Kinderpatenschaft in Afrika – Welche Möglichkeiten habe ich?

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Wir haben hier in der westlichen Welt das Privileg, in stabilen politischen Verhältnissen, relativem Reichtum und vor allem in Sicherheit aufzuwachsen. In anderen Ländern ist das nicht selbstverständlich, und immer sind es die Kinder, die am meisten unter der Situation leiden. Unverschuldet, denn kein Kind macht Bürgerkrieg, sucht sich die herrschende Politik seines Landes oder auch nur die Region, in die es geboren wird, aktiv aus.

Kinder sind Zukunft – auch in Entwicklungsländern

Überall auf der Welt hängt die nahe und ferne Zukunft von dem ab, was die machen, die heute Kinder sind. Und die werden von ihrer Erziehung, den Erlebnissen ihrer Kindheit und nicht zuletzt einem vollen Bauch und der Fähigkeit des Lesens und Schreibens geprägt.

Wer einem Land oder einer Region langfristig helfen will, hilft der nachwachsenden Generation. Das ist nachhaltig, effizient, mit sichtbaren Resultaten verbunden, und es zieht Kreise. Nun kann nicht jeder einfach mal ein Kind aus einem Bürgerkriegsland adoptieren oder eine Schule in Afrika bauen – das ist für Einzelne nicht zu bewältigen.

Eine Patenschaft im ursprünglichen Sinne ist da einfacher zu bewerkstelligen. Eine Kinderpatenschaft beinhaltet neben der Sorge für das leibliche Wohl durch finanzielle Hilfe und materielle Geschenke aber eben auch die Verantwortung für das seelische und geistige Wohl des Kindes.

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Grundlegende Menschenrechte sind gefordert

Eine Erziehung im Sinne der Menschenrechte ist das Minimum an Anforderungen, die man stellen sollte, und eine ausreichende schulische Bildung, besser noch eine anschließende berufliche Ausbildung, sollte selbstverständlich sein.

Kindern in Not helfen

Eine Kinderpatenschaft ist vor allem deshalb so gern gesehen, da man als Spender genau weiß, wozu das Geld genutzt wird. Allerdings gilt es, genau achtzugeben. Nicht immer bedeutet eine Kinderpatenschaft, dass genau ein bestimmtes Kind unterstützt wird. Es wird zwischen direkten und indirekten Patenschaften unterschieden. Im Falle einer indirekten Unterstützung kommt das Geld in einen Pool und wird für verschiedene Projekte genutzt.

Wer also wirklich ein bestimmtes Kind unterstützen möchte, der sollte auf eine direkte Kinderpatenschaft achten. In diesem Falle erhält man auf Wunsch meist auch Berichte über die Entwicklung des jeweiligen Paten und zum Teil sind Briefkontakte oder sogar Treffen im Heimatland möglich. Hier sollte man aber immer im Auge behalten, dass für eine solche Patenschaft in der Regel Verwaltungskosten anfallen, die von den Spendensummen abgerechnet werden müssen.

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Überkonfessionelle Anbieter und kirchliche Organisationen

Der normale Weg ist, sich im Internet nach einer Kinderpatenschaft zu erkundigen. Anbieter wie World Vision, Kindernothilfe, SOS-Patenschaft und ähnliche Organisationen sind rein darauf angelegt, Patenschaften für Kinder (vor allem in Afrika) zu vermitteln. Die Organisationen beschäftigen Hauptberufliche ebenso wie Nebenverdiener, sie arbeiten also kommerziell. Das muss nicht per se schlecht sein: Bei einer großen Organisation, die viele Patenschaften vermittelt, kann der Verwaltungsapparat dennoch relativ schlank sein, so dass das Geld, dass der Pate oder die Patin spendet, auch wirklich ankommt.

Zumindest zum größten Teil. Anders ist das bei kirchlichen Initiativen. Viele Orden arbeiten in Afrika, unterhalten Krankenhäuser und Schulen, Geburtsstationen, landwirtschaftliche Ausbildungsstätten und Ordenshäuser. Dort können Patenschaften vermittelt werden – häufig mit sehr viel weniger „offiziellen“ Formularen verbunden, dafür aber mit einem sehr menschlichen Kontakt. Inwiefern die Betreuer und Betreuerinnen in Afrika vor Ort tatsächlich mit einzelnen Kindern in Beziehung stehen und sich nahe austauschen, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich.

Im Vorfeld richtig informieren

kinderpateViele Spendenorganisationen werben oft mit traurigen Geschichten und herzzerreißenden Bildern um Spenden. Davon sollte man sich jedoch nicht beeinflussen lassen. Gerade Betrüger versuchen oft, die emotionale Seite der Spender anzusprechen. Es ist daher eher ratsam, wenn man sich nicht allein von seinen Emotionen leiten lässt. Viel wichtiger ist es, sich im Vorfeld genau zu informieren. Ein Besuch der Webseite gehört dabei generell immer dazu. Nur so kann man sich über die jeweilige Organisation informieren. Auf der Seite der SOS-Kinderdörfer erfährt jeder Besucher zum Beispiel ganz genau, wie viel Geld eine Patenschaft kostet, wozu die Spenden eingesetzt werden und auf welche Weise er noch mehr Informationen erhalten kann. Nur auf diese Weise lässt sich verhindern, dass man einem Betrug zum Opfer fällt.

Betrüger erkennen und vermeiden

Wie bereits erwähnt, ist der Besuch der Webseite der Spendenorganisation ein erster Weg, um die Seriosität zu überprüfen. Allerdings ist es heute nicht mehr wirklich schwierig, eine falsche Seite im Netz aufzubauen, weshalb ein Seitenaufruf allein keine Sicherheit mehr garantiert. Die Art und Weise wie sich eine Organisation verhält, ist daher ebenfalls ein wichtiger Indikator. Bei unseriösen Firmen werden oftmals Außenmitarbeiter eingesetzt, die direkt an der Haustür klingeln und Menschen zur sofortigen Spende überreden möchten. Dabei werden meist sehr traurige Geschichten erzählt, um Mitleid zu wecken. Daher gilt es, nie sofort einer Spende zu zustimmen. Wird man von solch einem Mitarbeiter direkt an der Haustür bedrängt, dann handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Betrug.

Eine weitere Möglichkeit, um falsche Hilfsorganisationen zu enttarnen, ist das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen. Diese vergeben ein Siegel an alle Unternehmen, bei denen mindestens 80 Prozent der gespendeten Summen in die Projekte und Patenkinder investiert werden müssen. Die SOS-Kinderdörfer sind zum Beispiel eine der Organisationen, die ein solches Siegel vorweisen kann. Hier muss man keine Befürchtungen haben und kann sich sicher sein, dass das gespendete Geld an der richtigen Adresse landet. Empfohlener Artikel zum Thema: Kinderpatenschaft: Rechtliche Verpflichtungen für Paten?

Langfristiges Engagement anpeilen

Eine Kinderpatenschaft ist ein wichtiges Unterfangen, weshalb man sich im Vorfeld sehr sicher sein muss. Gerade auch, da solche Projekte nur dann erfolgreich sein können, wenn sie langfristig unterstützt werden. Aus diesem Grund lohnt es sich über ein längeres Engagement nachzudenken, damit der eigene Pate auch wirklich in eine bessere Zukunft blicken kann.

Kinderpatenschaft, Schulpatenschaft oder Projektpatenschaft?

kinder schule afrikaEine Kinderpatenschaft in Afrika ist immer mit starken Emotionen verbunden – vor allem für den Paten oder die Patin in Deutschland, die aufgrund der prekären Verhältnisse in den meisten afrikanischen Ländern doch recht angespannt die Abendnachrichten verfolgt.

Bei einer Kinderpatenschaft sind diese Emotionen auch wichtig, denn sie sind der Grund, warum Menschen bereit sind, viel Geld für im Grunde genommen fremde Kinder auszugeben. Zwar wird bei allen Kinderpatenschaften der Austausch per Brief und eventuell per Telefonat beworben, aber inwiefern Sprachbarrieren tatsächlich überwunden werden können, weiß man vorher natürlich nie.

Kleine Vereine wie Harambee e. V., der Schulpatenschaften vermittelt, machen den Briefkontakt zum Paten oder zur Patin zur Schulaufgabe. Das motiviert die Kinder natürlich, Fremdsprachen zu lernen und fördert den kulturellen Austausch. Andere kleine Vereine wie Kinder Afrikas e. V. bieten neben Kinder- auch Projektpatenschaften an, die nicht auf ein Kind, sondern auf die Durchführung helfender Maßnahmen bezogen sind. Mama Afrika e. V. verfolgt neben der Schulpatenschaft noch ein weiteres Ziel:

Der Verein engagiert sich gegen Frauenbeschneidung und trägt Sorge, dass die Patenkinder entsprechend aufgeklärt sind. Viele Vereine verschreiben sich einem ganz bestimmten Interesse – der genaue Blick auf Arbeitsweisen, Interessen und Maßnahmen lohnt vor der Übernahme einer Patenschaft.

Ebenfalls interessant: Die Kindernothilfe – zu Weihnachten eine Patenschaft schenken

Titelbild: © Diego Cervo – shutterstock.com
Bild Kinder: © Monkey Business Images – shutterstock.com
Bild Schule in Afrika: © Christiaan Triebert – shutterstock.com

Über den Autor

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Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

1 comment

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    Matias 25 Juni, 2015 at 16:30 Antworten

    Danke für die gute Übersicht! Ich bin gerade auf der Suche nach einer passenden Organisation für eine Kinderpatenschaft. Dabei hatte ich neben Euch auch noch die Seite patenvergleich.de gefunden. Dort werden alle bestehenden Patenprogramme ausführlich verglichen mit vielen Details, was eine gute Ergänzung zu Eurem Artikel hier ist.

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