Kindgerecht erklärt – 5 Tipps für Konversationen mit den Kleinsten

0
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertunge(n), Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Autoritäre Erziehung, die mit vielen Restriktionen und wenigen Erklärungen auskommt, ist eher aus der Mode geraten. Heutzutage legt man Wert darauf, dass Kinder nicht einfach folgen, sondern verstehen, warum sie folgen sollen. Aber kommt das, was Mama und Papa da erklären, auch immer an?

Zuhören ist nicht so einfach, wie man denkt

Eigentlich ist es eine leichte Sache: Man sagt etwas, das Gegenüber hört zu, Thema erledigt. Nein! Für Kinder ist einfach nur Zuhören gar nicht so leicht. Sie sind permanent abgelenkt, finden alles um sie herum furchtbar interessant, und dann leidet die Aufmerksamkeit. Ob das, was man erzählt, auch wirklich ankommt, ist oft gar nicht so leicht festzustellen.

Denn Kinder sind gut darin, zu nicken und dabei mit ihren Gedanken in ganz anderen Welten zu sein. Und dagegen kann man auch kaum etwas tun. Denn wer auf direktem Blickkontakt beim Reden besteht und womöglich noch mit Rückfragen nervt, wird schnell mit Aggressionen belohnt: Viele Kinder wollen das nicht. Dazu kommt, dass die Sprache der Erwachsenen nicht leicht ist.

Kinder bauen ihren Wortschatz gerade erst auf, so dass kindgerecht erklärt auch immer bedeutet, dass kindgerechte Wörter benutzt werden müssen. Vorsicht: Babysprache ist wieder etwas anderes. Dumm sind Kinder nicht.

Zusammenhänge erklären und auch mal etwas weiter ausholen

Warum ist die Sonne heiß, wieso scheint der Mond nachts kalt, und warum stehen die ständig woanders am Himmel? Kinder haben viele Fragen, und alle wollen beantwortet werden. Erwachsene reagieren da häufig etwas genervt, aber es lohnt, wenn die Zusammenhänge kindgerecht erklärt werden.

Das sollte allerdings immer in kleinen Portionen passieren, denn die Informationen müssen ja auch verdaut werden. Es ist absolut normal, wenn Tage nach einer Erklärung scheinbar zusammenhanglos plötzlich tiefere Fragen zu dem längst abgeschlossenen Thema aufkommen.

Das zeigt eigentlich nur, dass da ein kleiner Mensch gut zugehört und über das Gehörte nachgedacht hat. Kindgerechte Kommunikation schließt wiederholtes Aufgreifen und Vertiefen eines Themas ein, und manche Fragen werden innerhalb eines Monats bestimmt zehnmal gestellt. Auch das ist normal.

Video: Kinderquatsch mit Luke – LUKE! Die Woche und ich

Einfache Wörter, Geduld und kleine Portionen – fehlt noch etwas?

Ja! Kinder lernen mit allen Sinnen gleichzeitig. Deshalb kann die Erklärung in Worten noch so kindgerecht formuliert, langsam, deutlich und geduldig vorgetragen sein: Sie kommt unter Umständen nicht an. Denn Worte sind nur Worte. Wer dagegen Anschauungsmaterial bereit hält, etwas zum Tasten, Riechen und vielleicht sogar Experimentieren bereit hat, der kann auf mehr Resonanz hoffen. Kindgerecht erklärt bedeutet, kurz zusammengefasst:

  • Alle Sinne ansprechen: Kinder wollen hören, riechen, sehen, anfassen und vielleicht sogar schmecken und sich dabei bewegen. So erschließen sie sich die Welt, und so kommen Erklärungen an.
  • Einfache Worte wählen und in kurzen, einfachen Sätzen sprechen.
  • Deutlich sprechen und auf die Aufmerksamkeit achten: Die Aufmerksamkeitsspanne von Kindern liegt manchmal nur im Sekundenbereich.
  • Themen immer wieder aufgreifen und wiederholt in kleinen Portionen vertiefen.
  • Alltagsnah und aus der Erfahrungswert der Kinder heraus erklären.

Mädchen Ratgeber

Anschaulich erklärt mit medialer Unterstützung

Heute geht eigentlich nichts mehr ohne Medien: Wissensendungen von der Sendung mit der Maus über Pur+ bis hin zu Wissen macht Ah! boomen. Kinder wollen sich die Welt möglichst selbständig erschließen, und wenn Wissensformate in Fernsehen und Internet gut ankommen, dann ist das völlig in Ordnung.

Denn unter Umständen können die Medienstars Kindern die Welt einfach besser erklären als die Eltern: Sie gelten als cooler, sind meist jünger und machen zudem Sachen, die die Eltern einfach nicht tun würden. Allerdings sollte es nicht bei dem reinen Medienkonsum bleiben.

Eine Erklärung, die nicht nur erinnert wird, sondern auch verstanden ist und deren Essenz angewandt werden kann, schließt immer auch eigene Erfahrungen mit ein. Und dafür ist eben doch die Interaktion wichtig. Wer kindgerecht erklärt, nutzt Experimente und die bereits vorhandenen Erfahrungen der Kinder.

Titelbild: ©istock – AGrigorjeva

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

Keine Kommentare