Ratgeber zum Cybermobbing

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Mobbing übers Handy
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Cybermobbing ist eine Form des Mobbings, die als Schattenseite der Kommunikation im Internet entstanden ist. Potentielle Opfer sind leicht zu finden – und somit leicht zu mobben. Je mehr Informationen über eine Person freigegeben sind, desto einfacher ist es für einen Peiniger, Vorlagen fürs Mobbing zu finden. Daher ist es besonders wichtig, die Mediennutzung der Kinder zu kennen um aktiv die Medienkompetenz der Kinder schulen. Um mehr über die Medienkompetenz des eigenen Kindes zu erfahren, kann der Medienkompetenztest von scoyo genutzt werden.

Welche Formen von Cybermobbing gibt es?

Leider sind Mobber beim Cybermobbing sehr kreativ. Häufig suchen sie sich in sozialen Netzwerken private Informationen über ihre Opfer und verbreiten diese in einer herablassenden Art und Weise. Private Fotos oder Statusmeldungen werden beispielsweise ausgedruckt und überall an öffentlichen Orten aufgehängt. Beliebt sind auch Läster-Attacken in Kommentaren.

Noch empfindlicher sind Fälle, in denen sich der Peiniger seinem Opfer im Chat nähert und ihm durch Vertrauen Informationen entlockt, die gegen die Person verwendet oder weitererzählt werden können, obwohl sie privat sind. Diese Form beinhaltet nicht nur Details, die erzählt wurden, sondern auch private Fotos, um die der Peiniger sein Opfer nach den Aufbau von Vertrauen gebeten hat.

Sollte es sich dabei um intime Fotos handeln, die ein besonders begehrtes Motiv sind, macht sich das Mobbing-Opfer sogar erpressbar. Eine weitere, zwar weniger gefährliche, aber genauso verletzende Form des Cybermobbings sind verleumderische Webseiten über Mobbing-Opfer.

Video: Cyber Mobbing – Der Film

Was sind die Gefahren von Cybermobbing?

Genau wie jede andere Form des Mobbings ist Cybermobbing zunächst verletzend für die Betroffenen. Sie fühlen sich ausgegrenzt, finden keinen Anschluss und erleiden in schweren Fällen psychische Schäden, die weitere Folgeschäden verursachen können. Mobbing ist kein Phänomen des Internets, jedoch hat es neue Formen des Mobbings hervorgebracht, denen man mit neuen Maßnahmen begegnen muss. Besonders die unbedachte Weitergabe oder Veröffentlichung sensibler, persönlicher Daten ermöglicht eine neue Qualität des Mobbings.

Geraten diese Daten an die falschen Hände, können sie sich sehr schnell verbreiten und den Ruf der Betroffenen noch für Jahre danach schädigen. Inhalte, die einmal den Weg ins Netz gefunden haben, sind nur schwer zu entfernen.

Welche Anzeichen deuten darauf hin, dass mein Kind gemobbt wird?

Besonders oft sind Kinder und Jugendliche vom Cybermobbing betroffen. Eltern können beispielsweise die Namen ihrer Kinder googlen oder ihre Profile in sozialen Netzwerken verfolgen, um Anzeichen für diffamierende Inhalte zu sammeln. Darüber hinaus zeigen betroffene Kinder übliche Anzeichen von Mobbing-Opfern. Sie sind zurückgezogen und zurückhaltend, leisten in der Schule vielleicht weniger als üblich oder sind im Gegensatz dazu ungewöhnlich aggressiv und aufbrausend.

Mädchen Ratgeber

Was kann man gegen Cybermobbing tun?

Das Internet wirkt oft unkontrollierbar – und in gewisser Hinsicht ist es das sicherlich. Cybermobbing unter Kindern lässt sich am besten auf klassischem Wege durch Gespräche mit der Schule und den Eltern der Kinder klären. Schlimmstenfalls läuft es auf eine Unterlassungsklage hinaus, doch wenn die Eltern der Mobber kooperativ sind, gibt es auch andere Wege, das Cybermobbing zu unterbinden und hochgeladene Inhalte wieder vom Netz zu nehmen und vollständig zu löschen.

Welche Präventivmaßnahmen sind wirkungsvoll?

Der verantwortungsbewusste Umgang mit persönlichen Daten, insbesondere mit Fotos und Aussagen im Chat, sollte Kindern frühzeitig beigebracht werden. Verbote bringen in der Praxis nichts – Kinder finden einen Weg, sich der Gefahr auszusetzen. Das hat aber auch etwas Gutes: nur durch Kontakt mit dem Risiko lernen sie, damit umzugehen. Es muss nicht jede Freundschaftsanfrage angenommen werden. Vertrauen im Netz muss überdacht werden. Zudem sollten sich Kinder immer überlegen, dass der hochgeladene Inhalt oder der geschriebene Satz im Chat theoretisch jedem zugänglich ist – eine Überlegung, die den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Netz greifbar macht.

Weitere wichtige Hinweise und Tipps zum Thema Cybermobbing finden Sie im Eltern Magazin von scoyo.

Bildmaterial: ©iStock.com/omgimages

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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