zudem befristet und schlecht bezahlt. In der Folge kommt es zu Wanderbewegungen innerhalb Europas. Die jungen Menschen gehen in andere EU-Länder und versuchen dort ihrem Traumberuf nachzugehen. Dabei treffen sie auf neue Schwierigkeiten. Wer keine Freunde oder Verwandten in dem fremden Land hat, ist auf sich allein gestellt. Es gilt, die Familie und Freunde zurück zu lassen und sich auf die neue Kultur und Sprache einzulassen.

Video: Resultat der Weltwirtschaftskrise: Jugendarbeitslosigkeit in Europa

Lokale Arbeitgeber in der Pflicht

Für junge Menschen kann das unter Umständen eine unüberwindliche Hürde werden, da sie meist noch starke Bindungen zum Elternhaus haben. Ohne die tatkräftige Unterstützung der lokalen Arbeitgeber geben viele der jungen Absolventen nach kurzer Zeit auf und kehren in ihre Heimat zurück.

Während die Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union bei durchschnittlich 23,6 Prozent im Jahr 2013 liegt, beträgt sie in Spanien erschreckende 57,7 Prozent. So protestierten junge Menschen in den Jahren 2011 und 2012 wochenlang auf dem Platz Puerta del Sol in Madrid. Da Spanien einem strikten Sparzwang durch die Wirtschaftskrise unterliegt, fehlt das Geld für Förderprogramme, die jugendliche Menschen in die Erwerbstätigkeit bringt.

Griechenland liegt knapp hinter Spanien auf dem traurigen zweiten Platz der Jugendarbeitslosigkeits-Statistik mit 54,8 Prozent. Diese Situation führt zu Wanderbewegungen in Europa, denn die jungen Menschen versuchen verzweifelt in Lohn und Brot zu kommen, um überhaupt eine Zukunft zu haben (Quelle: Statista).

Mädchen Ratgeber

Youth Employment Initiative startet!

In Deutschland ist man einen Schritt weiter. Die Nestlé Deutschland AG hat eine Initiative gestartet, die 2400 Menschen unter 30 Jahren in Arbeit bringen soll. Das Angebot richtet sich an gut ausgebildete Jugendliche und Akademiker. Ein Grund dafür ist der Fachkräftemangel, der den Unternehmen heute schon Sorgen bereitet.

Deutschland wird immer älter

Durch die Überalterung der deutschen Gesellschaft und immer weniger Geburten fehlen schon heute die Fachkräfte für morgen. Dieser Trend wird sich verstärken, wenn keine privaten Initiativen zustande kommen. Die Youth Employment Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, Firmen und gut ausgebildete junge Fachkräfte zusammen zu bringen und diesen eine Perspektive zu geben. Sie sind im Rahmen der Initiative als Trainees, Auszubildende und in Berufen tätig. Die EU-Bildungsministerin unterstützt diesen Vorstoß bei der Auftaktveranstaltung in Athen.

Anna Guerra, die ihr Studium mit Bestnoten absolviert hat und lange Zeit erfolglos in Portugal Arbeit suchte, wurde in die Initiative aufgenommen. Sie ist glücklich über die Chance, endlich in der Praxis anwenden zu können, was sie im Studium gelernt hat.

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Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.