Mein Kind beißt! – Was sind die Ursachen?

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Junge beißt Mädchen in Nase
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Kinder bringen Liebe oder Wut unterschiedlich zum Ausdruck. Manche küssen oder kuscheln, andere schreien oder stampfen auf den Boden. Dann gibt es Kinder, die beißen – aus Zuneigung oder aus Wut.

Hilfe, mein Kind beißt! Das sind die Ursachen.

Beißende Kinder – die Ursachen

Grundsätzlich gilt: Oftmals ist das Beißen nur eine Phase und kein Grund zur Beunruhigung. Ob sich Eltern Sorgen machen müssen, hängt vom Alter und der individuellen Entwicklung des Kindes ab. Bei einem beißenden Kleinkind unter zwei Jahren handelt es sich um ein “altersgerechtes Verhalten”, das meist von allein wieder aufhört. Kleine Kinder beißen aus negativen oder positiven Emotionen heraus. Von ihren Gefühlen regelrecht überschwemmt und unfähig, diese zu kontrollieren, beißen sie reflexhaft zu.

Im dritten Lebensjahr lernen Kinder, dass sie anderen Personen damit weh tun können. Im Kindergartenalter schließlich besitzen sie die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und mit Kindern mitzufühlen. Sie wissen nun genau, wie weh ein Biss tun kann.

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Kein elterliches Versagen

Wichtig: Das Beißen des Kindes ist nicht auf elterliches Versagen zurückzuführen – das Temperament des Kindes ist angeboren. Wichtig ist, dass die Eltern aufmerksam zuhören und hinsehen, um die Ursachen des Beißens und Möglichkeiten zur Abhilfe ergründen zu können.

Mein Kind beißt – was tun?

Babys und Kleinkinder beißen niemals aus einer bösen Absicht heraus. Erziehungsmittel wie Strafen oder Zurückbeißen führen am Bedürfnis des Kindes vorbei. Beißt jedoch ein Kindergartenkind, müssen ihm Eltern und Erzieher klar aufzeigen, dass sein Verhalten nicht geduldet wird:

  • Das gebissene Kind trösten: Das Kind, das gebissen wurde, muss zuerst mit Trost, Verständnis und eventuell auch medizinisch versorgt werden.
  • Alternativen einüben: Nachdem sich beide Kinder beruhigt haben, können mithilfe kindgerechter Rollenspiele verbale Alternativen zur Streitschlichtung geübt werden. Die meisten Kindergartenkinder beißen nicht mehr, nachdem ihnen Handlungsalternativen aufgezeigt wurden.
  • Das Kind ermutigen, Erwachsene um Hilfe zu bitten: Eltern sollten ihrem Kind stets versichern, dass es bei Problemen jederzeit zu ihnen oder den Erziehern im Kindergarten kommen kann.
  • Im Dialog mit dem Kindergarten bleiben: Im Gespräch mit den Erziehern können Eltern nicht nur herausfinden, ob deren erzieherische Maßnahmen ihren eigenen Vorstellungen entsprechen, sondern auch hilfreiche Lösungen für Verhaltensprobleme erfahren.

Der liebevolle Weg aus der Beißphase

Sobald Kinder sich sprachlich besser ausdrücken und ihre Emotionen mitteilen können, endet meist auch die Phase des Zubeißens.

Eltern haben während dieser schwierigen Zeit die Aufgabe, andere Personen vor Verletzungen durch das beißende Kind zu schützen. Dies geschieht am besten in Form eines offenen Gesprächs, innerhalb dessen deutlich wird, dass das Kind im Moment nicht anders handeln kann.

Um in Beißsituationen rechtzeitig eingreifen zu können oder diesen vorzubeugen, sollten Eltern ihr Kind zum Spielen begleiten und genau beobachten. Vor allem Kinder, die das Beißen als Kommunikationsmittel nutzen, müssen in ihren Bedürfnissen ernst genommen werden. Das Kind beißt die Mutter ins Bein? Vielleicht wollte es ja auch nur in den Arm genommen werden, und die Mutter hat dies übersehen. Hier gilt es, genau auf die Signale des Kindes zu achten, um entsprechend handeln zu können.

Jedes Kind ist anders

Mein Kind beißt! Schuldbewusste Eltern suchen die Ursachen oftmals in ihrem Erziehungsstil – völlig unbegründet. Jedes Kind bringt seine Emotionen individuell zum Ausdruck. Das eine beißt vor Wut in sein Kuscheltier, das andere in die Haut des Spielkameraden. Der Weg aus dieser Phase heraus führt nicht über Bestrafung und Ausgrenzung, sondern über liebevolles Verstehen der kindlichen Bedürfnisse.

Titelbild: ©istock – Cherry-Merry

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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